Konflikte am Rotsee spitzen sich zu: verschwindet der Weg dem Ufer entlang?
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Heute kann der Rotsee zu Fuss umrundet werden. (Bild: ber)

Fischer, Spaziergänger, Velofahrer Konflikte am Rotsee spitzen sich zu: verschwindet der Weg dem Ufer entlang?

2 min Lesezeit 18 Kommentare 25.04.2021, 14:56 Uhr

Der Trampelpfad Badi–Fährhuus entlang des Rotsees wird gemäss dem Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Ebikon vermehrt illegal von Bikern genutzt. Ein Vertreter des Kantons Luzern vertritt deshalb die Auffassung, dass der Uferweg nicht mehr unterhalten werden sollte.

«Während des ersten Coronalockdowns im Frühjahr kam es vor allem im Bereich des Trampelpfades Badi–Fährhuus zu vielen Verstössen gegen das von der Polizei verfügte, coronabedingte Durchgangsverbot», heisst es im Jahresbericht des Naturschutzbeauftragten.

Während einer Begehung sei ihm, dem Revierförster und einem Vertreter des Kantons trotz Durchgangsverbot ein Biker entgegengekommen. «Zusätzlich waren uns schon zuvor mehrere Bikespuren aufgefallen.»

Nach dieser Begehung habe der Vertreter der kantonalen Dienststelle Landschaft und Wald (Lawa) «klar festgehalten, dass am Trampelpfad zukünftig keinerlei Unterhalt mehr betrieben werden darf, da es sich nicht um einen offiziellen Weg handelt und insbesondere auch, weil der grösste Teil des Weges über Privatgrundstücke führt». So heisst es in dem Bericht.

Ein Augenschein vor Ort am Sonntag zeigte, dass der Weg vom Spaziergängerinnen und Joggern rege genutzt wird. Das wundert nicht, schliesslich befindet sich beim Fährhaus ein offizeller Wanderwegweiser. Erst nach einer gewissen Strecke weist ein weiteres Schild darauf hin, dass es sich nicht um einen «öffentlichen Durchgang» handle und dass für Unfälle nicht gehaftet werde.

Wie mit dem Weg nun weiter verfahren wird, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Für Ärger sorgten tagelang am See campierende Fischer

Ein grösseres Ärgernis war 2020 zudem das Verhalten einiger Fischerinnen, welche über mehrere Tage ein «richtiges Camp am Ufer des Rotsees» errichtet hatten, wie es im Naturschutzbericht weiter heisst. «Sehr viele Spaziergänger beschwerten sich über das Verhalten der Fischer», schreibt der Naturschutzbeauftragte in seinem Bericht. Stadt und Kanton würden nun zusammen mit der Rotseekommission nach einer Lösung suchen.

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18 Kommentare
  1. Martin Meier, 29.04.2021, 06:53 Uhr

    Ein Biker entgegengekommen und Bikespuren entdeckt? Ist das nicht lächerlich? Hat die Gemeinde Ebikon noch einen Spurenleser auf der Lohnliste? Rund um den Rotsee ist Fahrverbot und die Hunde müssen an die Leine. Da fahren auf den geteerten Wegen rund um den Rotsee täglich dutzende Velofahrer*innen und es wird nichts unternommen. Hunde nicht an der Leine und es wird nichts unternommen. Tafeln mit den entsprechenden hinweisen wären rund um den Rotsee vorhanden. Regattabetrieb über mehrere Wochen im Jahr. Motorboote auf dem See, Steganlagen, Gerüste am und im Wasser, Lautsprecher, Ruderboote aus der ganzen Welt, Konzerte in der Badi bis spät in die Nacht usw. Und es stören ein paar Fischer am Rotsee? Notabende ruhig und wenige Tage am Rotsee. Was verstehe ich falsch?

  2. Christen Kurt, 26.04.2021, 20:27 Uhr

    Die Gemeinde Ebikon setzt alles daran um diesen Weg sperren zu lassen. Die Bikerspuren sind nur Vorwand – ich benutze diesen Ärger fast täglich. Es wäre langsam an der Zeit, dass die Gemeinde Ebikon das Biket ins Fahrradverbot um den See wirklich durchsetzt. Beim Rosstall
    Fehlt seit über einem Jahr die Signalisation bezüglich „ Fahrzeugen“. Naturschutzgebiet ja aber mit aller Konsequenz und daran mangelt es am politischen Willen der Gemeinde Ebikon.

