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Kopfnuss gegen Schiri, Stinkefinger zu den Fans
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Dario Lezcano sieht im Spiel gegen GC im wahrsten Sinne des Wortes rot. (Bild: Printscreen SRF)

Die Aussetzer der FCL-Stars Kopfnuss gegen Schiri, Stinkefinger zu den Fans

5 min Lesezeit 27.09.2015, 11:17 Uhr

Beim Heimspiel des FC Luzerns gegen GC (3:3) leistete sich der FCL-Topskorer Dario Lezcano einen Aussetzer der übleren Sorte. Ein Blick zurück zeigt: Solche heftigen Ausraster sind beim FCL erfreulicherweise selten. Den einen oder anderen Eklat gabs jedoch durchaus.

Fussball ist eine hoch emotionale Sportart. Das Fussballspiel ist geprägt von leidenschaftlichen Spielern und emotional auftretenden Teams, aber auch Provokationen und kleinen unsportlichen Tricks. Nicht selten kommt es vor, dass die Spieler auf solche Provokationen reagieren und sich zu Tätlichkeiten oder anderen Unsportlichkeiten hinreissen lassen. In diesen Tagen war etwa FCL-Goalgetter Dario Lezcano in den Schlagzeilen, weil er für einen unschönen Aussetzer im Spiel gegen GC für acht Spiele gesperrt wurde (siehe Box).

FC Luzern gewinnt Fairplay-Trophy 2010

Nicht immer dominierten negative Schlagzeilen das Verhalten der FCL-Familie. In der Saison etwa 2009/10 wurde der Fussballclub aus der Innerschweiz Meister in der Fairplay-Wertung. Diese, an sich unbedeutende Wertung, setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Zum einen werden die Anzahl Karten gewertet. Weiter kommen in diese Statistik das Verhalten der Mannschaften, das Verhalten der Offiziellen der Mannschaften und das Verhalten des Publikums. Der FC Luzern gewann 2010 einen beachtlichen Scheck über 70’000 Franken für sein faires Auftreten. Der letztjährige Sieger der Fairplay-Trophy kommt mit dem FC Thun aus dem Berner Oberland.

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Rote Karten in Luzern keine Häufigkeit

Die rote Karte von Dario Lezcano war die erste in der laufenden Spielzeit für einen FCL-Spieler. Auch in der letzten Saison lag die Mannschaft des FCLs mit vier roten Karten im schweizerischen Durchschnitt. Die Sünder waren François Affolter, Sava Bento, Remo Freuler und – Dario Lezcano.

Dimitar Rangelovs dämlicher Kick

Über einem emotionsgeladenem Spieler schweben in Luzern die Erinnerungen noch heute. Dimitar Rangelov streifte sich von 2012 bis 2014 das FCL-Trikot über. Der torgefährliche Bulgare machte mit einigen Ausrastern von sich zu reden. In den Europa League Playoffs im belgischen Genk verlor er die Nerven und liess sich zu einer Tätlichkeit gegen den Genk-Verteidiger José Nadson hinreissen. Er kickte diesem ins Bein, obwohl der Ball längst weg war – das gab die Rote Karte. Der FCL verlor die Partie und somit auch die Möglichkeit auf europäische Topspiele – und die damit verbundenen drei Millionen Franken Erlöse. Im Training verabreichte Rangelov zudem Jérôme Thiesson aus nichtigem Grund mal einen Kopfstoss. Weiter stiess er mal einen unliebsamen «Blick»-Reporter mitsamt Kleidern in ein Wasserbecken.

Rangelov (gelbes Shirt) kriegte nach seinem Kick auf den am Boden liegenden Belgier die Rote Karte – und der FCL flog aus dem Wettbewerb.(Quelle: fcl.fan-fotos.ch)

Rangelov (gelbes Shirt) kriegte nach seinem Kick auf den am Boden liegenden Belgier die Rote Karte – und der FCL flog aus dem Wettbewerb.(Quelle: fcl.fan-fotos.ch)

Zibungs Stinkefinger

Ein anderes unschönes Kapitel in der FCL-Historie ist der Stinkefinger des langjährigen FCL-Torwart David Zibung. Im Emmer Übergangsstadion Gersag liess er sich vom Publikum provozieren und zeigte ihm den Stinkefinger. Nicht weniger als drei oder vier Mal! Der Hergiswiler (NW) hat aus seinem Ausraster gelernt. Er liess sich seither nicht mehr zu Provokationen hinreissen, über das Vergehen ist Gras gewachsen. In seiner derzeitigen starken sportlichen Form hat Zibung wohl die Chance, seinen Vertrag (zurzeit bis 2016) zu verlängern.

Zibungs rüpelhafter Fingerzeig in Richtung Fans sorgte medial für grosse Schlagzeilen (Printscreen: blick.ch).

Zibungs rüpelhafter Fingerzeig in Richtung Fans sorgte medial für grosse Schlagzeilen (Printscreen: blick.ch).

