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Kantonsrat: Franz Grüter bereits wieder draussen
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SVP-Nationalratskandidat Franz Grüter (Mitte) studiert die Wahlergebnisse – kurze Zeit später kann er jubeln. (Bild: Manuel Burkhard)

Kurzes Gastspiel des SVP-Präsidenten Kantonsrat: Franz Grüter bereits wieder draussen

3 min Lesezeit 19.10.2015, 13:36 Uhr

Nach seiner Wahl in den Nationalrat organisiert sich der Luzerner SVP-Präsident Franz Grüter neu. Er habe mit dem neuen Amt künftig viel zu tun und könne nicht alles unter einen Hut bringen. «Ich werde mein Kantonsratsamt abgeben», sagt er gegenüber zentral+. Und wer übernimmt? 

Für den Luzerner SVP-Präsidenten Franz Grüter war es ein Höhenflug. Seine Anspannung bei diesem Showdown sei für ihn wie nervliche Folter gewesen, wird er später sagen. Am Abend folgte die Erlösung mit doppeltem Zückerchen: Seine Partei holt sich einen zusätzlichen Sitz – und da sitzt er gleich noch selber drauf.

Der 52-Jährige kann in den Nationalrat einziehen und wird künftig mit Yvette Estermann und Felix Müri für die SVP im Nationalrat politisieren (zentral+ berichtete). 

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Es gibt zu viel zu tun

Die grosse Euphorie wurde aber von einer einfachen Tatsache wieder ein wenig gedämpft. Die zusätzliche Aufgabe in Bundesbern macht es für Grüter zeitlich schwierig, alles unter einen Hut zu bringen, sagt der Neo-Nationalrat am Montag gegenüber zentral+. Nationalratsmandat, SVP-Präsidentschaft sowie Kantonsratsmandat in Persona sei für ihn zuviel. Nach nur knapp einem halben Jahr gibt er seinen Sitz ordnungsgemäss im Kantonsrat wieder ab. Die zwei Mandate sind nicht miteinander vereinbar. 

Beruflich arbeitet Grüter als Chef und Verwaltungsratspräsident der IT-Firma «green.ch». Das Arbeitspensum eines Nationalrates wird je nach Kommissionszugehörigkeit und zusätzlichen Aufgaben auf mindestens 40 Stellenprozente geschätzt. «Es ist definitiv. Ich werde mein Kantonsratsmandat abgeben.»

«Entweder vor der nächsten oder übernächsten Session.» 

Franz Grüter, SVP-Präsident 

Wann er das Amt niederlegen will, sei für Grüter noch nicht klar. «Entweder vor der nächsten oder übernächsten Kantonsratssession», sagt er. Das bedeutet: Entweder auf Anfang November oder Anfang Dezember. 

Lüthold-Sidler wieder im Fokus

Für die Kantonsrats-Nachfolge von Franz Grüter steht wohl die Nottwilerin Angela Lüthold-Sidler in den Startlöchern. Sie könnte nachrücken. Denn sie wurde bei den Kantonsratswahlen Ende Mai nur wegen drei Stimmen nicht wiedergewählt. Unter anderem hatte das auch damit zu tun, dass Franz Grüter mit seinem Resultat und mehr als 500 Stimmen Vorsprung vorne ins SVP-Kandidatenfeld reinpreschte. 

«Ich bin momentan beruflich sehr stark eingebunden.»

 Angela Lüthold-Sidler

Ob sie wirklich zur Verfügung steht, möchte die 57-Jährige auf Anfrage noch nicht sagen. Die Chancen für ein Kantonsrats-Comeback stünden bei ihr noch 50 zu 50. «Ich bin momentan beruflich sehr stark eingebunden», sagt Lüthold-Sidler auf Anfrage. Deshalb müsse sie sich das Nachrutschen gut überlegen.

Angela Lüthold Sidler, ehemalige Luzerner Kantonsrätin.

Angela Lüthold Sidler, ehemalige Luzerner Kantonsrätin.

(Bild: zvg)

Als Mitinhaberin der Bauholz-Firma Sidler & Co sei sie sehr gefordert. Auch mit der Parteileitung sei das Ganze noch nicht besprochen worden. Für ein Kantonsratsmandat geht die Luzerner Regierung von einem Arbeitspensum von 25 Stellenprozenten aus. 

Lüthold-Sidler war bei den Kantonsratswahlen eine von elf Politikerinnen und Politikern, welche die Wiederwahl ins Parlament nicht geschafft haben – unter anderem wegen Franz Grüter. Dass sie gerade wegen ihm nun doch wieder zur Diskussion steht: «Ich war damals enttäuscht von meiner Abwahl. Geärgert hat mich das nicht. Grüter hatte als SVP-Präsident eine gute Ausgangslage. Das gilt es zu akzeptieren.» 

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