Krienser SP wehrt sich gegen «Alexander-Wili-Park»
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Der Platz vor dem Alterszentrum Lindenpark ist bei den Kriensern beliebt. (Bild: Stadt Kriens)

Kein Verständnis für «Personenkult» Krienser SP wehrt sich gegen «Alexander-Wili-Park»

2 min Lesezeit 02.10.2020, 19:57 Uhr

Die SP Kriens stellt sich gegen die Idee, den Lindenpark nach Alexander Wili zu benennen. Der aus liberalen Kreisen Vorgeschlagene sei «eine Persönlichkeit welche nicht nur positive Erinnerungen hervorruft».

Das 28-Millionen-Projekt Alterszentrum Lindenpark wurde im Mai in Kriens eingeweiht. Damit habe die Stadt Kriens zusammen mit der Genossenschaft Wohnen im Alter Kriens (GWAK) ein wegweisendes Wohnprojekt realisiert, würdigt die Krienser SP in einer Mitteilung das Projekt.

Selbstständig wohnen und dennoch von den Dienstleistungen der Spitex profitieren, stelle eine Win-Win-Situation dar und schliesse eine Lücke in der Altersversorgung in Kriens. Auch dass der neue Platz vor dem Alterszentrum auf Wohlwollen der Bevölkerung stosse, zeige «wie wichtig naturnahe Plätze der Bevölkerung sind».

Alexander Wili, ein verdienstvoller Krienser Liberaler

In Kreisen von SVP, CVP und FDP entstand nun die Idee, diesen Platz nach Alexander Wili zu benennen. Er gilt als «liberales Urgestein» der Gemeinde. Wili, heute 90 Jahre alt, hat sich schweizweit intensiv für das gemeinnützige genossenschaftliche Bauen eingesetzt und rund 200 Baugenossenschaften gegründet.

Zudem hat er in Kriens viele gemeinnützige Organisationen gegründet und geleitet, etwa Pro Schauensee, Pro Sonnenberg oder Pro Hergiswald. Für sein Engagement hat ihm der Luzerner Regierungsrat im Januar den Anerkennungspreis verliehen (zentralplus berichtete).

Doch: Dass nun die Stadt Kriens diesen Platz nach einer noch lebenden Persönlichkeit benennen soll, passt laut der SP «weder zum heutigen Zeitgeist noch zur gängigen Praxis. Darum lehnen wir einen solchen Personenkult ab.»

Wili wurde von der Luzerner Regierung geehrt

Alexander Wili (90) habe zweifelsohne viel für Kriens geleistet. Allerdings sei Wilis Rolle bei der Militärjustiz im Rückblick sehr kritisch zu beurteilen, moniert die SP. Er habe dort in seiner Funktion lange Haftstrafen gegen Dienstverweigerer gefordert und ausgesprochen. «Oft weit längere als es nach damaligem Recht notwendig gewesen wäre», wie die SP schreibt.

So wecke Alexander Willi nicht bei allen Zeitgenossen gute Erinnerungen, ist die SP überzeugt. «Wir sind froh, dass Menschen, die aus Gewissensgründen den Militärdienst verweigern, seit 1996 entkriminalisiert werden und heute Zivildienst leisten können.»

Wenn schon, dann wäre der SP eine Frau lieber gewesen

Schliesslich stellt sich die SP die Frage, wie die Bürgerlichen die Kriterien für eine solche Ernennung gesetzt haben. «Es gab durchaus auch Frauen, die hervorragendes geleistet haben und es daher auch verdient hätten gewürdigt zu werden.» Hier fehle es «den bürgerlichen Parteien in Kriens offenbar am nötigen Einfühlungsvermögen».

Es ist darum nach Meinung der SP Kriens nicht angebracht, den Platz vor dem Alterszentrum Lindenpark nach ihm zu benennen.

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