Krienser Stimmvolk hat beim Projekt Weinhalde das letzte Wort
  • Politik
Auf dem Areal Weinhalde in Kriens sollen drei Gebäude entstehen (Bildmitte). (Bild: Werner Baumgartner & Partner AG)

Referendum zustande gekommen Krienser Stimmvolk hat beim Projekt Weinhalde das letzte Wort

2 min Lesezeit 2 Kommentare 30.06.2020, 11:23 Uhr

Für die Überbauung Weinhalde muss Land umgezont werden. Das sorgt für heftige Kritik. Nun ist klar: Über die umstrittene Einzonung des Gebiets werden die Stimmbürgerinnen entscheiden.

Ein Stück Land am Sonnenberg lässt in Kriens seit geraumer Zeit die Wogen hochgehen. Gemeint ist das Gebiet Weinhalde, wo eine Überbauung geplant ist. Damit diese überhaupt realisierbar ist, muss das Areal umgezont werden (zentralplus berichtete). Ausserdem müssten einige Bäume gefällt werden.

Gegen dieses Vorhaben hagelte es heftige Kritik. Das Komitee «Vernünftiges Wachstum Kriens», bestehend aus Anwohnern, der Grünen Kriens, der IG attraktives Kriens und einem ehemaligen SVP-Einwohnerrat, ist der Meinung, dass die Stadt zu schnell wachse und es noch genügend Bauland gebe. Auch das befürchtete Verkehrsaufkommen in den Quartieren ist ein Argumentationspunkt (zentralplus berichtete).

Recht auf Einzonungen lässt sich nicht «erkaufen»

Erst letzte Woche haben die Verantwortlichen des Bauprojekts Stellung genommen. Sie erklärten, dass dank neuen Mobilitätskonzepten nicht mehr Verkehr erwartet wird und gefällte Bäume wieder aufgeforstet werden (zentralplus berichtete). Man habe viel Herzblut in das Projekt gesteckt. «Die Einzonung nun in letzter Minute mit Halb- und Unwahrheiten zu verhindern, verstösst klar gegen das Prinzip von Treu und Glauben», so der Vorwurf an die Gegner.

Diese lassen sich damit nicht einfach abspeisen. Es gebe kein Recht auf Einzonungen, schreiben sie am Dienstag in ihrer Mitteilung. Auch lasse es sich nicht durch Vorinvestitionen «erkaufen». «Mit dem Referendum können die Krienser die ihnen zustehenden, legitimen demokratischen Rechte wahrnehmen und im gesetzlich vorgegebenen Rahmen über die Entwicklung der Gemeinde mitentscheiden.» Ein professioneller Immobilieninvestor müsse sich über das Risiko im Klaren sein.

Komitee hält Fortschritt für klares Zeichen

Mit anderen Worten: Die Gegner des Projekts bleiben hartnäckig. Bereits nach der Halbzeit der Sammelfrist sind alle Unterschriften für das Referendum gegen die Einzonung beisammen, heisst es in der Mitteilung. Trotzdem wird bis zum Ablauf der Frist weitergesammelt. Ende Juli soll das Referendum dann offiziell eingereicht werden.

Bruno Bienz, Sprecher des Komitees, sieht in der schnellen Umsetzung ein klares Statement der Krienserinnen und Krienser, «dass sie mit dem ungebremsten Wachstum der Stadt nicht mehr zufrieden sind». Das Landwirtschaftsland Weinhalde soll deshalb Baulandreserve bleiben. Denn: «Bevor weitere Gebiete als Bauland freigegeben werden sollen, muss Kriens diesen Wachstumsschritt verdauen.»

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2 Kommentare
  1. Beat Tanner Fraktionschef FDP der Stadt Kriens, 30.06.2020, 15:35 Uhr

    Das Projekt Weinhalde schafft 45 attraktive Eigentumswohnungen. Sie sind in Kriens zunehmend Mangelware, nachdem in den letzten Jahren vorwiegend Mietwohnungen erstellt wurden. Damit entsteht attraktiver Wohnraum für Familien und Paare – auch für gute Steuerzahler. Die Wohnüberbauung Weinhalde leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Sanierung der Stadtfinanzen. Alleine das Bauprojekt selber spielt rund eine Million Franken in die Stadtkasse von Kriens.

    1. Tobias Mueller, 01.07.2020, 17:55 Uhr

      Dann schlage ich vor, dass wir auch noch gleich das Land unterhalb der Gabeldingenstrasse verbauen. Ein unansehlicher Grasfleck in der sonst perfekten Sonnenbergasphaltierung. Das Ehaften-Legat ist ebenfalls nur noch ein Klotz am Bein. Da entgehen der Stadtkasse weitere Millionen. Für die diletantischen finanziellen Fehlentscheide der letzten Jahrzehnte muss das schon herhalten.

      Interessenten von Wohneigentum evaluieren künftige Steuerlasten im Zusammenhang des betreffenden Objektes vor dem Kauf genau. Kriens steht in dem Fall schlecht da. Unverbautes Land mag in kommenden Tagen einer Gemeinde (‘tschuldigen, STADT…!) mehr Wert sein.

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