Kanton Zug will Härtefälle mit 44 Millionen Franken unterstützen
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Finanzdirektor Heinz Tännler will die Zuger Unternehmen unterstützen. (Bild: Screenshot mam)

Corona-Hilfe für Unternehmen Kanton Zug will Härtefälle mit 44 Millionen Franken unterstützen

2 min Lesezeit 03.11.2020, 14:30 Uhr

Firmen, die von den Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, bekommen bald finanzielle Hilfe. Die Zuger Regierung stellt als Sofortmassnahme 500’000 Franken zur Verfügung. Der Kantonsrat soll zusätzlich 44 Millionen Franken bewilligen.

Gerade die Event-, Reise-, Schausteller- und Tourismusbranchen leiden massiv unter der Pandemie. Seit Monaten kämpfen sie ums Überleben. Dabei hätten einige mittelfristig ohne Corona gute Chancen gehabt. In diesen Fällen – den sogenannten Härtefällen – will der Kanton Zug nun Unterstützung bieten. Als kurzfristige Sofortmassnahme stellt er den Unternehmen ab dem 1. Dezember 500’000 Franken aus dem Lotteriefonds für dringende Fälle zur Verfügung, heisst es in einer Mitteilung.

Das ist aber noch nicht alles: Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, einen Rahmenkredit von 44 Millionen Franken zu bewilligen. Maximal 40 Millionen sollen in Form von rückzahlbaren Darlehen, maximal 4 Millionen in nicht rückzahlbaren Beiträgen genehmigt werden.

Bund plant Unterstützung auf Dezember

«Für die ordentliche Abwicklung der Härtefallgesuche braucht es einen Kantonsratsbeschluss, der im Idealfall noch vor Ende 2020 verabschiedet wird», so Finanzdirektor Heinz Tännler. Sobald der Antrag genehmigt ist, werden die Ausgaben dem Rahmenkredit belastet und dem Lotteriefonds wieder gutgeschrieben, verspricht der Kanton.

Der Bund will sich selbst am Härtefallprogramm beteiligen. Dafür stützt er sich auf das eidgenössische Covid-19-Gesetz. Am Mittwoch will er den Entwurf der Verordnung in die Vernehmlassung schicken. Geplant ist, dass sich Kantone und Bund je zur Hälfte an den Beiträgen beteiligen. Die Verordnung des Bundes soll ebenfalls am 1. Dezember in Kraft treten.

Nicht jeder Konkurs kann vermieden werden

«Es stand ausser Frage, dass sich der Kanton Zug an diesem Bundesprogramm beteiligen wird, zumal es um die Existenzsicherung von Zuger Unternehmen geht, die vor Ausbruch der Pandemie profitabel unterwegs waren», so Tännler. Als Härtefall gelten Unternehmen, deren Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Schnitts liegt. Auch die ganze Vermögens- und Kapitalsituation wird berücksichtigt. Im Kanton Zug müssen sie seit dem 1. Oktober ihren Sitz haben. Zudem müssen sie vor dem Ausbruch der Pandemie profitabel oder überlebensfähig gewesen sein. Jeden Konkurs zu vermeiden, sei volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, schreibt der Kanton.

Um all diese Kriterien zu prüfen, braucht es Ressourcen. Der Kanton ziehe deshalb Fachpersonal mit spezifischem betriebswirtschaftlichem Fachwissen bei. Ausserkantonale Expertinnen sollen einer Gleichbehandlung aller Firmen gewährleisten. Solche halfen bereits beim kantonalen Stützungsfonds aus.

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