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Krienser Finanzkrise: Der Sonnenbergbahn droht das Aus
  • Politik
Die Zukunft der Sonnenbergbahn ist ungewiss. (Bild: zvg)

Falls Steuererhöhung ins Wasser fällt Krienser Finanzkrise: Der Sonnenbergbahn droht das Aus

3 min Lesezeit 8 Kommentare 30.05.2020, 05:37 Uhr

Um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen, ist der Krienser Stadtrat zum Äussersten bereit. Im Notfall sollen überlebenswichtige Beiträge an diverse Krienser Institutionen gestrichen werden. Für die Sonnenbergbahn wäre es das Ende.

Wer die Website der Stadt Kriens aufruft, sieht als Erstes die Sonnenbergbahn. Im Hintergrund der mächtige Pilatus, vorne die Silhouette der kleinen Bergbahn. Seit 1902 kraxeln die «blauen Bähnli» den Sonnenberg hinauf und hinunter.  Die «Bähnlimanne» – eine Gruppe Pensionierter, die als Wagenführer im Einsatz stehen – sind Kult.

Die Sonnenbergbahn ist de facto ein Wahrzeichen der Stadt Kriens. Nur steht Kriens gerade finanziell am Abgrund. Um den Absturz zu verhindern, präsentierte der Stadtrat diese Woche eine neue Finanzstrategie (zentralplus berichtete). An jeder möglichen Ecke soll gespart werden. Selbst der Status als Wahrzeichen schützt davor nicht.

Steuererhöhung oder Kahlschlag

Der Stadtrat hat einen Plan A und einen Plan B. Plan A sieht eine Steuererhöhung um 1/10 Einheiten vor. Der Vorschlag ist mit einer deutlichen Drohung verbunden: «Falls die Steuererhöhung im Einwohnerrat oder beim Volk keine Mehrheit erhalten würde, müsste der Stadtrat als Plan B auch bisherige Tabus anpacken», ist in der neuen Finanzstrategie zu lesen. In der Praxis heisst das, dass «sämtliche freiwilligen Leistungen der Stadt zur Disposition» stehen.

Die Beiträge der Stadt Kriens an die Sonnenbergbahn sind eine solche freiwillige Leistung. Sie belaufen sich auf rund 200’000 Franken. 85’000 Franken davon werden jährlich als direkter Beitrag an die Sonnenberg  AG überwiesen. Der grosse Rest sind Leistungen, die durch Mitarbeiter der Stadt – sie ist Haupteignerin der Bahn – ausgeführt werden. Darin enthalten sind etwa der technische Unterhalt der Bahn und die Betriebsleitung.

Hoher emotionaler Wert

Zur Einordnung: Gemäss den aktuellsten Zahlen (2018) beliefen sich die Erträge aus dem Personenverkehr auf rund 189’000 Franken. Der Jahresgewinn lag bei etwas über 4’000 Franken. Ein Goldesel ist die Bahn also definitiv nicht.

Die kleine Bergbahn, die jährlich rund 48’000 Fahrgäste transportiert, hat vielmehr identitätsstiftenden Wert für Kriens. Dessen ist sich der Stadtrat bewusst: «Wir sind aber leider Gottes in der Situation, konkrete Massnahmen aufzeigen zu müssen, wie man die Finanzen wieder auf Kurs bringen kann», sagt Finanzdirektor Franco Faé auf Anfrage.

«Es muss jetzt jedem bewusst sein, dass es unserer Stadt ans Lebendige geht.»

Franco Faé, Finanzdirektor

Würden die 200’000 Franken tatsächlich wegfallen, wäre das mit grösster Wahrscheinlichkeit das Ende der Sonnenbergbahn. «Es ist wirklich kein Szenario, das wir uns wünschen. Aber es ist auch nicht so, dass noch nie Vergleichbares passiert wäre», sagt Franco Faé und verweist auf die mittlerweile verschwundene Dietschibergbahn in der Stadt Luzern. Faé appelliert deshalb an die Politik wie auch an die Bevölkerung: «Es muss jetzt jedem bewusst sein, dass es unserer Stadt ans Lebendige geht.» 

