Kultur

There Are Worse Bands-Festival
«Es gibt nichts Schöneres als ein gutes Konzert»

  • Lesezeit: 5 min
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Die Sängerin Miss Goldie beim letzten Festival im Neubad. (Bild: zvg)

Es gibt einen neuen Stern am Luzerner Festivalhimmel. Das «There Are Worse Bands-Festival» geht diesen März in die zweite Runde. Nach dem erfolgreichen letzten Jahr wagen es die fünf Jungs vom Verein «Lumberjack» noch einmal – fast zeitgleich mit dem Honky Tonk Festival.

Um die Luzern mit guter Live- beliefern zu können, arbeiten die fünf Mitglieder vom Verein «Lumberjack» ehrenamtlich. Am Anfang stand die Liebe zur Musik: «Die meisten von uns haben zusammen in Bands gespielt», erzählt Claude Bachmann, Mediensprecher des Vereins. Dieser hat es sich zum Ziel gemacht, die alternative Musikszene der Stadt zu fördern. «Wir möchten Luzern einfach mit guter Musik beliefern. Die Konzerte im letzten Jahr wurden gut besucht und die Bands waren dankbar für die Vernetzung», so Bachmann.

40 Bands in zwei Wochen

Dieses Jahr ist das Festival sogar noch gewachsen: Es spielen in 15 Tagen 40 Bands in 18 Lokalitäten. Und das alles ist gratis. Dies funktioniert, weil die Bands keine festgesetzten Gagen bekommen, die Lokale gratis genutzt werden können und der Verein kostenlos arbeitet. Die Bands können dafür Werbung für sich machen und ihr Talent vor einem Live-Publikum beweisen. «Wichtig ist zudem, dass wir vor Ort sind, um Kontakte zu schaffen zwischen den Bands und den Bars», sagt Bachmann.

Auch für die Veranstaltungsorte hat das Festival Vorteile: «Für die Bars und Lokale ist es interessant, weil etwas läuft. Sie haben ein Publikum, das konsumiert und so können sie neue Kundschaft gewinnen. Es hat einen Werbeeffekt», sagt Bachmann. Doch nicht nur kleine Läden wie die Haifischbar und das Crazy Cupcake Café stellen ihre Räumlichkeiten für das Festival gratis zur Verfügung, auch in der Schüür, im Sedel und im Bourbaki wird gerockt.

Metallbands und Rapper

Eingeläutet wird das TAWB 2015 mit dem Startanlass am 21. März in der Schüür. Die Lokalmatadoren Hendricks the Hatmaker eröffnen offiziell das Festival. Dabei erhalten sie Support vom englischen Singer-Songwriter Will Varley, dem einzigen ausländischen Gastkünstler am diesjährigen Festival. Mit dabei sind in den zwei Wochen unter anderem Who’s Elektra, Pablo Haller, Maple Tree Circus. Der Schlussevent findet am 4. April in der Zwischenbühne in Horw statt. Dort spielen Coco Galaxy, Oakes und Augustine Suspenders.

«Wir nehmen alle, die Lust haben mitzumachen.»
Claude Bachmann, Mediensprecher «Lumberjack»

Für die Auswahl der Bands hatten sie keine festgelegten Kriterien. «Durch unsere Rooftop-Videos haben wir uns ein Netzwerk aufgebaut», so Bachmann. Deshalb kennen sie auch die meisten der Bands in ihrem Programm. «Wir nehmen alle, die Lust haben mitzumachen. Sei dies eine Metallband, ein Rapper oder ein Singer-Songwriter», so Bachmann. «Im Sedel tritt zum Beispiel eine Metallband auf und danach gibt es ein Hip-Hop-Konzert», sagt Bachmann. Es sei spannend auch mal die Musikstile zu mischen, damit einige Zuhörer einen neuen Stil kennenlernen können.