    1. Karl-Heinz Rubin, 27.04.2021, 12:24 Uhr

      Dies ist sehr richtig.
      Die Gemeinde Ebikon hat bei uns an der Sonnhaldestrasse ( Privatstraße) den Versuch unternommen am Ende der Strasse Mietvelos zu stationieren.
      Dies wurde von den Eigentümer abgelehnt.
      Der Weg entlang der Ron zum Rotsee ist auf Privateigentum.
      Es besteht zwar eine Dienstbarkeit auf diesem Weg als Fuss und Reitweg. Aber nicht für Fahrräder.
      Dieser Zubringerweg war vor Jahren noch mit Schranken für Fahrräder gesperrt doch wurden sie demontiert.
      Die Gemeinde Ebikon unternimmt eher alles um aus dem Naherholungsgebiet Rotsee ein Bikepark zu machen.

  3. Thomas Sutter, 26.04.2021, 16:11 Uhr

    Das Bild oben zeigt den Weg bei der Rotseewiese – im Text geht es aber um den Wegabschnitt zwischen Fährihuus und Rotseebadi… Dass dieser für Biker nicht geeignet ist, müsste eigentlich klar sein. Zum Spazieren und Joggen ist er sehr schön und es wäre ein Verlust, könnte er nicht mehr begangen werden.

  4. rotsanne, 26.04.2021, 14:04 Uhr

    «Stadt und Kanton würden nun zusammen mit der Rotseekommission nach einer Lösung suchen.» Und die Gemeinde Ebikon? Ist die bei der Suche nach einer Lösung auch beteiligt? Es würde die Jogger der Läuferriege Ebikon und des Lauftreffs Ebikon hart treffen, wenn sie gerade an heissen Sommertagen statt am kühlen Rotseeufer entlang ein grosses Stück auf dem Asphalt der Kaspar-Kopp-Strasse zurücklegen müssten für ihre Rotseerunde. Dieses enge Wegstück ist wegen Wurzeln und Steinen, ausgesetzten Stellen und entgegenkommenden Läufern anspruchsvoll, stellt aber gerade deshalb ein gutes Training dar, nicht nur für den Körper, sondern auch für Toleranz und Rücksichtnahme… Spaziergänger und Läufer stören dort niemanden. Für zusätzlich Biker ist dieses Teilstück wirklich nicht geeignet. Ich hoffe sehr, dass man diesen Weg nicht total sperren wird!

    1. Michel von der Schwand, 27.04.2021, 10:36 Uhr

      Sollte aus gesundheitlichen Gründen verboten sein in der Hitze zu joggen. Diesen Blödsinn machen auch nur privatversicherte Nichtsportler.

  5. Roli Greter, 26.04.2021, 12:56 Uhr

    Schweden macht es vor, Seeufer sind weitgehend per Gesetz der Öffentlichkeit frei zugänglich zu halten, auch bei anhrenzendem Privatgrundstück. Ein Miteinander setzt natürlich die nötige Toleranz voraus.

  6. Rotseefischer, 26.04.2021, 09:32 Uhr

    Guten Tag

    Das Bild mit den Fischern, welche Semi-offene Zelte aufgebaut haben ist auf der gegenüberliegenden Seite – also Emmen beim Bahngleis. Falls sich da wirklich Spaziergänger gestört haben, müssten sie sich zuerst durch all die Büsche und Brombeeren gekämpft haben. Gruss von einem Rotseefischer

    1. Hugo Ball, 26.04.2021, 11:24 Uhr

      Darf im Naturschutzgebiet denn gefischt werden?

    2. MB, 26.04.2021, 12:27 Uhr

      Ebikoner Grenze geht bis zur Reuss. Ab dort ist die Gemeinde Emmen

  7. Rotseejogger, 25.04.2021, 22:20 Uhr

    Ja der Trampelpfad geht über Privatgrundstücke am Ufer entlang. Laut dem Schweizerischen Zivilgesetz (ZGB) gehören in der Schweiz aber alle Seen und Flüsse der Öffentlichkeit. Folglich müssen auch alle Ufer öffentlich zugänglich sein.
    Wollen da wieder einige wenige ihren privaten Seeanstoss und schieben den Naturschutz vor? Es wäre Zeit, dass dieser Weg endlich richtig unterhalten wird, damit die parallel verlaufende, kriminelle Kaspar-Kopp-Strasse für Jogger und Spaziergänger endlich nicht mehr als Ausweg benutzt werden muss (keine Trottoire, viele E-bikes bis 45 km/h welche man nicht kommen hört).