Bereits vor 50 Jahren drohte die Schliessung

Die Sonnenbergbahn schon einige Krisen durchlebt. Beispielsweise Ende der 1960er-Jahre, als eine Stilllegung nur knapp verhindert werden konnte. Seither ging es aber beständig aufwärts – wortwörtlich wie auch im übertragenen Sinn.

Am 6. Juni beginnt die aktuelle Saison der Sonnenbergbahn. Ob weitere folgen werden, liegt in der Hand der Krienser.

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8 Kommentare
  1. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 02.06.2020, 09:46 Uhr

    Soll jetzt ruhig noch die Pilatusaren (Turmbau zu Babel) gebaut werden. Heissa, dies wird das glühende Mahnmal, weit hinaus sichtbar, der Krienser Misswirtschaft aufgrund verfehlter Planung. Allerdings, muss man nüchtern feststellen: Der Krienser Souverän trägt auch einen nicht unerheblichen Teil der Verantwortung für dieses Debakel!

  2. Hans Hafen, 01.06.2020, 19:51 Uhr

    Kriens, dieser Scherbenhaufen, befindet sich im freien Fall!

  3. Toni Meier, 01.06.2020, 07:29 Uhr

    Was bedenklich ist, dass sich der Hobby Gemeinderat sich ihre Denkmäler setzen konnte und jetzt wie R.. das sinkende Schiff verlassen. Eine grandiose Leistung!

  4. Kurt Schürmann, 31.05.2020, 13:21 Uhr

    Jetzt haben wir in Kriens das Desaster! Ein riesiges Defizit und nun droht man uns mit drastischen, unumgänglichen Massnahmen, wie 1/10 Steuererhöhung als Erstes und so wie die Regierung rechnet und budgetiert, ist das dann wohl kaum das Ende der Fahnenstange. Kommt diese Steuererhöhung nicht durch, dann wird mit Kahlschlag durch Sparmassnahmen gedroht, die uns allen weh tun sollen.

    Die jahrelangen Fehler der verantwortlichen Politiker sollen nun auf dem Buckel der Einwohner und Steuerzahler von Kriens ausgebügelt werden. Man gibt das (Steuer-) Geld mit vollen Händen aus und geht davon aus, dass im schlimmsten Falle der Steuerzahler dann schon zur Kasse gebeten werden kann. So ticken die Linken und Grünen und die sind nicht nur in den einschlägigen Parteien zu finden!

    Nur schon das Budget für 2020, mit angeblich zusätzlichen Steuereinnahmen durch Neuzuzüger in Millionenhöhe, lässt einem aufhorchen.

    Man muss beileibe kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass solche wenig attriaktive Neubauten, wie Matten-, Schweighof und die „Sehenswürdigkeit“ Teigi-Areal, nur ganz wenige gute Steuerzahler (und falls doch, meist nur vorübergehend) anziehen. Gute betuchte kommen nur an Orte, wo attraktive Eigentumswohnugen, mit mindestens 2 Garagenplätzen (ab 3.5-Zi-Wng), Diskretion und guter Infrastruktur, etc. angeboten werden.

    Jetzt kommen noch weitere Neubauten, mit vorwiegend Wohnungen, zum Teil mit zum Teil riesigen Hochhäusern (Mattenhof, Schlund, Eichhof, Autobahnüberdachung Bypass, Bell-Areal, um nur einige zu nennen) dazu. Die erhofften finanzstaken Zuzüger – abgesehen vom kleineren Anteil bei Eigentumswohnungen – bleiben erneut aus.

    Würde mich auch sehr überraschen, wenn die in Kriens ansässigen Unternehmer bei diesen Bauvergaben gross Berücksichtigung fänden. Somit wird auch dort kein höheres Steuereinkommen anfallen.

    Gute in Kriens ansässige Steuerzahler verärgert man dann, dass man Ihnen hässlicher Betonbauten vor die Nase stellt, die Aussicht verbaut und die Grudstücke abwertet. Früher oder später werden diese der Stadt Kriens auch noch den Rücken zuwenden.

