Kriens verteidigt Buslinie, die mitten durch Spielzone führen soll
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Die Quartiere Sonnenberg und Dattenberg werden durch eine neue Buslinie miteinander verbunden. (Bild: Stadt Kriens)

Stadtrat verärgert Anwohner Kriens verteidigt Buslinie, die mitten durch Spielzone führen soll

4 min Lesezeit 16 Kommentare 04.06.2021, 05:00 Uhr

Die Stadt Kriens spricht von einer Verbesserung des Busangebots, Anwohner von der unnötigen Zerstörung eines Spielplatzes. Nun nimmt der Stadtrat Stellung.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – wer kann da schon widerstehen? Schade nur, wenn dabei neben den zwei Fliegen auch gleich noch ein Marienkäferchen plattgeklatscht wird. Genau das könnte der Stadt Kriens am Sonnenberg aber passieren.

Mit dem Fahrplanwechsel 2022 sollen die beiden Buslinien 11 und 15 verknüpft werden. Heute kurvt der 11er vom Bahnhof Luzern aus den Sonneberg hoch, während der 15er die Wohnquartiere am Hang des Sonnebergs von Kriens aus anfährt. Durch die Verbindung der beiden Linien erhalten alle Anwohner des Sonnenbergs einen direkten Anschluss nach Luzern. Zudem könnte die Stadt Kriens so auch Geld sparen, da die Linie 15 sich nur einer schwachen Nachfrage erfreut und damit zu einem tiefen Kostendeckungsgrad beiträgt (zentralplus berichtete). Zwei Fliegen mit einer Klappe also.

Fünf Meter breite Busspur direkt neben Spielplatz

Die Stadt Kriens kommt zum Schluss, dass eine Route via Sonnenbergstrasse die beste Lösung für diese neue Busroute ist. Das Problem: Die Sonnenbergstrasse verläuft heute nicht durchgehend. Stattdessen besteht im Gebiet Dattenbergrain eine Stelle, auf der nur Fussgänger und Velofahrerinnen passieren können. Zudem befindet sich daneben ein Spielplatz – das Marienkäferchen dieser Geschichte.

Das Gelände um den Spielplatz herum soll nun teilweise abgetragen werden, um einer fünf Meter breiten Busspur Platz zu machen. Da der Spielplatz gegen oben versetzt ist, kommt die Stadt Kriens zum Schluss, dass der Spielplatz erhalten bleibt (zentralplus berichtete).

Die Visualisierung zeigt, wo die Busroute das Umfeld des Spielplatzes tangieren würde:

Visualisierung: Stadt Kriens.

Realität: Spielplatz ist zu klein, Spielfläche drumherum

Technisch gesehen wird die Spielfläche des Spielplatzes nicht direkt durch die Buslinie tangiert. Die Realität vor Ort ist jedoch eine andere. Tatsache ist, dass das Spiel der Kinder sich in keiner Weise nur auf die eine Schaukel und die kleine Rutschbahn beschränkt, welche der karge Spielplatz bietet.

Stattdessen haben Kinder von jeher die beiden Sackgassen um den Spielplatz herum als Spielraum genutzt. Hier lernt man Velofahren, spielt Fangis und Fussball oder «Chridelet». Kurz: Es ist eine beliebte Spiel- und Begegnungszone für das gesamte Quartier.

Abgesehen davon, dass die Dimension des Spielplatzes schon heute in keinem Verhältnis zur Grösse des dortigen Quartiers steht, ist es auch der einzige in der Gegend. Der nächstgelegene Spielplatz ist beim Schulhaus Gabeldingen zu finden – rund 800 Meter entfernt und ein gutes Stück weiter oben am Hang.