Sponsoren gesucht

Obwohl viele mithelfen, um das Festival gratis durchführen zu können, entstehen dennoch Kosten. Und damit die Bands nicht ganz leer ausgehen, gibt es eine Türkollekte. «Ein minimaler Teil davon fliesst zum Verein, um die Kosten für die Werbung und die Bandbetreuung zu decken. Das ist am Teuersten», erzählt Bachmann.

Ausserdem haben sie Sponsoren gesucht. Der Bierhersteller «Luzerner Bier» liefert die Getränke hinter die Bühnen. Ansonsten stellt sich die Sponsoren-Suche als schwierig heraus, denn viele würden die Türkollekte als Einnahmen zählen, und sagten deshalb ab. «Wir haben auch die Kulturförderung angefragt, bisher jedoch noch nichts gehört», so Bachmann. In den Ruin getrieben würden sie mit ihrem Projekt jedoch nicht: «Wir haben noch etwas Geld von früheren Veranstaltungen auf der Seite».

An erster Stelle steht für den Verein immer noch die Musik. Denn viele, besonders junge Menschen, würden Live-Musik heute nicht mehr so kennen. «Wir möchten den Menschen ein Gespür für diese Musik zurückgeben.» Und er fügt an: «Es gibt nichts Schöneres als ein gutes Konzert.»

Keine Konkurrenz fürs Honky Tonk

Als sie mit der Planung im letzten Herbst begonnen haben, hätten sie gemerkt, dass ein anderes Musik-Festival fast zeitgleich stattfindet. Das sei jedoch kein Problem. Bachmann: «Wir unterscheiden uns vom Honky Tonk, weil wir erst am Anfang stehen und nicht so viele Sponsoren haben.» Das Honky Tonk habe finanziell gesehen ganz andere Möglichkeiten. «Wir möchten mit unserem Festival unser eigenes Ding machen. Wir haben eine Liebe zum Detail, spielen in coolen, nicht so bekannten Bars und in einem gemütlichen Rahmen», so Bachmann. Für ihn ist klar: «Wir sind sicher keine Konkurrenz.»

«Die Szene ist aufgewacht.»
Michael Schütz, Mitorganisator des «Honky Tonk»

Die Honky Tonk Organisatoren begrüssen das neue Festival: «Solange die Daten aneinander vorbeigehen, ist das kein Problem», sagt Michael Schütz, einer der Honky Tonk-Organisatoren. Er findet es wichtig, dass die Bands Bühnen bekommen. Das Honky Tonk gibt es nun schon seit 16 Jahren und der Kuchen sei natürlich grösser geworden. «Ich denke, dass das There Are Worse Bands-Festival eher ein Kulturfestival ist und viele Neuentdeckungen bietet.» Es sei sicher eine gute Sache für neue, lokale Bands.

Aber auch das Honky Tonk hat mehr Schweizer Bands als früher im Programm. Die Nidwaldner Band «Buschi & Anni» spielt sogar an beiden Festivals. Am 20. März am Honky Tonk und am 3. April am TAWB. Schütz: «Die Szene ist aufgewacht. Wir haben eine grössere Auswahl und die Bands sind qualitativ sehr viel besser. Einige bringen natürlich auch Publikum mit und haben einen Heimvorteil», so Schütz.

Dazu, dass das TAWB im Gegensatz zum Honky Tonk gratis ist, sagt Schütz: «Wir könnten auch keine Gagen zahlen, denn es gibt sehr viele Bands, die bei uns spielen möchten. Aber wir wollen Gagen zahlen, da wir auch Ansprüche an die Musiker stellen. Es muss einen guten Mix geben, damit das Programm die Leute neugierig macht.»

Einen Rat für das junge Festival hat Schütz: «Das Wichtigste ist, das Festival mit einem angemessenen Aufwand über die Bühne bringen zu können. So dass man nicht jedes Jahr von vorne anfängt, sondern von den gemachten Erfahrungen lernen kann.»

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