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Kantonsspital Zug stoppt das Projekt «Erweiterte Geburtshilfe»
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Kaderleute des Kantonsspitals Zug wandern ab. Das Spital gibt jetzt Gegensteuer und holt sich in verschiedenen Fachbereichen Verstärkung. (Bild: PD)

Streit mit Zuger Kinderärzten uferte aus Kantonsspital Zug stoppt das Projekt «Erweiterte Geburtshilfe»

2 min Lesezeit 29.08.2017, 13:31 Uhr

Das Zuger Kantonsspital stoppt den Aufbau der erweiterten Grundversorgung in der Geburtshilfe. Weil sich das Spital sich mit den örtlichen Kinderärzten zerstritten hat, stellt es die Kinderbetreuung durch künftig durch die Zusammenarbeit mit dem Kantosspital Luzern und dem Kinderspital Zürich sicher.

Das Zuger Kantonsspital vermeldet am Dienstag, dass das strategische Ziel des Aufbaus der erweiterten Grundversorgung in der Geburtshilfe (Neonatologie) vorerst nicht umgesetzt werde. Die bis Ende Juni 2017 vom Zuger Kantonsspital beauftragten Kinderärzte würden entgegen früherer Annahmen für die fachliche Weiterentwicklung der Neugeborenenbetreuung nicht zur Verfügung stehen.

Wegen des Mangels an spezialisiertem Pflegepersonal und weil die Anforderungen an eine Neonatologie in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter steigen werden, beurteilt das Spital den Aufbau aktuell als nicht realistisch.

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«Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit untergraben»

«Die Kündigung des Zusammenarbeitsvertrags durch 13 Kinderärztinnen und -ärzte nehmen wir zum Anlass, die ärztliche Betreuung der Neugeborenen neu zu regeln», so die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Die Weiterführung der bisherigen Kooperation mit allen beauftragten Kinderärzten sei nicht mehr möglich.

Mit der emotionalen und in die Öffentlichkeit getragenen Auseinandersetzung hätten die Vertreter der Kinderärzte die Basis untergraben, die für eine kollegiale, vertrauensvolle und zukunftsgerichtete Zusammenarbeit notwendig ist. Ausserdem sei eine «zeitgemässen Weiterentwicklung der Geburtshilfe» seitens der Kinderärzte abgelehnt worden. «Neu arbeiten wir mit einzelnen Kinderärztinnen und -ärzten zusammen, die der Weiterentwicklung der ärztlichen Betreuung unserer Neugeborenen offen gegenüberstehen und dafür neue Impulse geben», schreibt das Spital weiter.

Wie bisher nach Luzern oder Zürich

Die Neugeborenen werden seit Anfang Juli 2017 von Fachärzten für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neonatologie untersucht und betreut. Kranke Neugeborene oder Frühgeborene, die auf einer Neonatologie-Station weiterbetreut werden müssen, werden wie bisher mit der Baby-Ambulanz des Luzerner Kantonsspitals prioritär ins Kinderspital Luzern und ergänzend ins Kinderspital Zürich verlegt.

Der Streit war wegen einer Leistungs- und Abgeltungsfrage eskaliert. Das Zuger Kantonsspital hatte eine eigene Neonatoligie-Abteilung aufbauen wollen, die Kinderärzte hatten nach dem gleich hohen Tarif der Chamer Andreasklinik abrechen wollen, an der Belegärzte tätig sind.

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