Anwohner sehen in erster Linie eine Sparübung

Die angebliche «Unversehrtheit» des Spielplatzes, trotz Buslinie, die mitten durch die Spiel- und Begegnungszone führt, hat einige Anwohner irritiert. «Bäche werden renaturalisiert, Strassen entschleunigt,
nur die Stadt Kriens hat das Gefühl, aus einer Oase und Begegnungszone eine unnötige Durchgangsstrasse zu realisieren», lautet etwa ein Leserkommentar auf zentralplus.

Gleich mehrere Kommentatoren – manche von ihnen sind Anwohner – kritisieren, dass es die einzig echte Motivation der Stadt Kriens sei, die ungeliebte Linie 15 nicht mehr finanzieren zu müssen – auf Kosten der Sicherheit im Quartier. Eine echte Nachfrage nach einer direkten Verbindung nach Luzern bestehe hingegen nicht wirklich. Die Sparvorwürfe gehen auf die Tatsache zurück, dass Kriens derzeit mit klammen Kassen zu kämpfen hat (zentralplus berichtete).

Stadtrat weist Sparvorwurf zurück

Dass Sparbemühungen die Hauptmotivation der Stadt Kriens an dieser Zusammenlegung seien, weist Bauvorsteher Maurus Frey entschieden zurück. Stattdessen sei die Attraktivierung des ÖV-Angebotes der Treiber. «Es ist ein Gebot der Stunde, dass wir attraktive ÖV-Verbindungen schaffen. Nur sie helfen mit, noch mehr Menschen zum Umsteigen zu bewegen und so den Individualverkehr zu reduzieren.»

«Wir sehen dies als klare Aufwertung auch mit Blick auf die Identifikation.»

Maurus Frey, Stadtrat Kriens

Im Fall der neuen Linie am Sonnenberg würde die Fahrzeit von der Bergstrasse zum Bahnhof Luzern von 30 auf 15 Minuten halbiert und damit zu einer extrem interessanten Alternative, argumentiert Frey. Die direkte Verbindung zum Bahnhof Luzern wäre demnach gerade für Pendlerinnen ein deutlicher Gewinn. Dazu würde auch das Gebiet Dattenberg an Kriens angebunden. «Wir sehen dies als klare Aufwertung auch mit Blick auf die Identifikation. Die direkte Busanbindung ins Zentrum von Kriens unterstreicht dies.»

Attraktivere Linie soll mehr Buspendler anlocken

Die Vorzüge einer solchen Verbindung sind unbestreitbar. Ob seitens der Anwohner jedoch auch ein echtes Bedürfnis dafür besteht, können weder die Stadt Kriens noch der Verkehrsverbund Luzern (VVL) – der Verbund bestellt die ÖV-Leistungen – direkt beantworten. Stattdessen gehen beide Parteien davon aus, dass die tiefe Auslastung auf die Unattraktivität der Linien zurückzuführen sei – dies treffe besonders bei der Linie 15 zu.

«Die kürzere Reisezeit und der alternative Reiseweg ist insbesondere auch zu den Hauptverkehrszeiten sehr attraktiv, wenn die Linie 1 auf der Luzernerstrasse wegen des hohen Verkehrsaufkommens häufig verspätet verkehrt», erklärt VVL-Mediensprecher Romeo Degiacomi und fügt an: «Das ÖV-Angebot muss deshalb laufend weiterentwickelt werden, um seine Attraktivität zu bewahren.»

Bauvorsteher Maurus Frey verweist hingegen darauf, dass schon «seit Jahrzehnten nach solchen Möglichkeiten zur Attraktivierung gesucht» werde. So gehe die Attraktivierung des Busangebots am Sonnenberg bereits aus dem Gestaltungsplan für das Gebiet Oberdattenberg aus dem Jahr 1976 hervor. «Eine der Ideen ist seit ebenso langer Zeit die Verbindung der beiden Quartiere durch den ÖV, statt zwei Quartiere getrennt durch zwei ÖV-Linien zu erschliessen.»