    Anstatt zu hoffen, man kriege neue und gute Steuerzahler mit unmengen von nicht gerade attraktiven Neubauten, wäre es viel effizienter und einfacher, zu den heute schon in Kriens ansässigen, guten Steuerzahlern 7 KMU’s Sorge zu tragen. Das würde sich herumsprechen (Propaganda) und neue potentielle Steuerzahler anziehen. Das Vergraulen von Reichen und vermehrte Abzocken durch die Stadt Kriens, spricht sich aber auch herum!

    Zu guter Letzt gibt es doch noch das Sprichwort: Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not! Das kennen links/grüne Kreise aber nicht einmal vom Hörensagen!

  5. Evelyne Ineichen, 31.05.2020, 09:52 Uhr

    Es musste ja soweit kommen. Die falschen Leute an der Spitze. Geld verlochen in Bauten mit Architekturverbrechen. Wichtig ist aber, alles mit „grünem“ Tatsch. Wichtigste Planung: Veloabstellplätze (da prov. nicht nur der Velofahrer, sondern auch der Velohändler) und grüne „Gärtli“ zum Verweilen und Mohnblümchen pflanzen. Dort wohnen immerhin Leute mit Kultur, anstatt Sonnenschirme spannt man Bettlacken von Balkon zu Balkon, anstatt Gartenstühle lagert man Bierkisten auf den Sitzplätzen. Im gemeinsamen zentralgelegenen Sitzplatz, umgeben von stehenden und liegenden Velos, raucht man die Friedenspfeife oder genehmigt man sich einen Joint. Leerstehende Wohnung nach und nach. Wer will denn schon in Kriens im Getto wohnen und dafür auch noch Steuern bezahlen? Die schönsten historischen Gegenstände verschwinden (Gemeindehaus, Sonnenbergbahn etc.). Angefangen hat alles mit dem Verschwinden der schönen Linde. Was für ein Verbrechen. Desaster perfekt, nun bedroht man einmal mehr den Steuerzahler. Ich hoffe dieses Mal, dass das Stimmvolk hart bleibt. Es braucht keine Sonnenbergbahn mehr, Sehenswürdigkeiten in Kriens gibt es keine mehr. Leute es gibt wunderschöne Ausflugsziele in die naheliegenden Wandergebiete und dort habt Ihr erst noch genügend gratis Parkplätze. Fazit: Es braucht dringend einen Wechsel in der Regierung. Einige gehen freiwillig, Gott sei gedankt und die anderen werden hoffentlich noch gegangen werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt, damit meine ich, dass endlich gute und vor allem keine „links/Grünen“ Leute die Kraft aufbringen und die in den Boden gestampfte „Stadt“ Kriens wieder aufbauen können.

    1. Remo Genzoli, 02.06.2020, 23:11 Uhr

      „alles mit grünem tatsch“, „veloabstellplätzli“, „grüne gärtli zum verweilen“ usw.
      moment, ehm, wurde kriens nicht immer von einer stockbürgerlichen mehrheit regiert, die eigentlich für alle die von ihnen beklagten missstände zur verantwortung gezogen werden sollte?

  6. Dörflinger André, 30.05.2020, 23:45 Uhr

    Man hinterfrage doch mal, wo das viele Steuer-Geld in den letzten 20 Jahren hingeflossen ist in Luzern….> in den hochstaplerischen KKL und in Kriens ? wohin?….

  7. Müller, 30.05.2020, 10:35 Uhr

    Kriens eine Stadt die von Anfang an dem Konkurs geweiht ist, die Bauten hässlich überall irgendwas ,da ein wenig Schweighof, da Mattenhof noch heute 80 % der Wohnungen nicht vermietet kein Direkter Anschluss mit der Bahn in die Stadt die Sanierung Bell daneben, die Sonnenbergbahn war nie Rentabel da fehlt der Kick auf dem Sonnenberg und so lange die Autos auf den Sonnenberg Fahren dürfen kein Wunder, Soryy meine Meinung es gibt schönere Orte.

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