Kündigungswelle in Zuger Altersheim
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Im Pflegezentrum an der Luegetenstrasse in Menzingen kam es zu mehreren Kündigungen. (Bild: zvg)

«Mangelnde Wertschätzung» Kündigungswelle in Zuger Altersheim

2 min Lesezeit 6 Kommentare 10.02.2021, 07:15 Uhr

An der Luegetenstrasse in Menzingen entsteht ein neues Pflegezentrum. Im Vorfeld der Züglete brodelt es in der Institution. Der Verwaltungsrat bestätigt die «Führungskrise».

Rund 33 Millionen Franken kostet der neue Trakt und die Sanierung des Pflegezentrums in Menzingen, der in den nächsten Wochen bezugsbereit sein soll. Doch offenbar ist die Aussicht auf die modernen Räumlichkeiten nur die eine Seite: Beim Personal herrscht Unzufriedenheit. Der langjährige Küchenchef und der Geschäftsleiter haben gekündigt. Die «Zuger Zeitung» zitiert aus anonymen Brief, nachdem auch weiteres Personal aus der Pflege die Institution verlassen soll.

Ein Insider berichtet gegenüber der Zeitung von mangelnder Wertschätzung gegenüber dem Personal, das «im Stich gelassen» werde. So würden Vergünstigungen gestrichen und die Treuezulage sei eingefroren worden. Überstunden seien zum Normalfall geworden, vor der Züglete in drei Wochen herrsche zudem ein Ferienstopp.

Schuld an der «Personalmisswirtschaft» soll der Verwaltungsrat sein, der über zu wenig Kenntnisse verfüge. Gemeindevertreter seien nur «von Amtes wegen» dabei.

Verwaltungsrat zeigt Verständnis

Der Verwaltungspräsident Jürg Brändli zeigt in seiner Reaktion Verständnis für die Situation. Aktuell wird das Zentrum interimistisch geleitet. Man wolle die «Führungskrise» überwinden und sei zuversichtlich. Im März soll eine neue Geschäftsführung die Arbeit aufnehmen, man befinde sich auf gutem Weg.

Insgesamt bestätigt der Verwaltungsrat seit September neun natürliche Austritte. Das Pflegezentrum hat 76 Mitarbeiter. Die Fluktuation sei nur leicht höher als in anderen Jahren.

Der Ferienstopp könne für Familien zwar ungelegen kommen, man suche aber nach individuellen Lösungen. Den Vorwurf mangelnder Wertschätzung weist Brändli zurück. Die Vergünstigungen habe man nach einer Anpassung des Personalreglements gestrichen – gegen die es keinen Widerstand gegeben habe.

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6 Kommentare
  1. Ruedi, 12.02.2021, 16:15 Uhr

    Jaja und die Gesundheitsdirektion pennt mal wieder. Ist ja nicht attraktiv die Gesundheit alter Leute zu würdigen. Man macht lieber bei den Jungen sinnlos teure Masentests und irgendwelche Ampelschemen, anstatt die vulnerablen Gruppen zu schützen.

  2. Trudy Stadelmann, 11.02.2021, 14:15 Uhr

    Betreff Pflegezentrum in Zug:
    Das selbe Symptom findet zur Zeit in der Spitex Emmen statt. Es „waren“ 70 Angestellte. Geschäftsleitung angeblich krank. Angestellte ad. Interim leitet das Tagesgeschäft. Wir wissen nicht was los ist, nur Gerüchte und vorhergehende Kündigungen. Muss man soziale Einrichtungen (Heime, Spitex), im Bezug Personalführung und Kompetenz hinterfragen?

  3. Marco, 11.02.2021, 08:57 Uhr

    9 Abgänge seit September? Ist nicht übermässig viel.
    Der Schönheitsfehler ist dabei folgender:
    Oktober 2020: ein Mitglied der Geschäftsleitung
    Dezember 2020: ein Mitglied der Geschäftsleitung zwei Pflegefachpersonen
    Januar 2021: ein Mitglied der Geschäftsleitung und drei Pflegefachpersonen
    Ein natürlicher Austritt ist übrigens erst dann angesagt, wenn ein Arbeitsverhältnis aufgelöst wird auf Grund: Pensionierung, Ende eines Zeitvertrags, Krankheitsbedingt oder Tod.
    Fünf Pflegfachpersonen und zwei Mitglieder der Geschäftsleitung im Zeitraum von 5 Wochen: Keine Pensionierung, usw…….
    Da läuft einiges Schief.

    1. Nicole, 12.02.2021, 13:38 Uhr

      Wie kommst du zu solchen Informationen?

    2. Nicole, 12.02.2021, 15:03 Uhr

      Alles klar Marco 😊

  4. Randolf de Jong, 10.02.2021, 07:58 Uhr

    Die wollen’s wohl auf die harte Tour! Nun müssen wieder die zahlenden HeimbewohnerInnen unter der Unfähigkeit der Führungsetage leiden. Und sind fatalerweise alternativlos.

    Herrje – warum ein Verwaltungsrat? Warum diese Privatisierungswut, die gerade in diesem Sektor nur Unbill und Ungemach hervorbringt. Re-Verstaatlichen!

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