45-jähriger Gestaltungsplan ebnet den Weg

Der angesprochene Gestaltungsplan von 1976 führt den auch direkt zurück zum Spielplatz an der Sonnenbergstrasse. An einer kürzlich durchgeführten Präsentation für Anwohner informierte die Stadt diese darüber, dass der Spielplatz gemäss Gestaltungsplan von 1976 «ausdrücklich als Provisorium zu verstehen» sei und dürfe keine dauerhaften baulichen Anlagen im Bereich des Strassentrassees aufweisen. Im Gestaltungsplan wird zudem ausgewiesen, dass «das notwendige Land für die Verbindungsstrasse inklusive Trottoir (Sonnenbergstrasse–Bergstrasse) zu gegebener Zeit kostenlos abzutreten» sei.

Hier stellt sich die Frage, ob ein 45-jähriger Gestaltungsplan in irgendeiner Weise die heutigen Gegebenheiten des Quartiers und die gesellschaftlichen Ansprüche auf solche Lebens- und Begegnungsräume widerspiegelt. Stadtrat Frey hält dagegen, dass die ÖV-Versorgung der Quartiere durchaus ein gesellschaftlicher Anspruch ist. «Dies ist auch längst so etwas wie eine Erwartungshaltung. In der Kuonimatt etwa kämpft die Bevölkerung dafür, dass ihr Quartier erschlossen bleibt und die Busführung nicht auf die nahe Ringstrasse verlegt wird. Am Sonnenberg erleben wir jetzt das Gegenteil. Da versuchen wir das ÖV-Angebot durch eine Direktverbindung in die Zentren von Kriens und Luzern attraktiver zu machen»

Spielplatz ist nicht Aufgabe der Stadt

Aber nochmals zurück zum Spielplatz und zu dessen Nutzern. Tatsache ist, dass eine Überbauung wie die dortige heute nicht mehr ohne adäquaten Spielplatz bewilligt werden würde. Auch der Krienser Stadtrat ist sich dessen bewusst, stellt aber klar: «In Quartieren genügend grosse private Spielfächen für Kinder zu schaffen, ist nicht in erster Linie Aufgabe der öffentlichen Hand, sondern der jeweiligen privaten Bauherrschaften in den Quartieren», so Frey. Er verweist nochmals darauf, dass die «primäre Spielfläche des Spielplatzes in vollem Umfang erhalten» bleibe.

«Das betroffene Quartier hat im Gegensatz zu vielen anderen Quartieren in Kriens das Privileg, dass der Gigeliwald kaum 100 Meter Luftlinie entfernt liegt.»

Stadtrat Maurus Frey

Der Umstand, dass eben auch die heute praktisch autofreien Plätze um den Spielplatz herum genutzt werden, sei dem Stadtrat bewusst. «Durch diese Zusatznutzung darf der Weg aber nicht automatisch als Spielplatz gelten und deshalb jegliche andere Nutzung verunmöglichen», sagt Stadtrat Frey und fügt an: «Das betroffene Quartier hat im Gegensatz zu vielen anderen Quartieren in Kriens das Privileg, dass der Gigeliwald kaum 100 Meter Luftlinie entfernt liegt.»

90'000 Franken sprechen gegen Plan B

Bleibt die Frage, was gegen den Plan B spricht. Neben der Linienführung über die Sonnenbergstrasse wäre nämlich auch eine via die Obere Dattenbergstrasse möglich. Diese verläuft zwar zwei Häuserzeilen weiter unten parallel zu Sonnenbergstrasse, ist dafür aber durchgehend.

Hier ist man letztlich dann doch bei einer simplen Kostenfrage angelangt. Die jetzt favorisierte Version auf der Sonnenbergstrasse würde mit allen Massnahmen rund 110'000 Franken kosten. Gemäss Frey würde die andere Lösung über die Obere Dattenbergstrasse mit geschätzten 200'000 Franken zu Buche schlagen. «Diese Schätzungen stammen aus dem Jahr 2004 – wir können davon ausgehen, dass diese Beträge heute eher höher ausfallen werden.»

