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Keine Schönwetter-Botschaften
  • Wirtschaft
Wie geht's der Wirtschaft? Regierungsrat Robert Küng (Mitte), Lustat-Direktor Norbert Niesen (rechts) und Geschäftsleitungsmitglied Adrian Wüest. (Bild: bra)

Luzerner Wirtschaft Keine Schönwetter-Botschaften

2 min Lesezeit 17.10.2014, 05:00 Uhr

Immer mehr Luzerner Arbeitskräfte pendeln täglich in andere Kantone, darunter junge und gut ausgebildete Personen. Minus 7200 beträgt der Saldo inzwischen für Zug und minus 3’300 für Zürich. Aber sollte Luzern, mit seinen Bildungsintitutionen wie Fachhochschule und Universität, nicht schon längst eine Sogwirkung für junge Arbeitskräfte entwickelt haben?

Der Kanton Luzern rühmt sich gerne als attraktiver Wirtschaftsraum mit tiefen Steuern und guten Rahmenbedingungen. Betrachtet man aber die Pendlerströme der Arbeitskräfte, sieht das Ganze etwas anders aus. Wenig enthusiastisch kommentierte Regierungsrat Robert Küng (FDP) gestern an der Pressekonferenz der Luzerner Statistikstelle (Lustat) die Zahlen zum Wirtschaftsraum Luzern. «Luzern ist mehr Wohnkanton als Arbeitskanton», so das Fazit von Küng. Nur, ein Wohnkanton war Luzern vor zehn Jahren schon.

Was in den Zahlen besonders auffiel: Noch immer pendeln mehr Arbeitskräfte aus dem Kanton hinaus, als hinein. Am meisten verlassen junge und gut ausgebildete Fachkräfte Luzern in Richtung Zug und Zürich. Doch sollte Luzern inzwischen mit den aufgebauten Bildungsinstitutionen – Fachhochschule und Universität – nicht eine Sogwirkung für junge Arbeitskräfte entwickelt haben?

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Negative Pendlerbilanz

Die Ströme in den Kanton Zug haben sich seit der Jahrtausendwende intensiviert: Schon im Jahr 2000 zog es mehr Personen von Luzern nach Zug als in die Gegenrichtung; der negative Pendlersaldo war damals mit 4’400 Erwerbstätigen viel tiefer als 2012. Heute steht er bei minus 7’200. Auch Zürich hat eine hohe Sogwirkung für Luzerner, die negative Differenz: 3’300 Personen.

Robert Küng entgegnet: «Wir haben viele gute Arbeitsplätze in unserer Region. In der Kleinräumigkeit der Schweiz ist es normal, dass nicht alle Kantone Arbeitsplätze in allen Branchen anbieten können». Mit den Wirtschaftszentren Zug und Zürich sei Luzerns Position nicht vergleichbar. Zug habe zum Beispiel viele Arbeitsplätze im Pharmabereich und Zürich im Bankenbereich. «Solch spezialisierte Wirtschaftszweige aufzubauen ist ein langer Prozess.»

Wo sind die neuen Firmen?

Das erklärte Ziel der Luzerner Regierung war, neue Firmen nach Luzern zu locken. Die Steuern für Unternehmen wurden dafür massiv gesenkt. Stellt sich die Frage, weshalb trotzdem immer mehr Luzerner wegpendeln. Insgesamt hätte sich die Anzahl der Arbeitsplätze erhöht, sagt Küng. «Wir konnten bei der Firmenansiedlung gute Erfolge verzeichnen. Und diese Entwicklung werde sich noch weiter fortsetzen. 

Aus der Vogelperspektive entwickelten sich viele Teile der Luzerner Wirtschaft gleichmässig stabil (siehe Bilder-Gallerie und Meldung von zentral+). Und auch die Unternehmen aus Industrie, Detailhandel und Baugewerbe beurteilten die jüngste Geschäftslage als weitgehend gleich gut.

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