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Keine Sperre gegen Costa, doch Strafe gegen Luzern
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FCL-Verteidiger Ricardo Costa trifft den FCA-Spieler Sandro Burki mit voller Wucht. (Bild: Screenshot SRF )

Horrorfoul überschattet FCL-Cupsieg Keine Sperre gegen Costa, doch Strafe gegen Luzern

4 min Lesezeit 02.03.2017, 16:28 Uhr

Der FC Luzern steht im Cup-Halbfinal. Zu reden gab nebst dem torreichen Spiel aber vor allem eine Szene: FCL-Verteidiger Ricardo Costa foulte den FCA-Captain Sandro Burki rüde. Dieser hatte Glück im Unglück. Und der Übeltäter wird ohne Strafe davonkommen. Anders der FC Luzern.

Der FC Luzern hat den Cup-Viertelfinal diesen Mittwochabend auswärts gegen den FC Aarau mit 5:3 gewonnen. Es gibt allerdings Momente, wo der sportliche Erfolg in den Hintergrund rückt. Und zwar dann, wenn es um die Gesundheit der Spieler geht. Es lief die 25. Spielminute, als der FC Aarau einen Angriff über die linke Seite startete. Die Flanke kam zur Mitte und am zweiten Pfosten hämmerte FCA-Captain Sandro Burki den Ball haarscharf am rechten Pfosten vorbei.

Kaum verliess der Ball seinen rechten Fuss, rauschte FCL-Verteidiger Ricardo Costa heran und säbelte ihn um (die ganze Szene können Sie hier nachschauen). Es hätte eine rote Karte und einen Penalty geben müssen. Burki konnte nicht mehr weiterspielen und wurde mit Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch ins Spital eingeliefert.

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Die Schmerzen stehen dem FCA-Spieler ins Gesicht geschrieben:

 

Genaue Diagnose noch ausstehend

«Sandro Burki wird sich diesen Donnerstag einigen Untersuchungen unterziehen müssen», sagt FCA-Mediensprecher Remo Conoci diesen Vormittag auf Anfrage von zentralplus. «Weil das Bein im Bereich des Fusses stark angeschwollen war und ist, sind die ersten Schlüsse nach dem Spiel mit Vorsicht zu behandeln.»

Im Verlauf des Nachmittags dann die Entwarnung: «Sandro Burki hatte Glück im Unglück. Es sind Bänder im Fussgelenk gerissen, eine Operation ist nicht notwendig», so Conoci. In sechs Wochen könne er wieder trainieren. Und Burkis Verhältnis zu Verursacher Costa? «Er hegt keinen Groll gegen Ricardo Costa», sagt Conoci.

Costa entschuldigt sich

Der Verteidiger hat sich via Facebook-Kanal des FC Luzerns auch zu Wort gemeldet. «Unter keinen Umständen wollte ich Dich verletzen», sagt der Portugiese direkt an die Adresse des Gefoulten. Und weiter: «Ich hoffe, dass Du so schnell wie möglich wieder Fussball spielen kannst.» Es tue ihm leid, so Costa. «Mir bleibt nichts anderes übrig, als Dir eine gute und schnelle Genesung zu wünschen.» Gemäss FCL-Medienchef Max Fischer hatte Costa auch telefonischen Kontakt mit Sandro Burki.

Sehen Sie die ganze Botschaft im Video:

 

Costa wird nicht gesperrt

Nachträglich hat Ricardo Costa nichts mehr zu befürchten. «Es wird keine Sperre geben», bestätigt Marco Von Ah, Medienchef des Schweizerischen Fussballverbandes. Gleich nach dem Spiel habe ein Debriefing mit Schiedsrichter Adrien Jaccottet stattgefunden. 

Schiedsrichter Jaccottet hätte betroffen reagiert, als er die Bilder am TV gesehen habe. «Auf dem Platz konnte der Schiedsrichter das Vergehen leider nicht feststellen, da er sich zu weit weg vom Tatort befand», sagt Von Ah und hält unmissverständlich fest: «Der Schiedsrichter hätte auf Strafstoss für Aarau und Ausschluss von Costa entscheiden müssen.»

 

Pyro-Ärger und Lob für FCL-Fans

Man kann bezüglich Pyros geteilter Meinung sein. Fest steht: Das Abbrennen im Stadion ist verboten. Und trotzdem brannte es diesen Mittwochabend nicht nur in den Sechzehnern, sondern insbesondere auch hinter dem Tor – bei den FCL-Fans.

«Die Pyro-Zünderei wurde rapportiert», sagt Marco Von Ah. Beim Verband gehe man derzeit – noch ohne alle eingeforderten Rapporte der involvierten Stellen konsultiert zu haben – davon aus, dass Sanktionen gegen die beiden Vereine ausgesprochen werden. «Beide müssen mit Geldbussen rechnen», so Von Ah. Dass mehrfach Pyros gezündet wurden, könnte das Strafmass beeinflussen.

Während des Spiels zündeten die FCL-Fans immer wieder Feuerwerkskörper.

Während des Spiels zündeten die FCL-Fans immer wieder Feuerwerkskörper.

(Bild: Dominik Stegemann, fan-fotos.ch)

An- und Abreise «vorbildlich»

Von Ah sagt allerdings auch: «Die Pyro-Zünderei passt nicht ins Bild, das die Fans gestern sonst abgegeben haben.» Die An- und Abreise der FCL-Fans sei vorbildlich gewesen. «Auch die Fans im Stadion, die nahe beieinander standen, unterstützten ihre jeweilige Mannschaft und respektierten einander sportlich.»

Für die Sicherheit im Stadion ist der FC Aarau zuständig. FCA-Mediensprecher Conoci sagt, man habe die Zutrittskontrollen im geforderten Rahmen durchgeführt. Im Rahmen des Programms «Good Hosting» des Fussballverbandes würden Gästefans wieder vermehrt auch als Gäste behandelt, erklärt Conoci. «Das heisst, Kontrollen werden nur noch punktuell vorgenommen. Das Einschleusen von pyrotechnischem Material wird so teilweise in Kauf genommen.» Und Marco Von Ah sagt zu einer möglichen Sanktion gegen den Organisator: «Das ist noch nicht vollständig abgeklärt, tendenziell gehe man aber eher nicht davon aus.»

Vor dem Spiel sorgten die FCL-Fans mit einer aufwändigen Choreo für Gänsehaut-Stimmung.

Vor dem Spiel sorgten die FCL-Fans mit einer aufwendigen Choreo für Gänsehautstimmung.

(Bild: Dominik Stegemann, fan-fotos.ch)

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