Kultur
«Frölein Da Capo» und ihr Erstlingswerk

Ein Frölein macht aus Mücken Elefanten

Irene Brügger alias Frölein Da Capo gibt ihr erstes Buch heraus. (Bild: zvg)

Normalerweise macht sie uns das Einfrauorchester. Neuerdings kann man Frölein Da Capo aber auch schriftlich geniessen. Ende August erscheint ihr erstes Buch, eine Sammlung ihrer «Episödali». Die Willisauerin verrät welche Sucht sie bei sich entdeckt hat und zeigt ein bisher ungesehenes «Episödali».

Irene Brüggers erstes Buch beginnt so theatralisch und helvetisch wie sie ihre Kunstfigur Frölein Da Capo spielt: «Uuuaaaah… Geklöne und Gestöhne – das ist, was man von mir momentan hört. Seit zwei Tagen schlurfe ich humpelnd durchs Haus wie eine uralte Frau… dagegen wirkt mein Grosi wie ein junger Hüpfer.» Irene Brügger ist unter die Autoren gegangen. Die komödiantische Musikerin, als Frölein Da Capo bekannt, hat ihr erstes Buch veröffentlicht. Eine Sammlung von Anekdoten und Kurzgeschichten, gespickt mit eigenen Zeichnungen.

Ihr erstes Werk sei ein «Lese- und Schnöiggibuch». Aber nicht nur Kurzgeschichten, sondern auch ein Wörterbuchteil gehört dazu. Dieser Teil sei «fundiert gemutmasst», ohne Gewähr und haben keinerlei linguistische «Häbi». Er sei also sprachwissenschaftlich gesehen völlig haltlos. Aber trotzdem halt irgendwie Bildungslektüre, scherzt Brügger.

Ein ganz kleines bisschen Übertreiben liegt ihr

«Ich mag diese Art Bücher. Und ich verschenke auch gerne solche Bücher – darum fand ich das eine gute Idee», erklärt Brügger. Folgt schon bald ein Roman? Sie winkt ab. «Nein, obwohl ich das als Kind sogar mal kurz unter den Berufswünschen hatte, Roman-Autorin zu werden. Ich bleibe bei meinen kleinen Episödalis. Ein ganzer Roman – das ist eine andere Liga», betont Brügger.

«Ich habe die Angewohnheit ein bitzeli klein wenig zur Übertreibung zu neigen.»
Irene Brügger alias Frölein Da Capo

Beim Schreiben der Episödäli sei es wie beim Liederschreiben auch: «Es sind Erzählungen aus dem Alltag.» Was sie um sich herum wahrnehme, schreibe sie auf. «Gut, ich habe die Angewohnheit ein bitzeli klein wenig zur Übertreibung zu neigen und aus Mücken Elefanten machen, das kann ich richtig gut. Aber letzten Endes geht es um Dinge, die jeder kennt.»

Inspiriert und amüsiert

«Die Ideen gehen mir auf jeden Fall nicht aus», so Brügger. Inspiration habe sie jetzt auch wieder genug. Gerade hat sie ihre grosse Sommerpause beendet und sei jetzt wieder soweit, dass sie sich extrem drauf freue, endlich auch wieder auf der Bühne stehen zu können. «Das hat so ein bisschen Suchtpotential, merke ich jeweils in den Ferien.» Sie spiele ihr neues Programm «Nöie Zöigs» extrem gerne. «Es verändert sich mit jedem Spiel, aber es sitzt inzwischen top und ich amüsiere mich sehr damit.»

Vernissage

Am Samstag, 29. August, findet die Buchvernissage von «Episödali» von Frölein Da Capo statt. Die Vernissage beginnt um 17 Uhr in der Buchhandlung Untertor in Sursee.

Neben ihren Auftritten begann Brügger Anfang 2012 mit einer sporadischen Kolumne im Regionalteil der Neuen Luzerner Zeitung. «Im Laufe der Jahre hat sich da ein schönes Bündel an Geschichten angesammelt.» Dazu kommen Kolumnen, die sie im Zentralschweizer Magazin «echt» veröffentlicht. «Das sind dann alles in allem richtig viele Episoden. Das gäb fast ein Buch», habe sie sich gedacht. Rund 170 Seiten sind es geworden, gefüllt mit Anekdoten, Kurzgeschichten und Zeichnungen, gewidmet ihrem Mann und den beiden Kindern.

Hier ein bisher ungesehenes, kurzes Episödali:

Ein richtiger Fan

Der Autor und Kabarettist Bänz Friedli schrieb das Vorwort zur Brüggers erstem Buch und lässt dabei nicht den kleinsten Zweifel daran, dass er von ihr komplett begeistert ist. «Als Bühnenkollege, der nur reden kann, möchte man neidisch werden, wäre man nicht hingerissen«, schreibt Friedli. 13 Seiten pures Lob.

«Lass dich nicht vom überschwenglichen Vorwort irritieren», so Brügger mit einem Zwinkern. «Der Bänz ist einfach wahnsinnig begeisterungsfähig.»

«Die ist im Fall ein Grund, bei Facebook zu sein.»
Bänz Friedli, Autor und Kabarettist

Und Friedli ist tatsächlich kaum zu bremsen: «Diese Irene Brügger, die das Frölein verkörpert, ist eine Alleskönnerin. Sie zeichnet Cartoons, schreibt Kolumnen, näht ihre eigenen Kleider, und in ihrem Kabarettprogramm singt, musiziert, albert und philosophiert sie vielstimmig und an zahlreichen Instrumenten.»

Wenn man ihre Texte lese, dann zeige sich, dass das «Frölein» im Grunde gar keine Verkleidung sei. «Diese frech-scheue sündige Unschuld vom Land, das ist die wirkliche Irene.»

Das Leben schreibe die besten Geschichten, aber man müsse sie auch zu pflücken wissen, schreibt Friedli. «Ihr gelingt es, gottlob.» Und das zeige sich nicht nur auf der Bühne und in ihrem Buch: «Die ist im Fall ein Grund, bei Facebook zu sein.»

Schaut man sich einige ihrer Einträge an, kann man das nur bestätigen:

Nicht nur über sich selbst, auch über ihre ehemaligen Arbeitgeber macht sich Brügger gerne lustig.

Nicht nur über sich selbst, auch über ihre ehemaligen Arbeitgeber macht sich Brügger gerne lustig.

EIn typischer Post von Brügger. Oft ergänzt sie Fotografien mit Sprüchen und Zeichnungen.

EIn typischer Post von Brügger. Oft ergänzt sie Fotografien mit Sprüchen und Zeichnungen.

Nicht nur zeichnerisch begabt, auch bei Kreuzworträtseln hat Brügger ihren ganz eigenen Stil. (Auf ihrem Facebook-Profil zu beobachten)

Nicht nur zeichnerisch begabt, auch bei Kreuzworträtseln hat Brügger ihren ganz eigenen Stil. (Auf ihrem Facebook-Profil zu beobachten)

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