Kultur
500 Personen feierten trotz Regen in Steinhausen

Grossartige Stimmung am verkleinerten Waldstock-Festival

Klein aber fein: Das Waldstock Openair war trotz spezieller Bedingungen ein voller Erfolg. (Bild: Beat Holdener)

Unter dem Titel «Waldstock especial» ging am Samstag eine eintägige Ausgabe des traditionellen Steinhauser Festivals über die Bühne. Dank Zertifikat konnten immerhin 500 Zugerinnen und Zuger daran teilnehmen. Sie erlebten ein Kulturfest der Extraklasse, wie man es von früher kennt.

Kaum jemand hätte das vor Kurzem für möglich gehalten: 500 Leute tanzen bei Konzerten, feiern unbeschwert in einer vollen Bar. Das «Waldstock especial» machte das möglich. Die Erleichterung der Teilnehmerinnen über das wiedererlangte Stück Normalität war fast mit Händen greifbar, die Atmosphäre grandios.

Eigentlich war das Waldstock-Festival wie 2020 für dieses Jahr schon definitiv abgesagt (zentralplus berichtete). Die geltenden Corona-Massnahmen hätten den Charakter des Festivals zu stark eingeschränkt. Doch die Organisatoren bewiesen einmal mehr ihre Flexibilität. Nachdem sich Lockerungen abgezeichnet hatten, stellten sie innerhalb eines Monats kurzerhand ein eintägiges Mini-Festival zusammen, das nichts zu wünschen übrig liess.

Eine fast familiäre Zusammenkunft

Die Idee war ursprünglich, einen Anlass vor allem für jahrelange Helfer, Unterstützerinnen und Sponsoren auf die Beine zu stellen. Mit den restlichen Tickets erhielt dann wenigstens der Kern der Waldstock-Familie Gelegenheit dabeizusein. Rund 70 Helferinnen verpassten dem idyllischen Gelände am Waldrand in Steinhausen auch diesmal mit kreativen Holzbauten den stimmungsvollen Rahmen. Wenn auch etwas reduziert mit nur einer Bühne, einem Festzelt und nur einer Bar. Doch der Gesamteindruck unterschied sich kaum von den früheren Grossausgaben.

Ein Jassturnier, musikalisch begleitet von einer Volksmusikformation mit den Zuger Klarinettisten Matthias Landtwing und Benedikt Iten, machte den Anfang und lockte schon früh viele Leute auf das Festivalgelände. Das Synthie-Pop-Duo Dachs sorgte dann mit seinen melancholisch-witzigen Mundartsongs und lakonischen Ansagen für einen ersten Höhepunkt. Auch das einsetzende Nieseln mochte die Freude des Publikums nicht zu trüben.

«Wir hatten eine absolut geniale Stimmung.»

Tobias Glauser, OK-Chef

Bei der Filmprojektion von «Ma vie de courgette» verharrten zwar nur wenige Unentwegte im strömenden Regen, beim Auftritt der Schweizer Rapperin KT Gorique füllte sich der matschige Platz vor der Bühne wieder. Mit ihrem Mix aus Hip-Hop, angereichert mit Reggae und afrikanischen Elementen, bot die Band genau den Sound, der das Waldstock-Publikum begeistert. Wer noch nicht genug hatte, konnte anschliessend zu DJ iMelon(e) den Regentanz fortsetzen.

In der Galerie gibt's weitere Eindrücke vom Festival:

Ein Genuss für alle

Das Risiko hat sich für den Verein Waldstock gelohnt. OK-Chef Tobias Glauser zog am Schluss zufrieden Bilanz: «Wir hatten eine absolut geniale Stimmung, alle angemeldeten Leute sind aufgetaucht, haben Spass gehabt und einfach nur genossen, dass wieder einmal etwas läuft.»

Auch die Zulassungsbeschränkung für Zertifizierte habe keine Probleme verursacht. «Das war ein bewusster Entscheid, den wir von Anfang klar kommuniziert haben und es hat alles funktioniert», sagt Glauser erleichtert. Schon bald werden die Vorbereitungen für das Waldstock-Festival 2022 beginnen – dann hoffentlich wieder in den gewohnten Dimensionen.

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