Kultur
Kultur- und Bildungszentrum in Villa Senar

Luzern unterschreibt Vertrag für Rachmaninoff-Villa

Die Villa Senar in Hertenstein, fotografiert 2020. (Bild: Domus Antiqua Helvetica / Priska Ketterer)

Nachdem der Kantonsrat letzten Dezember den Kaufbetrag von 15 Millionen Franken für die Villa Senar in Hertenstein bewilligt hat, hat der Kanton Luzern nun den Vertrag mit den Erben unterzeichnet. Nun ist auch klar, wie der neue Eigentümer und die Stiftung Serge Rachmaninoff zukünftig zusammen arbeiten werden.

Mit der Kauf der Villa und weiteren Gebäuden in der 20'000 Quadratmeter umfassenden Parkanlage findet auch ein Erbschaftsstreit ein Ende. Die gesetzlichen Erben französischer Staatsangehörigkeit (vier Urenkel von Serge Rachmaninoff) erhalten je zwei Millionen Franken (zentralplus berichtete).

Die Stiftung Serge Rachmaninoff verzichtet auf einen Anteil am Kaufpreis, um die Renovation der Villa zu unterstützen. Am 1. April 2022 – dem Geburtstag von Serge Rachmaninoff – hat die Beurkundung des Kaufvertrages stattgefunden. Gleichzeitig unterzeichneten der Kanton Luzern und die Stiftung Serge Rachmaninoff einen Betriebsvertrag.

Gemeinsame Führung des Kultur- und Bildungszentrums

Für die künftige Führung und Aufsicht wird eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die sich paritätisch aus einer je zweiköpfigen Vertretung des Kantons Luzern und der Stiftung zusammensetzt. Der Betrieb sei, so der Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann, so organisiert, dass der Kanton den Unterhalt der Liegenschaft sicherstellt, die Vermietungen für gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe organisiert sowie eigene Veranstaltungen durchführt.

«Die Stiftung Rachmaninoff übernimmt die umfassende Kuratierung der Kultur- und Bildungsveranstaltungen», wird deren Präsident Urs Ziswiler in einer Medienmitteilung zitiert. Dies beinhalte die Durchführung und Finanzierung eigener Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Partnern. Die Rachmaninoff Foundation erhält keine finanzielle Unterstützung vom Kanton Luzern und muss ihr Budget alleine tragen. Daher wird sie Drittmittel akquirieren. 

Der Ort soll mit Kultur- und Bildungsveranstaltungen für ganz unterschiedliche Zielgruppen belebt werden. So finden Tage der offenen Tür mit öffentlichen Führungen statt. Der Park wird während der warmen Jahreszeiten bei schöner Witterung für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn der Park geöffnet ist, wird ein kleines Terrassencafé betrieben. Auch kann die Villa für gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe (Apéros und Essen) gemietet werden.

Startklar fürs Rachmaninoff-Jahr 2023

Für die Sanierung und bauzeitliche Renovation der Gebäude bewilligte der Kantonsrat am 6. Dezember 2021 drei Millionen Franken. Die erste Renovationsphase startet kommenden Juli und dauert voraussichtlich bis Ende September 2022. In diesem Zeitraum liegt der Fokus auf der Aussenhülle und der Funktionstüchtigkeit der Gebäude.

Vor und nach diesen Arbeiten können in der Villa Veranstaltungen stattfinden. Im Jahr 2023 würde Rachmaninoff seinen 150. Geburtstag feiern. Dieses Jubiläumsjahr soll mit Veranstaltungen begangen werden können, weshalb die zweite Renovationsetappe der Innenräume erst 2024 fortgesetzt wird.

Verwendete Quellen
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