Kriens verliert weiteres Restaurant
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Auf Ende Jahr schliesst das Familienrestaurant Dany's in Kriens. (Bild: Sandro Portmann)

Beizensterben Kriens verliert weiteres Restaurant

3 min Lesezeit 06.12.2014, 13:00 Uhr

Das Beizensterben in Kriens geht weiter. Auf Ende Jahr schliesst das beliebte Familienrestaurant «Dany’s». Es reiht sich damit in eine Serie von Restaurants ein, die dieses Jahr aus wirtschaftlichen Gründen die Türen schliessen mussten. Ein Historiker zeichnet für die Zukunft ein düsteres Bild.

Wieder schliesst im Krienser Dorfzentrum ein Restaurant: Das Familienrestaurant «Dany’s» an der Gallusstrasse 2 wird auf Ende Jahr zumachen. Das erstaunt, denn das Familienrestaurant liegt an bester Lage am Dorfplatz und wird von den Gästen geschätzt. Denn praktisch um jede Uhrzeit ist das Restaurant gut besucht von Stammgästen sowie Laufkundschaft.

Wieder ein Restaurant geplant

Das reichte scheinbar nicht aus, um ein wirtschaftlich rentables Restaurant führen zu können. Bereits am 31. Dezember wird das «Dany’s» schliessen. Die Geschäftsführerin, Alice Lüönd, bestätigt dies auf Anfrage. Sie kritisiert die hohe Miete im Verhältnis zu den Einnahmen. So sei das Restaurant zwar gut besucht, «aber wer von den Gästen hat auch wirklich gegessen?», fragt Lüönd und macht einen enttäuschten Eindruck. Heute gibt es zwei Dany’s-Restaurants, neben der Krienser Filiale ist der Hauptsitz in Ibach im Kanton Schwyz. Dieser werde weiterhin seinen Betrieb aufrechterhalten.

Mehrere Beizen machten 2014 zu

Auffällig viele Wirtshäuser in Kriens mussten dieses Jahr aus wirtschaftlichen Gründen schliessen. Zuletzt am 31. Juli das traditionelle Alpenrösli in der Nähe des Schappe-Centers. Seit dem 20. Juni ist das mongolische Restaurant Bala Khan geschlossen. Gegenüber der «Neuen Luzerner Zeitung» sagte der damalige Bala Khan-Geschäftsführer ähnlich wie beim Dany’s, dass die geforderte Miete zu hoch gewesen sei. Seit mehreren Monaten steht auch die «Krienserhalle» leer. Auch hier blieben die Gäste aus. Als Grund nannte damalige Wirt das geänderte Essverhalten. Die gehobene Beiz konnte nicht lange in Kriens überleben.

Politik stellt Forderungen

Das führt in Kriens zu einer gewissen Unsicherheit. Zwei Vorstösse wurden zum Thema Wirtschaftsförderung eingereicht. Am 1. Oktober zum Beispiel die Interpellation des Grünen Einwohnerrats Erich Tschümperlin. «Wer den Branchenmix im historischen Dorfkern analysiert, der stellt fest, dass vieles in die neuen Subzentren abgewandert ist und die Vielfalt abnimmt», heisst es in der Interpellation. Tschümperlin macht ein paar Beispiele, die zeigen, dass nicht nur die Wirtshäuser von der Entwicklung betroffen sind: «Der Telecom-Laden hat nicht überlebt: Es gibt ihn heute im Pilatusmarkt. Die Buchhandlung hat nicht überlebt: Es gibt sie heute im Pilatusmarkt. Die Restaurants schliessen gleich reihenweise.» Der Interpellant fordert eine gezielte Wirtschaftsförderung. Der zweite Vorstoss stellt ebenfalls Fragen zur Wirtschaftsförderung und wird von der CVP, JCVP und GLP unterstützt.

«Zentrum wurde vernachlässigt»

Die Entwicklung im Zentrum kritisiert auch Jürg Studer-Meierhans. Der pensionierte Historiker und Kenner der Krienser Wirtshäuser hat im vergangenen Jahr das Buch «Gasthäuser einst und jetzt» veröffentlicht. «Seit das Restaurant Linde abgebrochen wurde, hat der Krienser Dorfplatz seinen Charakter verloren.» Die Linde – das damals älteste Gasthaus – wurde 1969 abgerissen. Studer kritisiert, dass seither die Zentrumsplanung vernachlässigt wurde. Typische alte Beizen habe das Zentrum von Kriens nur noch zwei: Nämlich die Hohle Gasse und der Neuhof.

Das fehlende Zentrum ist laut Studer nur einer von mehreren Gründen, weshalb die Zahl der Beizen abnehme. Das geänderte Essverhalten hin zur stehenden Verpflegung im Take-Away oder das Rauchverbot seien weitere mögliche Gründe. Er verfolgt die Entwicklung der Gastrobetriebe genau und mit einem weinenden Auge. «Ich bin nicht der Einzige, welcher der alten Linde nachtrauert», sagt er. Blickt der Historiker in die Zukunft, zeichnet er ein düsteres Bild. «Ich befürchte, dass es die traditionelle Beiz in 50 Jahren nicht mehr geben wird.»

Ein kleines Trostplaster: Der Dorfplatz wird schon bald wieder belebt. Bereits sei ein neuer Mieter für das freiwerdende Lokal gefunden, sagt Dany’s-Geschäftsführerin Alice Lüönd.

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