Im vorliegenden Fall werde die Durchfahrt der Busse ermöglicht, fasst Maurus Frey die Haltung des Stadtrats zusammen. «Das wird die Nutzung als Spielfläche stark einschränken. Die Strasse wurde jedoch nicht zum Spielzweck gebaut.» Im Dezember 2022 soll der Strassenabschnitt demnach seinem neuen Zweck zugeführt werden.

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16 Kommentare
  1. René Stalder, 06.06.2021, 21:15 Uhr

    Bäche werden renaturalisiert, Strassen entschleunigt,
    nur die Stadt Kriens hat das Gefühl aus einer Oase und Begegnungszone eine unnötige Durchgangsstrasse zu realisieren.

    Diese Verbindung ist eine Zwängerei und überhaupt nicht durchdacht. Die Art und Weise wie die Stadt Kriens die Betroffenen informiert ist absolut dilettantisch. Zudem droht uns die Stadt Kriens den Bus wegzunehmen, wenn wir nicht kooperieren, dekadent.

    Es hat keinen Platz für Spielplatz, Trottoir und Bus. Es hat keinen Platz für alle drei. Im weiteren erzielt die Busverbindung keine Passagiererhöhung, da die neue Buslinie durch sehr einwohnerarme Quartiere fährt.

    Versteht die Stadt Kriens das Wort Solidaritätsprinzip? Es gibt immer Buslinien die mehr oder weniger ausgelastet sind. Durch die Durchgangsstrasse wird eine einzigartige Oase und Begegnungszone zerstört.

    Ich hoffe auf den Guten Willen der Stadt Kriens.

  2. Jasmin L., 06.06.2021, 20:00 Uhr

    Geschätzer Herr Maurus Frey
    Es ist ein Privileg in der Nähe des Gigeliwalds zu leben. Da haben Sie vollkommen recht! Nun meine Frage: Sollen der Sandkasten, die Schaukel und das Gärtchen auch dorthin verlegt werden wenn unsere Kinder schon dort spielen sollen?Ich bin mir da nicht ganz sicher ob das beim Stadtrat positiv ankommen würde? Die Stadt müsste ja dann wohl die Umsiedlung der Spiel- und Begegnungszone finanzieren wenn diese Zone der Buslinie Platz machen soll. Oder liegt es nicht in der Verantwortung der Stadt, Ersatz für Verlust auf privatem Grund zu zu leisten? In jeder Neubausiedlung ist es ein „ Muss“ einen sicheren Spielplatz zu errichten. Auch das vollkommen richtig! Unser Quartier hat sich diesen modernen Anforderungen gemeinsam gestellt und den Spielplatz aus eigenen Mitteln finanziert. Bravo! Sowas nennt man Sozialverantwortung. Wäre ja schon etwas seltsam wenn mitten durch die Neubausiedlung unten in der Stadt der Bus durch die Begegnungs- und Spielzone fahren würde, finden Sie nicht?
    Ganz ehrlich: Die Gefahr ist definitiv zu gross, das Unfallrisiko massiv und ich denke interessant für alle Beteiligten und nicht Beteiligten würde es erst richtig werden, wenn ein Kind in den Bus springt. Wo sehen Sie geschätzer Herr Frey Ihre Sozialverantwortung in diesem mit Finanzproblemen beladenen Buslinienprojekt?

  3. madtax, 05.06.2021, 17:40 Uhr

    Die Obere Dattenbergstrasse ist für den Bus eigentlich zu schmal und es gibt kein Trottoir, nur einen Fussgänger Längsstreifen.
    Zudem gibt es auch dort spielende Kinder, die dann aber nicht durch über 2 m Höhe und einen Haag vor dem Verkehr geschützt sind!
    Der betroffene Spielplatz wurde unter dem Vorbehalt einer allfälligen Buslinienerweiterung bewilligt. Die Überbauung hat es also verpasst bei der Planung an einen Spielplatz innerhalb ihres Areals zu denken.
    Die VBL und die Stadt Kriens gehen trotzdem grosszügigerweise auf das Anliegen ein und belassen den ganzen Spielplatz an sich.

