Kaum Einnahmen durch Billettsteuer: Stadt Luzern fehlen 3,7 Millionen Franken
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Kulturhäuser sollen erhalten werden – damit sie nach dem Lockdown ihr Angebot wieder hochfahren können. (Bild: Sandro La Marca)

Rettungspaket für Kultur und Sport Kaum Einnahmen durch Billettsteuer: Stadt Luzern fehlen 3,7 Millionen Franken

2 min Lesezeit 1 Kommentar 23.02.2021, 11:00 Uhr

Derzeit finden keine Veranstaltungen statt. Das heisst: Der Stadt Luzern fehlen die Einnahmen über die Billettsteuer. Um Vereine, Festivals und Anlässe am Leben zu erhalten, beantragt der Stadtrat deshalb erneut Geld in Millionenhöhe.

Im Schnitt sind in den letzten Jahren 5,85 Millionen Franken in die städtischen Fonds geflossen, die mit Einnahmen von der Billettsteuer gespeist werden. Wie schon im Vorjahr wird das auch 2021 ganz anders aussehen. Denn: Wegen der bundesrätlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus finden bis auf weiteres keine Veranstaltungen statt.

Wie hoch der Ausfall über das ganze Jahr verteilt aussehen wird, ist offen. «Schätzungen sind derzeit schwierig, weil unklar ist, wie sich die Pandemie-Situation im Jahr 2021 entwickeln wird», schreibt der Stadtrat in einem Bericht ans Parlament. Er beantragt einen Nachtrags- und Sonderkredit in der Höhe von 3,7 Millionen Franken, um die Auswirkungen auf die städtische Kultur- und Sportlandschaft abzufedern.

Geld für Kunstprojekte, Jugendsport und Festivals

Die Einnahmen aus der Billettsteuer fliessen normalerweise in drei Fonds:

  • Fuka-Fonds (855’000 Franken): Mit diesem Geld werden – auf Gesuch hin – künstlerisch-kulturelle Produktionen und Veranstaltungen gefördert.
  • Jugendsportförderungsfonds (855’000 Franken): Mit diesem Geld werden Stadtluzerner Vereine unterstützt, die insgesamt 5000 Kinder und Jugendliche betreuen.
  • Fonds zur Förderung von Kultur und Sport (3,99 Millionen Franken): Mit zwei Dritteln dieses Geldes wird ein wesentlicher Anteil des städtischen Kulturangebots finanziert – insbesondere Festivals und mittlere Institutionen von regionaler Bedeutung. Ein Drittel fliesst an grössere jährlich wiederkehrende Veranstaltungen, die für die Stadt Luzern auch «im Sinne des Stadtmarketings» von Bedeutung sind (Rudern, Laufsport usw.)

Ziel: Strukturerhalt

Stellt sich die Frage: Wenn keine Veranstaltungen stattfinden, warum braucht es dann trotzdem Geld aus den Fonds? «Der Finanzierungsbedarf im Kultur- und Sportbereich reduziert sich nicht im selben Masse, auch wenn Veranstaltungen nicht mehr oder reduziert stattfinden», schreibt der Stadtrat dazu.

Heisst: Es geht darum, mit dem Geld die Strukturen zu schützen, die das Rückgrat des Kultur- und Sportlebens der Stadt sind. Nur wenn diese erhalten bleiben, kann künftig das Angebot wieder hochgefahren werden.

Entscheiden über den 3,7-Millionen-Nachtragskredit wird das Stadtparlament. Sollten dieses Jahr – wider Erwarten – doch mehr als zwei Millionen Franken über die Billettsteuer eingenommen werden, wird auf die Beanspruchung des Nachtragkredites verzichtet, versichert der Stadtrat. Bereits 2020 hat er ein Rettungspaket geschnürt, zu dem mehrere Millionen Franken als Ausfall-Kompensation für die Billettsteuer gehörten (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. D.K., 23.02.2021, 13:42 Uhr

    Dafür steigen aber handkehrum die Sozialausgaben inflationär in unerreichte Höhen. Fazit: In der Stadtkasse wird alsbald ein riesiges Loch klaffen…! Einschneidende Sparpakete sind nur noch eine Frage der Zeit, Steuererhöhungen extrem unpopulär und politisch daher nicht die erste Option! Vielleicht sollte man mal damit beginnen, für die Nutzung städtischer Finanzliegenschaften durchgehend Miete zu verlangen…

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