    Ich glaub am Rotsee wird der Naturschutz sehr willkürlich für das Interesse von einigen wenigen eingesetzt und je nach persönlichem Profit mal vorgeschoben oder ignoriert.

    Wie kann es sonst sein, dass pro Jahr mehrere nationale und internationale Regatten mit Beschallung, Zuschauertribünen und Festbetrieb genehmigt werden, eine Kleinsportanlage beim Ruderzentrum (in der Erholungszone und nicht Naturschutzzone) wegen dem nahen Naturschutzgebiet nicht einmal in die nähere Prüfung kommt. Gleichzeitig aber am gleichen Ort, in einem für die Ruderer gebauten Ruderzentrum, eine Privatschule einquartiert ist, welche jede Pause und jeden Mittag das ganze Gebiet als Sport und Pausenplatz verwendet?

  8. Dani Peter, 25.04.2021, 20:14 Uhr

    Es ist überall das gleiche Thema.
    Jeder will ungestört seinem Hobby nachgehen und niemand der ihm physisch oder ideologisch in die Quere kommt. Privatgrundbesitzer wollen keine permanenten Volksansammlungen, Landschäden, Nachtruhestörungen oder Dreck wegräumen müssen und Naturschutzverbände prinzipiell sämtliche Naherholungsgebiete abriegeln und als Naturschutzzonen erklären lassen. Vor 40 Jahren gab es keine Biker, Lifestyle-Sportler, ein Auto pro Familie, weniger verbitterte Rentner, pseudo Ökologen, keine 9 Mio. Einwohner, mehr Respekt und Anstand und ein besserer sozialer Zusammenhalt.

  9. Franz Schmidiger, 25.04.2021, 19:17 Uhr

    Betreff Trampelpfad entlang Rotsee bis zum Fährhuus. Ich kenne mich zuwenig aus, laufe aber ganz ganz selten den weg vom Restaurant bis zur Badi. Über den Rest führte früher auch schöner Weg. Ich bin aber erstaunt, dass da ein Vertreter des Kantons, d.h. ein sogenannter Beamter, dort etwas zu sagen hat. Erstens sind Waldstücke offen zugänglich für alle, zweitens hat der Kanton oder eben dieser …Beamte! rein gar nichts zu sagen betreffend minimalem Unterhalt dieses Weges, da es offenbar Privatboden ist.Aber eben…Beamte, und viele glauben ihnen den Scheiss noch.

  10. paul, 25.04.2021, 18:45 Uhr

    weg muss bleiben. jammeris. fischer sollen fischen. jogger joggen und alle sollen freude am rotsee haben. die welche sich „aufregen“ können ja zuhause bleiben. seit doch chli flexiibel und wischt vor der eigenen türe

    1. Alphoernchen, 25.04.2021, 19:03 Uhr

      Lieber Paul, ich kenne den Rotsee nur schlecht. Könnte es sein, dass sich der Naturschutzbeauftragte des Kantons Luzern mit dem Thema befasst, weil dort die Natur geschützt ist, aber trotzdem unter die Räder und unter die Füsse kommt, wo sie das nicht kommen sollte?

    2. paul, 25.04.2021, 19:24 Uhr

      den weg gibt es seit sehr langer zeit. da wird druck von anderswo gemacht damit die privaten parzellen nicht genutzt/gequert werden. so sieht es aus. einspannen lassen sich diese naturschutzbeauftragten. macht den weg zu. resultat wird sicher folgen

  11. Rentner Müller, 25.04.2021, 17:16 Uhr

    Wau Probleme wie im Kindergarten, Auskommen Lieb haben,, teilen mit anderen wurde mir beigebracht…

  12. Patrick Keller, 25.04.2021, 16:19 Uhr

    Im Grunde genommen ist es die logische Konsequenz einer Ideologie, Menschen verschiedenster Kulturen, sozialem Status und Generationen mit unterschiedlichsten Weltanschauungen und Erwartungshaltungen auf engstem Lebensraum zusammenführen zu wollen. Ein Wunschtraum der in der Geschichte der Menschheit noch nie funktioniert hat und am Ende vor allem jene als Verlierer dastehen lässt die nicht die finanziellen Mittel und Privilegien besitzen sich das noch vor nicht allzu langer Zeit Selbstverständlichste nun erkaufen zu müssen.

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