    1. Cinderella, 05.06.2021, 17:56 Uhr

      Wenn man in der Oberen Dattenbergstrasse gleich vorgehen würde mit dem alten Gestaltungsplan von 1976 wie beim Spielplatz (Sonnenberg/Dattenberg) müssten alle Anwohner einen Meter ihres Landes für ein Trottoir (auf der Seite, wo jetzt ersatzweise ein gelber Streifen aufgemalt ist) hergeben.

  4. Stalder, 04.06.2021, 16:30 Uhr

    Die von der Stadt Kriens vorgeschlagene Variante „50/50“ ist viel zu gefährlich.
    Sollen die Kinder bei einer Busdurchfahrt in die Böschung hüpfen?!?
    Jedoch die Variante „getrennt“ führt zu keiner Abhilfe:
    Dann ist der Spielplatz total zerstört.

  5. C. Habermacher, 04.06.2021, 15:14 Uhr

    Ich möchte mal sehen, was Maurus Frey dazu sagen würde, wenn eine Buslinie mitten durch die Lebens- und Spielzone seiner Teiggi führen würde. Dies wäre ebenso unsinnig wie an der Sonnenbergstrasse, obwohl auch die dortigen Bewohner das «Privileg» haben, den «Amlehnpark» ganz in der Nähe zu haben. Mit Verlaub, aber diese Argumentation ist Blödsinn.

    Recht hat Maurus Frey jedoch mit der Aussage, dass es Sache der privaten Bauherrschaften ist, private Spielplätze zu erstellen. Genau dies haben die Grundeigentümer gemacht – und zwar am einzigen Ort weit und breit, wo dies überhaupt noch möglich war. Ebenso haben sie immer Wert darauf gelegt, dass die Sackgasse nicht für den Verkehr geöffnet wird, um damit auch die weiteren Spielzonen um den winzigen Spielplatz zu erhalten. Diese liegen notabene auf privatem Grund, was nicht mit einer (öffentlichen) Strasse zu verwechseln ist. Die Spielzonen sind zwar asphaltiert, Verkehr gibt es dort aber keinen.

    Als der Gestaltungsplan 1976 erstellt wurde, sah die Welt noch ganz anders aus. Würde die Überbauung heute erstellt, müsste die Spielfläche viel grösser sein, was angesichts des grossen Einzugsgebietes auch gerechtfertigt wäre. Wie umsichtig und nachhaltig ist wohl die städtische Verkehrsplanung, wenn sie sogar diese kleine Fläche zugunsten einer Buslinie opfert, deren Bedarf sie nicht einmal nachzuweisen vermag? Attraktive Spiel- und Begegnungszonen sind ebenso ein gesellschaftlicher Anspruch!

    Trotzdem plant die Stadt Kriens, die Grundeigentümer zu enteignen und bekräftigt gleichzeitig, die Sicherheit der Kinder sei das höchste Gut. Wenn dem so wäre, würde die Buslinie über die Obere Dattenbergstrasse geführt – und dafür die höheren Kosten in Kauf genommen – oder ganz auf die Zusammenlegung der Buslinien verzichtet.

    Leider ist es aber halt doch so, dass es vor allem ums Geld geht. Seinen Wahlspruch «Für grün statt grau» scheint Maurus Frey bereits vergessen zu haben…

  6. Jörg, 04.06.2021, 14:01 Uhr

    Naj dann baut halt einen Tunnel unten durch und all sind zufrieden, oder Endstation vor dem Spielplatz man läuft die ca 200 m durch die Sackgasse und steigt dort in den nächsten Bus

  7. Anwoner, 04.06.2021, 11:00 Uhr

    «Grau statt Grün» statt «Grün statt Grau» – so wie Maurus Frey’s Wahlkampfslogan?

