Kehrtwende: Jetzt ruft «Mass-Voll» auf,  Altdorf fernzubleiben
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Der Luzerner Nicolas A. Rimoldi ist Co-Präsident der Jugendbewegung Mass-Voll. (Bild: jal)

Eskalation an Corona-Demo befürchtet Kehrtwende: Jetzt ruft «Mass-Voll» auf, Altdorf fernzubleiben

2 min Lesezeit 8 Kommentare 09.04.2021, 17:53 Uhr

Am Samstag hätte eine Demonstration mit geschätzt 10’000 Personen gegen die aktuellen Corona-Massnahmen in Altdorf stattfinden sollen. Auch ein Auftritt des Luzerners Nicolas A. Rimoldi war geplant. Doch weil das Urner Obergericht dafür keine Bewilligung erteilte, ruft die Jugendbewegung Mass-Voll jetzt dazu auf, Altdorf fernzubleiben.

Das Verständnis, die Kundgebung nicht zu bewilligen, ist bei den Initianten nach wie vor gleich null. «Wir erleben die dunkelste Stunde unserer Demokratie», steht in einer «Mass-Voll»-Mitteilung, die derzeit auf dem Messenger-Dienst «Telegram» verbreitet wird. Co-Präsident dieser Jugendbewegung ist der Luzerner Politiker Nicolas A. Rimoldi (zentralplus berichtete).

Trotzdem rufen die Initianten dazu auf, Altdorf auf jeden Fall fernzubleiben. Aus folgendem Grund: «Die Polizei wartet nur darauf, einzugreifen. Das Gewaltpotenzial ist hoch, wodurch eine Eskalation sehr wahrscheinlich ist.»

Das ist die auf dem Messenger-Dienst verbreitete Meldung.

Noch am 25. März teilte «Mass-Voll» mit, dass das letzte Wort bezüglich der Demonstration in Altdorf noch nicht gesprochen worden sei. Nicolas A. Rimoldi war als Redner vor den Tausenden von Teilnehmern vorgesehen.

Offiziell hat das Aktionsbündnis Urkantone – welches zur Demonstration aufgerufen hatte – den Anlass am Donnerstagabend abgeblasen. Grund: Das Urner Obergericht wird erst nach dem Termin über eine Beschwerde gegen das Demonstrationsverbot entscheiden. Der Antrag auf superprovisorische Verfügung wurde vom Gericht abgewiesen (zentralplus berichtete). Die Organisatoren bezeichnen dies als «klare Rechtsverweigerung» – und das Kundgebungsverbot als undemokratisch.

Auch der Verein Stiller Protest, der im Februar eine Corona-Demo in Zug organisiert hatte (zentralplus berichtete), distanziert sich auf «Telegram» von «unbewilligten Aktionen am Samstag». Man rate davon ab, nach Altdorf zu reisen. «Es ist aus unserer Sicht für den aufkeimenden Widerstand und die Bewegung nicht förderlich und behindert uns in unseren rechtlichen Bemühungen für die Demofreiheit», heisst es in einer Nachricht des Vereins.

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8 Kommentare
  1. Denise, 11.04.2021, 00:51 Uhr

    Danke für Euren Einsatz und danke, dass ihr euch gegen die Gewalt entscheidet, auch wenn ja diese Meinung gar nicht gehört werden will, und einem ja «nur» die Demo bleibt, weil sonst alle anderen Meinungen direkt boykottiert, gelöscht und diese Menschen verspottet und beschimpft werden. Es geht doch nicht darum wer Recht hat, sondern darum einfach mal verschiedene Meinungen und Ansichten auszutauschen. Wieso geht das nicht?

  2. Rudolf 1, 10.04.2021, 17:06 Uhr

    Mit grosser Sorge nehmen die Nicht-Demonstrierenden die gegenwärtig wieder steigenden Fallzahlen zur Kenntnis. Nun wird ein absichtlich von Flacherdlern erzeugter neuer Ansteckungsherd in Altdorf dazu kommen …

    1. mike meyer, 10.04.2021, 18:53 Uhr

      Ohh ja die steigenden Fallzahlen. Seit 365 Tagen steigen die an und gemäss BAV müssten mittlerweile schon über 500 000 in der CH gestorben sein. Vermutlich werden die effektiven Todeszahlen einfach verheimlicht. Gruss vom Aluhuttragenden Flacherdler Büezer, der seit einem Jahr ohne unterbruch normal weiterarbeitet, ohne home office.

  3. lfm, 10.04.2021, 09:40 Uhr

    Wie absurd die COVID-Lügner mittlerweile argumentieren, bezeugen die Reaktionen ihrer «Propagandaminister» Roger Köppel und Daniel Stricker auf meinen «Tagi»-Gastbeitrag https://www.tagesanzeiger.ch/meinungsfreiheit-ist-heilig-in-klaren-grenzen-736806562826:

    https://www.youtube.com/watch?v=f4vl16JjjOQ&t=428s

    https://youtu.be/jSRsQBsvulU

  4. P. Nigg, 10.04.2021, 09:26 Uhr

    Bürgerliches Schafspelzchen umgehängt und von bedrohter Demokratie schwafeln.
    Mit rechtsextremen und wissenschaftfeindlichen Wölfen aber gut vernetzt.
    Pure Rattenfängerei.

  5. Uwe, 10.04.2021, 09:14 Uhr

    …genau :sooo schlimm ist es ja noch nicht!
    Schön stillhalten! Wird schon nicht grad mich treffen !
    NOCH geht‘s ja…
    🤦‍♂️

  6. Marc Mingard, 10.04.2021, 09:06 Uhr

    Von „dunkelster Stunde“ zu sprechen ist polemisch und wohl primär eigennützigen Zwecken zuzuordnen, was ich in der aktuellen Lage für sehr gefährlich und kontraproduktiv halte.
    Im übrigen pflichte ich bei, dass es gilt äusserst wachsam zu bleiben, da die Entwicklung (weltweit) mehr als heikel ist. Die Schweiz zeigte aber im letzten Jahr, dass unsere Demokratie bisher funktioniert hat. Umso weniger nachvollziehbar wie nun mit fadenscheinigen Argumenten Kundgebungen verboten werden.
    Soll die Demokratie überleben ist es angezeigt endlich damit zu beginnen, Wirtschaft und Politik rigoros zu trennen und getrennt zu halten, ähnlich wie wir dies bereits mit Kirche und Staat gemacht haben. Wenn ich mich richtig erinnere war Mussolini’s Definition vom echten Faschismus eine 100% symbiose/Vermischung von Wirtschaft und Staat. Das kann niemand im Ernst wollen.

  7. paul, 09.04.2021, 19:39 Uhr

    die dunkelste stunde …, ist immer noch sehr hell bei uns. liebe leute schaut links und rechts, rund um die schweiz. wir haben im vergleich kleine massnahmen. uch verstehe die jungen und diejenigen welche ihre arbeit einstelken mussten, ihre egsistenz sm verlieren sind. aber bitte bitte nicht von demokratie verlust posaunen. allen toi toi und viel gesundheit.

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