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«Keinen klaren Nutzen»: Bund beurteilt Velostrassen-Test nüchtern
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Dieses Piktogramm auf der Bruchstrasse bedeutet Velostrasse.  (Bild: jwy)

Bleibt die Veloachse in Luzern? «Keinen klaren Nutzen»: Bund beurteilt Velostrassen-Test nüchtern

2 min Lesezeit 12.01.2019, 12:34 Uhr

Das Bundesamt für Strassen zieht ein neutrales Fazit aus dem Testlauf der Velostrasse. Anders die beteiligte Stadt Luzern: Sie möchte die Veloachse definitiv einführen.

«Aufgrund der Ergebnisse kann kein eindeutiger Schluss zur Zweckmässigkeit von Velostrassen gezogen werden, da insgesamt über alle Pilotstrassen weder ein klarer Nutzen nachgewiesen werden konnte, noch konnten negative Auswirkungen festgestellt werden, die einer Einführung von Velostrassen entgegenstehen würden.»

Dieses nüchterne Fazit zieht das Bundesamt für Strassen (Astra) zum Pilotversuch Velostrassen, der in fünf Städten – darunter Luzern – seit zwei Jahren durchgeführt wird. Der Nutzen sei also beschränkt, hält nun der Schlussbericht fest.

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In Luzern wurden die Quartierstrassen Taubenhaus- und Bruchstrasse als Velostrasse markiert: Auf diesem Abschnitt zwischen Eichhof und Kasernenplatz geniesst man Vortritt, auch gegenüber den von rechts einbiegenden Fahrzeugen (zentralplus berichtete).

Mehr Velos, aber kaum schneller

Schon zuvor war der Anteil an Velos auf dieser Strasse über 50 Prozent, und es wurden lediglich drei Stoppstrassen aufgehoben, die Fussgängerstreifen blieben. Auf der Bruchstrasse hat der Veloverkehr um 7 Prozent auf 3’6’00 Velos pro Tag zugenommen – aber weniger stark als auf anderen Abschnitten. Deshalb hält das Astra fest, «dass keine positive Wirkung der Velostrasse auf das Veloaufkommen feststellbar ist».

Auf der Taubenhausstrasse blieb der Veloverkehr konstant hoch. Auf den motorisierten Verkehr hatte die Velostrasse keinen spürbaren Einfluss, dieser ging nicht merklich zurück. Auch die Geschwindigkeit, mit der Velos unterwegs sind, hat sich durch das ungebremste Fahren auf der Veloachse nicht erhöht. Jedoch hat sich das subjektive Sicherheitsempfinden aller Verkehrsteilnehmer erhöht.

Kaum negative Rückmeldungen

Bei der Stadt Luzern ist der Versuch gut angekommen. «Wir hatten einige positive Rückmeldungen und praktisch keine negativen», heisst es im Bericht. 79 der befragten Anwohner beurteilen die Velostrasse positiv.

Ob das Astra die Velostrasse nun ins Schweizer Strassensystem aufnimmt, ist unsicher. Dazu wäre eine Anpassung der Tempo-30-Verordnung bezüglich Rechtsvortritt nötig. Bei der Stadt Luzern will man die Velostrasse beibehalten – und zieht ein positiveres Fazit als das Astra: «Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht», sagt Martin Urwyler, Projektleiter beim städtischen Tiefbauamt, zur «Luzerner Zeitung». Die Velos würden flüssiger vorankommen. «Wir bleiben mit dem Astra im Gespräch», sagt er.

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