    Der Einschnitt in das Quariter ist viel tiefgreifender als lediglich eine Anpassung einer Grünanlage. Der Spielplatz bzw. der erweiterte Spielraum ist sozialer Treffpunkt und Begegnungsort für das Ganze Quartier – für Gross und Klein (Sonnenbergstrasse, Dattenbergrain, Bergstrasse und sogar Ober Dattenbergstrasse). Dieser wird de facto zunichte und unbrauchbar gemacht.

    Dass sich das Quartier in einem Umbruch befindet, dem wird keine Rechnung getragen.
    Es gab in den letzten Jahren viele neu zugezogene, junge Familien die sich bewusst für das Quartier entschieden haben – genau wegen den Sackgassen und der Begegnungszone. Hier wird mit partizipativen Privaten Initiativen und mit viel Herzblut die Begegnungszone aufgewertet, da der Erhalt dieser qualitativ sehr hochwertigen Zone in offenkundiges Anliegen der Anwohner ist.

    Die von der Stadt Kriens gezeigte Visualisierung ist irreführend um nicht zu sagen schlichtweg falsch. Die Linienführung stimmt so nicht und die Perspektive seitens der Stadt gut gewählt. Denn das sich der Bus 2m vor einem Wohnhaus durchzwängen muss ist nicht ersichtlich. Die Kinder dürften in Zukunft 1-2m vom Busdach entfernt spielen, was gefährlich werden wird.

    Auch die Situation mit der Treppenanlage ist in meinen Augen noch nicht durchdacht. Dies führt zusammen mit den herabrasenden motorisierten, elektrifizierten oder muskelbetriebenen Zweirädern zu einer brandgefährlichen Situation – für Gross und Klein.

    1. Renggloch Böög, 04.06.2021, 12:39 Uhr

      Kann man so sehen, wie Sie, ist aber auch etwas schönfärberisch geschrieben. Ihre Ansicht kurz ausgedeutscht:

      – Ihr sog. erweiterter Spielraum ist nichts anderes als eine öffentliche Strasse
      – Da es sich um eine öffentliche Strasse handelt, müssten den „bewusst“ zugezogenen Familien eigentlich klar sein, dass der Zustand der Sackgasse jederzeit ändern kann
      – Die „bewusst“ zugezogenen Familien hätten sich jederzeit VOR dem bewussten Zuzug über den Gestaltungsplan und den provisorischen Spielplatz erkundigen können
      – Die Sonnenbergstrasse ist eine Quartierstrasse, keine Begegnungszone
      – Klärt die Kinder über die Gefahren eines durchfahrenden Busses auf, dann ist der Bus auch kein Problem mehr
      – Da entsteht keine Durchfahrtsstrasse! weder für den herabrasenden motorisierten Verkehr, noch für irgendwelche Zweiräder. Es kommt ein Senkpoller hin, welcher die Durchfahrt nur dem Bus ermöglicht. Rasen da Zweiräder vorbei, so ist NICHT der Bus das Problem.

      Mit ihrer offensichtlichen Ablehnung gegenüber jeglichem Verkehr (zwei- und vierrädrig, elektrisch oder muskelbetrieben) entlarven sie Ihre wahren Hintergründe im Prinzip selber.

      Und wie schon erwähnt, in diesem Fall dienen die Kinder eher zum Zweck, sich die Ruhe zu bewahren und die Emissionen eines kleinen Quartierbusses vom Leibe zu halten. Sollen diese „Nachteile“ lieber andere erfahren…… Aber wehe der Bus wird mangels Rentabilität eingestellt, dann schiebt man wieder die Kinder vor, da diese armen, armen Kinder nicht mehr zur Schule können ohne sich im Quartierverkehr zu bewegen.