Hitzköpfe Brand und Rota

In der Challenge League im Jahr 2003 ereignete sich im Hinspiel gegen den FC Bulle ein eindrückliches Erlebnis innerhalb der FCL-Equipe. Die beiden Hitzköpfe Christian Brand und Dario Rotagerieten aneinander.  Und das war passiert: Als Brand in der 40. Minute einen Freistoss treten wollte, kam der Tessiner Rota angerauscht und zischte: «Haub ab, du bist nicht Zidane!» Dann griff Rota Brand auch noch ins Gesicht und führte den Freistoss rotzfrech aus. Aus diesem Grund kochte Brand in der Pause über, stieg unter die Dusche und wollte nicht mehr weiter spielen. Doch der damalige Trainer Urs Schönenberger macht Brand unmissverständlich klar, dass er hier seinen Job zu Ende erledigen habe. Brand beruhigte sich etwas, streifte sich das Trikot wieder über und verhalf seiner Equipe zu einem 3:1 Sieg. Im Nachgang mussten die beiden Streithähne vor dem damaligen Präsidente Pedro Pfister und Sportchef Raphael Natale antreten. Rota erhielt eine Busse und Brand eine Verwarnung. Nach der Freistellung von Coach Rolf Fringer übernahm übrigens Christian Brand im Jahr 2011 für kurze Zeit den Posten als FCL-Cheftrainer.

Auch der Zweikampf zwischen Brand und Rota schaffte es spielend in die Medien (Printscreen: Sonntagsblick).

Auch der Zweikampf zwischen Brand und Rota schaffte es spielend in die Medien (Printscreen: Sonntagsblick).

Aus Fehlern lernen

Emotionen gehören beim Fussball dazu, jedoch ist deren Kontrolle für einen Fussballspieler von immenser Bedeutung. Bis November wird Dario Lezcano, der FCL-Topskorer, nun als Zuschauer die FCL-Spiele verfolgen. Das ist sehr ärgerlich. Doch jeder Mensch macht Fehler. Aus diesen kann man lernen. Es ist für den FC Luzern zu wünschen, dass dem überaus talentierten Lezcano keine solchen Aussetzer mehr passieren und er seine Emotionen in den Griff kriegt.

Acht Spielsperren – und nominiert für Paraguay

Für seinen Aussetzer gegen den Schiri im Spiel gegen GC wird Dario Lezcano für total 8 Spiele gesperrt. Am gleichen Tag aber wurde bekannt: Paraguays Nationaltrainer Ramón Díaz hat für die beiden FIFA Qualifikationsspiele für die WM-Endrunde 2018 in Russland gegen Venezuela und Vizeweltmeister Argentinien erstmals aufgeboten – Lezcano.

Vom Chancentod zum Top-Scorer

Unter dem Cheftrainer Markus Babbel blühte der teuerste Transfer in der Geschichte des FCL, Dario Lezcano aus Paraguay, richtig auf. Zuvor wurde er oft als «Chancentod» bezeichnet, weil er so viele Tormöglichkeiten versemmelt hat. In der letzten Saison schoss er für den FC Luzern 12 Tore. Der 178 cm grosse Stürmer hatte einen massgeblichen Anteil an der phänomenalen Rückrunde des FC Luzerns. Diesen Sommer wurde der Vertrag mit ihm vorzeitig bis ins Jahr 2017 verlängert. Zu Beginn der laufenden Saison machte er noch einmal einen Schritt nach vorne. In den ersten acht Saisonspielen gehen von 14 Luzerner Treffern deren neun auf das Konto des Stürmers. Die Torgefährlichkeit des 25-Jährigen blieb auch den gegnerischen Mannschaften nicht verborgen. Dario Lezcano unschädlich zu machen, gilt es als Devise der Konkurrenz. Der Stürmer wird oft hart an den Grenzen der fussballerischen Regeln angegangen.

Sicherungen durchgebrannt – bei Stürmer und Trainer

Beim turbulenten Spiel gegen die Grasshoppers kassierte Lezcano in der letzten regulären Minute des Spiels eine gelbe Karte wegen Reklamierens. Daraufhin stürmt der Stürmer zum Schiedsrichter Fedayi San und rückt diesem auf die Pelle. Die zweite gelbe Karte folgt sogleich. Als die rote Karte vor Lezcano auftaucht, schlägt dieser sie aus der Hand des Referees. Ein in der Schweiz vermutlich noch nie gesehenes Vergehen. Der Schiedsrichter liess das Spiel zum Glück für den FCL zu Ende laufen. Ein Abbruch hätte wohl eine Niederlage am grünen Tisch zur Folge gehabt. Der FCL-Trainer Markus Babbel sass zu dieser Zeit schon auf der Tribüne, weil er vom Feld verwiesen wurde. Dies auf Grund eines verbalen Aussetzers. Er nannte den Schiedsrichter ein «Würstchen».

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