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Kultur-Schnitzeljagd für Erstsemestler: So kam’s an
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Das Zuger Künstlerduo Hoffnung und Kiwi leitete ein ungewöhnliches Modul an der PH Zug. (Bild: lih)

Studenten der PH Zug besuchten sechs Kulturstätten Kultur-Schnitzeljagd für Erstsemestler: So kam’s an

4 min Lesezeit 11.11.2016, 11:51 Uhr

Der kulturelle Postenlauf der PH Zug, in dem es einen Punkt für den Abschluss geschenkt gibt, ist zu Ende. Und hat der pädagogische Stunt etwas gebracht? Ja, finden die Initianten, die Institutionen, die Studenten und sogar jemand, der noch keinen einzigen Posten besucht hat.

Die Pädagogische Hochschule (PH Zug) ging neue Wege und traute sich, ein ungewöhnliches Modul durchzuführen: Das Zuger Künstlerduo Hoffnung und Kiwi bereiteten für die Erstsemester-Studenten eine Schnitzeljagd, die über sechs Posten durch das kulturelle Angebot von Zug führte. Der Clou daran: Die Studenten bekamen bereits von Anfang an eine volle Stempelkarte plus eine, die sie mit den Stempeln der Posten noch füllen konnten. Für das Modul gibt es also den einen Punkt von insgesamt 180 zur Erreichung des Bachelor-Abschlusses auf sicher. Ob sie die Posten tatsächlich besuchen und die Stempel selber holen, liegt also ganz in ihrer eigenen Verantwortung.

Erfahrungsaustausch: ganz locker bei Tee und Knabbereien

Am Mittwoch fand die Schlussveranstaltung des Moduls statt. Für welchen Weg haben sich nun die Studierenden entschieden? Das Modulkonzept sah von Anfang an vor, dass nicht ausgewertet wird, wer welche Posten tatsächlich besucht hat. Im lockeren Kreis bei Tee und Knabbereien besprachen die Studierenden der PH Zug trotzdem ihre Erfahrungen mit dem Zuger Künstlerduo.

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«Es war eine super Aktion, ich habe viele gute Gespräche führen können mit Leuten, die ich wohl sonst nicht getroffen hätte.»
Studentin der Pädagogischen Hochschule Zug

«Malte Frank liess mich beinahe nicht mehr gehen»

«Es war eine super Aktion, ich habe viele gute Gespräche führen können mit Leuten, die ich wohl sonst nicht getroffen hätte», erzählt eine Studentin. Damit ist sie nicht allein, viele erzählen von spannenden Stunden in den sechs Kulturstätten der Schnitzeljagd. «Malte Frank von der Kunstgalerie beispielsweise liess mich beinahe nicht mehr gehen», schlägt eine andere Studentin in die gleiche Bresche. Er habe ihr nach und nach seine gesamte Lebensgeschichte vom Chemiker zum Kunstgaleristen erzählt.

Der Stempel-Block im Archiv von Doku Zug.

Der Stempelblock im Archiv von Doku Zug.

(Bild: lih)

Doch ganz trauten die angehenden Lehrer der Sache mit dem Gratis-Credit-Punkt dann doch nicht. «Ich hatte bis zuletzt das Gefühl, dass die Stempel dann doch anders sind, je nachdem, ob man sie selbst geholt hat oder einfach die Karte aus der Anfangsveranstaltung abgab», gab eine Studentin zu. Dem war aber nicht so.

 «Ich werde sicher noch einige der Orte besuchen»

Schnitzeljagd durch sechs Orte

Auf der Schnitzeljagd-Liste standen insgesamt sechs Zuger Kulturinstitutionen, die man entweder kennen muss oder kennen sollte. Das reicht vom Hirschenhof auf dem Zugerberg, einer Art Lebensgemeinschaft mit vielfältigem Angebot für Besucher, bis zum Paettern, einem neuen Brennpunkt der Zuger Kulturszene, direkt am Bahnhof. Weiter waren das Radiostudio des Radio Industrie dabei, das Podium 41 am See, das Archiv Doku Zug in der Altstadt und die Kunstgalerie von Malte Frank.

Darum geht es auch überhaupt nicht. Eine Studentin konnte sogar frei zugeben, dass sie den einen Punkt wohl noch nicht verdient hätte. Mit der Betonung auf noch, denn: «Ich werde ganz sicher noch einige der Orte besuchen, einfach weil es mich nach den Berichten der anderen noch mehr wundernimmt als vorher.»

Auch bei den sechs Kulturstätten des Postenlaufs sind die Rückmeldungen durchwegs positiv. Im Archiv von Doku Zug beispielsweise erzählt Patrick Mühlefluh, es sei plötzlich eine Gruppe von etwa sechs Studenten aufgetaucht. «Sie kannten unsere Institution noch nicht, waren dann aber sehr interessiert.» Und auch Barbara Fehlmann von Doku Zug erinnert sich. «Einige waren stundenlang hier und haben richtig recherchiert.»

Gerade Lehrer profitieren vom Angebot

Ähnlich ist es dem Radio Industrie ergangen. Der Programm- und Geschäftsleiter Raphael Häfliger ist überrascht gewesen, wie wenige die Institution kannten. Dabei ist das Angebot von Radio Industrie auch gerade für Lehrer interessant: «Wir bieten Führungen durchs Studio an, aber auch Workshops, in denen wir erst an der Kanti Medien-Theoriestunden vermitteln, später dann im Studio auch noch den praktischen Teil», erzählt Raphael Häfliger.

Das Studio von Radio Industrie bekam in letzter Zeit auch öfters Besuch von Studenten der PH Zug.

Das Studio von Radio Industrie bekam in letzter Zeit auch öfters Besuch von Studenten der PH Zug.

(Bild: lih)

Patrick Bützer vom lightup Atelier Paettern erinnert sich ebenfalls an den «Hühnerhaufen», der plötzlich im Paettern stand. Alles in allem sei es wohl eine gute Aktion gewesen, für alle. «Ich denke, einige haben Orte in Zug kennengelernt, die wichtig sind zu kennen», resümiert Bützer. «Es war spannend zu sehen, wie sie die Stempel teilweise absichtlich falsch machten, um zu zeigen, dass sie wirklich selber gestempelt haben», findet Patrick Bützer. Einige hätten am Modulschluss auch beide Karten abgegeben, verrät das Künstlerduo Hoffnung und Kiwi. Am Schluss will man anscheinend trotzdem beweisen, dass man etwas geleistet hat.

Pädagogik-Studenten holten ihren Stempel auch im Paettern lightup Atelier ab.

Pädagogik-Studenten holten ihren Stempel auch im Paettern lightup Atelier ab.

(Bild: lih)

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