    2. Tobias Mueller, 04.06.2021, 14:40 Uhr

      @Renggloch Böög: Ihr Beitrag hat mich erheitert. Tatsächlich hat das verkrampft politisch korrekt geprägte Wort «Begegnungszone» seit den späten 90ern zu einer Verwirrung und Verwischung von verkehrstechnischen Definitionen geführt. Und das nicht nur auf Strassen bezogen – bedenke man, was «Begegnung» sonst noch bedeuten kann.

      Es wäre hilfreich, wenn mehr Details über die so viel höheren Kosten der Option Obere Dattenbergstrasse genannt würden. Die Strasse wird vom Busbetreiber seit Jahrzehnten schon benutzt.

    3. Funzzi, 04.06.2021, 17:18 Uhr

      @rängglochbögg
      Soweit ich informiert bin, ist die Strasser bis jetzt privat und würde enteignet werden. Also verständlich, dass dies Widerstände gibt

    4. Michael, 05.06.2021, 00:46 Uhr

      @Renggloch Böög «Sollen den Lärm doch andere haben» –> Danke!

  8. Renggloch Böög, 04.06.2021, 10:18 Uhr

    So wie ich das Ganze beurteile dient bei dieser Diskussion der Spielplatz nur als Mittel zum Zweck. Bei diesem Thema werden Kinder und Spielplatz missbraucht, um sich die Sackgasse und die damit verbundene Ruhe im Quartier zu bewahren. Fakt ist, eine Strasse ist kein Spielplatz! Statt zu «helikoptern» würden diese Eltern ihren Kindern g’scheiter das ordentliche Verhalten an einer Strasse beibringen. Zudem die provisorische Nutzung bereits im Gestaltungsplan, und sei der noch so alt, niedergeschrieben wurde.

    1. Hans Müller, 04.06.2021, 13:21 Uhr

      Sie waren offenbar noch nie vor Ort, sonst wüssten Sie folgendes:

      1. Den Lärm haben wir bereits von der Autobahn.
      2. Aktuell müssen die Eltern zum Glück keine Helikopter sein und können ihre Kids auch mal unbeaufsichtigt lassen.
      3. Sobald dort ein Bus und mit ihm auch der Zweiradverkehr kommen, ist dies aber nicht mehr möglich. Aktuell zwingt die Absperrung die Zweiräder dazu, auf Null abzubremsen. Mit den Senkpollern kann man anschliessend ungehindert durchrasen, was ein enormes Sicherheitsrisiko darstellt.

      Da Sie offensichtlich selber keine Kinder haben, wissen Sie wohl nicht, dass man kleinen Kindern nicht einfach ordentliches Verhalten beibringen kann und gut ist.

      Fakt ist deshalb, dass hier die Interessen des Quartiers den zweifelhaften Interessen der Mobilität geopfert werden. Dies obwohl die öffentliche Hand keinen klaren Bedarf nachweisen kann.

  9. B Suter, 04.06.2021, 07:51 Uhr

    Wenn ich mit auf der Karte die Routenführng ansehe, denke ich dass via die obere Dattenbergstrasse eine deutlich bessere Erschliessung der Quartiere erreicht werden könnte indem man die alte Haltestelle im Rank und eine zusätzliche Haltestelle unterhalb des Spielplatzes bedient. Das kostet zwar etwas mehr, würde aber den Spielplatz nicht tangieren und etwas die weggefallenen Haltestellen kompensieren.

    1. Hans, 05.06.2021, 00:35 Uhr

      Eine Steckenführung via obere Dattenbergstrasse ist aber ein deutlicher Umweg und macht so die Buslinie unattraktiver.

      Von der Linienführung her ist die geplante Route perfekt.

      Dass sich die Anwohner wehren ist kein Wunder, für sie wird sich nichts bessern aber sie haben den Bus bor der Tür.

      Für die die weiter oben wohnen und erst recht für die Leute im Zumhof wird die neue Buslinie aber ein segen, da sowohl die Verbindung in die Stadt als auch nach Kriens massiv attraktiver wird.

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