Krienser wollen ein «schnusiges Café», Proberäume und eine Handwerkerstube
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Wer soll hier einziehen? Kaffeetanten, Katzen oder Fussballfans? (Bild: Valeria Wieser)

Neues Leben fürs Bahnhöfli Krienser wollen ein «schnusiges Café», Proberäume und eine Handwerkerstube

4 min Lesezeit 3 Kommentare 02.06.2021, 20:00 Uhr

Wo vor über 130 Jahren die Kriens-Luzern-Bahn hielt, soll nun etwas Neues entstehen. Das Krienser Bahnhöfli soll so genutzt werden, dass es dem Stadtleben zugute kommt. Eine Umfrage bei Krienserinnen ergibt: Die Ideen sind zahlreich, am allerliebsten möchte man hier jedoch Kaffee trinken.

Neben dem auffälligen Stadthaus und dem üppig-grünen Bellpark geht es beinah etwas unter, das historische Krienser Bahnhöfli. Dem Fachwerkhaus mit angebautem Güterschuppen, das ab 1886 als Stationsgebäude für die Kriens-Luzern-Bahn genutzt wurde, soll nun jedoch neues Leben eingehaucht werden.

Gemäss kantonalem Bauinventar gehört das Haus zu «den kleinsten und den letzten original erhaltenen kombinierten Personen- und Güterbahnhofsbauten der Schweiz» und wird deshalb als schützenswert eingestuft. Deshalb ist es für die meisten Krienserinnen auch klar, dass das Häuschen bestehen bleiben soll. Nur: Was soll damit geschehen? Der Krienser Stadtrat will nun Nägel mit Köpfen machen und das Projekt öffentlich ausschreiben (zentralplus berichtete).

Nutzung für mindestens 30 Jahre

Denkbar ist die Vermietung, Verpachtung und gar die Abgabe im Baurecht. Er wünscht sich eine Nutzung für mindestens 30 Jahre. Klar ist: Das Gebäude soll in seiner heutigen Form erhalten bleiben, allfällige Umbaukosten müssen von den Betreibenden übernommen werden. Ob es von Gruppierungen, Privaten, Firmen oder Organisationen genutzt wird, ist offen.

Die Suche nach der besten Idee läuft über einen Wettbewerb. Kreative können sich mit einem Konzept und einem Businessplan an die Stadt Kriens wenden, das entsprechende Projektdossier gibt’s bei der Stadtverwaltung. Am Samstag, 5. Juni ist es möglich, das historische Gebäude zu besichtigen.

Glacestand, Brunnenparty und Büsis

Was wünschen sich die Krienserinnen? Auf eine Umfrage auf der Facebookseite «Du besch vo Kriens, wenn …» liefert Hinweise. Eine Einwohnerin gerät gleich ins Schwelgen: «Wir brauchen eine Begegnungsmöglichkeit. Ein schnusiges Café. Der Stadtplatz wird begrünt und lädt zu einem Drink ein. Selbstgemachtes rundet den schönen Treff ab. Das wär’s doch. Ich sehe mich schon unter dem Sonnenschirm mit 🍦.» Dieser Idee, inklusive kühlem Eis, können einige Krienser im Forum etwas abgewinnen.

Ein weiteres Gruppenmitglied ergänzt die Vision mit einem Brunnen auf dem Stadtplatz, auf dem Kinder spielen könnten. Jemand anderes wünscht sich spezifisch ein Eltern-Kind-Treff mit Spielsachen. Ein Wunsch flauschiger Natur wird der Caféidee angefügt. So soll in Kriens ein Katzencafé entstehen, wie man es von anderen zumeist grösseren Städten kennt.

Das hypothetische Café könnte man mit alten Krienser Bildern und Einrichtungsgegenständen aus früheren Epochen versehen, findet ein Facebook-Nutzer. So könnte das historische Häuschen dazu genützt werden, den Menschen die Krienser Geschichte näherzubringen.

Das Bahnhöfli: Wird hier künftig Kaffee ausgeschenkt?

Pubidee sorgt für Begeisterung

Eine passivsportliche Zukunft sieht ein anderer Krienser für das Häuschen: «Ein Irish Pub, wo man sich treffen und Fussball gucken kann», wünscht er sich. Er ist nicht der einzige. Mit 23 Likes erhält er den meisten Zuspruch unter allen Kommentierenden.

Jemand anderes wünscht sich viel eher einen Laden mit selbstgemachten Sachen, wo man tauschen, schenken und kaufen könne. Eine andere Person findet, Landwirte sollten dort ihre Eigenprodukte anbieten können. Nebenbei soll ein Café betrieben werden. Auch diese Idee findet regen Zuspruch, sie erntet 20 Likes.

Ebenfalls hoch im Kurs steht die Idee, aus dem alten Bahnhöfli ein Repaircafé zu machen. Oder aber «einen Work-Laden, wo man seine Einzelteile selber zusammenflicken kann, sprich schweissen, fräsen, sägen». Dies im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe.

Auch zahlbarer Raum für lokale Vereine wird genannt, weiter sollen Kinder und Jugendliche in den alten Mauern eine Möglichkeit erhalten, um Musik zu machen, sollte zu Hause diese Möglichkeit nicht bestehen.

«Ich wünsche mir eine Bar, welche saisonal in wenigen Schritten umgestaltet werden kann.»

Krienserin zur möglichen Bahnhöfli-Nutzung

Mehr Hölle-Hölle-Hölle wünscht sich eine Person in Form einer Krienser Stadtbeach. Etwas konkreter? «Eine Beachbar mit Sand und Palmen, also eine Art Chilloutbar. Und im Winter eine Art Schneebar im Sinne einer Aprés-Ski-Hütte, mit Glühwein und Kafischnapps.» Das Ganze könne zur Fasnachtszeit in eine Fasnachtsbar umgewandelt werden. «Also eigentlich eine Bar, welche saisonal in wenigen Schritten umgestaltet werden kann», so die Facebook-Userin.

Einen gemeinsamen Nenner lässt sich bei den mannigfaltigen Ideen ausmachen. Die meisten würden sich über ein gemütliches Café wünschen. Ob sich dort Katzen oder Handwerker tummeln werden, ist dem Krienser Stadtrat überlassen.

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3 Kommentare
  1. Rudolf 1, 03.06.2021, 10:59 Uhr

    Der ökologische Renovierung müssen entsprechende Einnahmen gegenüberstehen …

  2. Richard Rüttimann, 03.06.2021, 08:21 Uhr

    Alles herzige Ideen, jedoch nur für Frühling bis Herbst. Bei Ganzjahresbetrieb brauchts eine energetische Sanierung inkl. (nichtfossiler) Heizungsanlage, was erstens sehr teuer und bei einem schützenswerten Gebäude schwierig bis unmöglich ist. Konsequenterweise gibts auch keine Solarpanels auf dem Dach.

    1. Kasimir Pfyffer, 03.06.2021, 21:55 Uhr

      Wozu energetisch sanieren? Das Stadthaus wird mit Abwärme aus dem Krienbachkanal geheizt. Und es ist ein Minergie-Bau, braucht also nur sehr wenig Raumwärme. Bahnhöfli an dieses Wärmenetz anhängen und gut ist! Die paar Kilowattstunden Verlust kann man sich locker leisten, wenn das Gebäude so charmant ist.

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