Bei einer Annahme drohe Stellenabbau Komitee: «No Billag» gefährdet in Luzern 50 Arbeitsplätze

2 min Lesezeit 17.01.2018, 22:15 Uhr

Das Luzerner Komitee «Nein zum Sendeschluss» macht in einer Medienmitteilung auf den Stellenabbau aufmerksam, der Luzern bei einer Annahme der No-Billag-Initiative drohe. Auch die IG Kultur fasst im Hinblick auf die Abstimmung die Nein-Parole.

Beim einem Ja zur No-Billag-Initiative drohe ein massiver Stellenabbau auf dem Medienplatz Luzern, schreibt das Komitee am Mittwoch. Bezug nimmt die Mitteilung auf ein Schreiben auf «lu-wahlen.ch.» Danach würde «No Billag» mindesten 52 Vollzeitstellen auf dem Medienplatz Luzern vernichten, insgesamt über 100 Personen könnten ihre Stellen verlieren.

Von einem Stellenabbau betroffen seien nicht nur das SRF mit seinem Regionalstudio in Luzern, sondern auch die Trägerschaft SRG, die Schweizerische Journalistenschule MAZ, das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 und das Jugendradio 3Fach.

Luzerner Wirtschaft bekämpft «No Billag»

Aus diesem Grund würden auch die beiden Wirtschaftsverbände «Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft Kanton Luzern» (AWG) und «Luzerner Unternehmen» sich im Sinne der Wirtschaft entschieden gegen die «zerstörerische» Initiative aussprechen.

Aber auch die Arbeitnehmerseite engagiere sich gegen «No-Billag». Der Luzerner Gewerkschaftsbund sei – wie auch die AGW oder «Luzerner Unternehmen» – Mitglied des Luzerner Komitees «Nein zum Sendeschluss».

IG Kultur positioniert sich

Auch die IG Kultur spricht sich klar für ein Nein zu «No Billag» aus. «Es geht nicht einfach um Gebühren, die ein paar Leute nicht mehr bezahlen möchten. Es geht um viel mehr. Es geht um ein gebührenfinanziertes, solidarisch getragenes System von öffentlich- rechtlichen und privaten Radio- und Fernsehstationen, um ein Netz, das sich Kleinteiligkeit erlauben und nicht-kommerzielle Inhalte leisten kann», schreibt die IG am Mittwoch.

Es gelte zu verhindern, dass nur noch, wer es sich leisten will und kann, als Hörerin und Zuschauer Zugang zu einem vielfältigen, vielsprachigen Angebot an Information und Kultur erhalte. Gebühren seien ein Weg, finanzielle Lasten verträglich auf viele Beiträger zu verteilen – ein Mittel gesellschaftlicher Solidarität.

Die No-Billag-Initiative vertusche ausserdem, dass es «einigen frustrierten Initianten um nichts weniger als die Abschaffung der SRG geht.» Doch bei allen Fragen und Mängeln, über die diskutiert werden kann (und soll!), habe sich diese Institution durch die Jahrzehnte bewährt. «Sie muss nicht abgeschafft, nur erneuert werden.»

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