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Kritik von Christa Markwalder – und wie war Michael Elsener sonst?
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Michael Elsener bei seiner ersten «Late Update»-Sendung. (Bild: Screenshot SRF )

Erstes SRF-«Late Update» des Zuger Comedians Kritik von Christa Markwalder – und wie war Michael Elsener sonst?

4 min Lesezeit 1 Kommentar 20.01.2019, 23:45 Uhr

Der Zuger Comedian Michael Elsener feierte am Sonntagabend Premiere mit seiner SRF-Sendung «Late Update». Im Grossen und Ganzen ein vielversprechendes Debüt – auch wenn die Sendemacher künftig doch bitte auf Handyaufnahmen verzichten sollten.

Michael Elsener hat es geschafft. Hat sich zur Primetime einen Sendeplatz auf SRF ergattert und debütiert am Sonntagabend mit der neuen Politsatire-Sendung «Late Update».

Auch wenn ihm die Nervosität anfangs noch etwas in die Quere kommt, gelingt dem 33-jährigen Zuger der Auftakt recht gut. Der Comedian redet sich schnell warm und an Politthemen, die Elsener als Steilvorlage verwenden kann, mangelt es nicht. Pierre Maudet muss den Kopf (natürlich) herhalten, die Briten bekommen ihr Fett weg und auch FDP-Nationalrätin Christa Markwalder wird angefeilt.

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Konkret geht’s um die EU. Elsener zitiert eine Aussage Markwalders: «Grossbritannien befindet sich in Scheidungsverhandlungen mit der EU, wir versuchen, unser Konkubinat zu regeln.» Und er führt aus: «Gut, Christa Markwalder kennt sich aus mit Beziehungen. Sie hatte mal eine Affäre mit Kasachstan.» – Was sie im übrigen überhaupt nicht lustig findet, wie sie gleich nach der Sendung per Tweet vermittelt. (Siehe unten.)

Während die Politik ihren Job nicht macht, erledigt ihn Elsener

Und dann wird er böse, der Elsener. Erfrischend böse, weil eher unerwartet. Innert weniger Sekunden schlägt Elsener den Bogen von der Avocado über Wassermangel zu Mikroplastik und verpönten Flugreisen. Stellt fest, dass es quasi unmöglich ist, sich in Sachen Klima richtig zu verhalten, und gründet kurzum die «Fuck-you-Klima-Initiative». Grenzwertig? Vielleicht. Lustig? Total. Und durchaus zynisch.

Doch genauso zynisch findet es Elsener, dass die Politik dem Konsumenten die Verantwortung dafür gebe, den Planeten zu retten. Weil genau das eigentlich der Job der Politik wäre. Es tut gut, wenn der Comedian den Mahnfinger hebt und süsse Kritik übt. Das ist ja schliesslich auch sein Job. Über das Guacamole-Lied, in dem er seinen Standpunkt noch zementiert, kann man streiten.

Smartphone als Stilmittel? Schwierig

Bei «Late Update» dabei sind neben Elsener auch die Aargauer Kabarettistin Patti Basler, der St. Galler Spoken-Word-Künstler Renato Kaiser und der Berner Autor und Theatermacher Matto Kämpf.

Während sich besonders Matto Kämpf sehr gut macht als verschupfter Politexperte, scheitert Patti Baslers Leistung leider insbesondere an den technischen Mitteln. Klar, die Smartphone-Aufnahmen werden bewusst als Stilmittel eingesetzt – das müsste jedoch wirklich nicht sein. Baslers Besuch an der Albisgüetli-Tagung der Zürcher SVP fällt allein deshalb ab, weil man die Hälfte der Aussagen akustisch kaum versteht. Das ist schade, denn die andere Hälfte hat es in sich.

Herr Maurer, übersetzen Sie doch bitte das Wort «Leader»

Etwa, als Basler mit Bundesrat Ueli Maurer spricht und findet: «Sie haben jetzt grad gesagt, es brauche Leader. Können Sie uns das kurz übersetzen?» Geschickt genug ist Maurer jedoch, um das Wort mit «Führungsnatur und Führungspersönlichkeit» zu übersetzen.

«Das mit der Schönheit ist das kleinste Problem bei dir, Roger Köppel.»

Patti Basler, Kabarettistin

Und als Roger Köppel befindet, er könne «schönheitsmässig» nicht mithalten bei der neuen Satire-Sendung, befindet Basler: «Das mit der Schönheit ist das kleinste Problem bei dir, Roger Köppel.»

Abgerundet wird das erste «Late Update» mit einem Gast. Und zwar niemand Geringerem als dem Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi. Obwohl es ein süffiges Gespräch bei Tessiner Merlot wird, würde Elsener etwas mehr Schärfe nicht schaden.

Ansonsten: Das Abwechseln vom Schweren ins Leichte, von politischen Untiefen ins lockerflockige Rüeblidegustieren, vom primitiven Cartoon zum europäischen Rahmenabkommen gelingt Michael Elsener gut. Der Unterhaltungswert ist hoch und dürfte umso höher werden, je entspannter der Zuger mit jeder weiteren Sendung wird.

Solider Einstand? Finden auch andere:


 

Da kommt auch höchstes Lob. Das Frechste, was SRF seit «Ventil» gemacht hat? Das will aber was heissen.

 

Doch nicht alle finden es gleich lustig:

Etwas gar humorlos zeigt sich FDP-Nationalrätin Christa Markwalder.

 

Elsener hat übrigens gleich reagiert auf Markwalders Kritik und gibt sich ganz versöhnlich:


 

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 21.01.2019, 12:24 Uhr

    Muss ihr recht geben habe nach 15 Minuten ausgeschaltet: Einseitig, Lehrerhaft Plump und nicht die Spur von Satire, da ist sogar Michael Mittemayer besser