Kanton Zug sucht fünf Veranstalter für Grossanlässe bis 1’000 Personen
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Die Musicalgruppe Voicesteps plant eine Testveranstaltung vor grossem Publikum. (Bild: Thomas P. Krähenbühl [email protected])

Erste Meldungen bereits eingegangen Kanton Zug sucht fünf Veranstalter für Grossanlässe bis 1’000 Personen

4 min Lesezeit 01.06.2021, 19:00 Uhr

Sportevents, Konzerte oder Festanlässe in grösserem Stil: Grossveranstaltungen können von der Zuger Polizei neu wieder bewilligt werden. Der Regierungsrat hat beschlossen, im Juni fünf Grossprojekte zu ermöglichen mit bis zu 600 Teilnehmenden in Innenräumen oder 1’000 im Freien. Die ersten Veranstalter sind schon in den Startlöchern.

Der Bundesrat lässt ab dem 1. Juli wieder Veranstaltungen mit mehr als 1’000 Personen zu. Voraussetzung ist, dass die epidemiologische Lage die Durchführung erlaubt und die notwendigen Kapazitäten für das Contact Tracing und die Gesundheitsversorgung vorhanden sind. Im Kanton Zug ist das der Fall. Der Regierungsrat hat die Zuständigkeiten nun in einer speziellen Verordnung geregelt. Für die Umsetzung ist die Zuger Polizei zuständig, die auch als Bewilligungsinstanz für Grossveranstaltungen bestimmt wurde.

Die Zuger Polizei erteilt die Bewilligungen, allenfalls unter Auflagen, wenn die vom Bundesrat definierten Voraussetzungen erfüllt sind, heisst es in einer Mitteilung des Regierungsrates. Für eine Veranstaltung braucht es ein adäquates Schutzkonzept, zudem müssen die Bestimmungen für den Zugang und die maximal erlaubte Personenzahl eingehalten werden.

Zur Beurteilung der gesundheitlichen Lage werden die Verantwortlichen vom Kantonsarzt unterstützt. Wenn sich die Situation verschlechtert, können zusätzliche Einschränkungen erlassen werden – der Regierungsrat kann eine Bewilligung sogar widerrufen. Allerdings können die Veranstaltenden in diesem Fall nicht mit einer automatischen Entschädigung rechnen, wie sie andernorts vorgesehen ist. «Der Regierungsrat wird diese Frage von Fall zu Fall prüfen», erklärt Sicherheitsdirektor Beat Villiger auf Anfrage. «Wir sind aber sicher bestrebt, so viel Support zu leisten wie möglich und Risiken zu minimieren.»

Fünf Grossveranstaltungen bereits im Juni

Der Regierungsrat hat sich im Weiteren dafür ausgesprochen, bereits diesen Juni bis zu fünf Pilotprojekte zuzulassen. Dies, um Modelle für eine sichere und praxistaugliche Durchführung von Grossveranstaltungen zu erproben. Berücksichtigt werden sollen verschiedene Veranstaltungstypen: «Das können Sportevents, kulturelle Vorführungen, aber auch Jubiläen oder andere Festveranstaltungen sein», ergänzt Regierungsrat Villiger. Die Pilot-Veranstaltungen müssen pro Anlass mit mindestens 300 und dürfen in Innenräumen mit höchstens 600, im Freien mit höchstens 1’000 Personen durchgeführt werden. Die Rahmenbedingungen sind vom Bund geregelt.

Wer einen solchen Testevent durchführen will, muss sich allerdings sputen. Bis am 3. Juni müssen sich Interessierte mit der kantonalen Meldestelle der Zuger Polizei ([email protected]) in Verbindung setzen. Bereits am Freitag, 4. Juni, werden Gesundheitsdirektor Martin Pfister und Sicherheitsdirektor Beat Villiger entscheiden, welche Projekte für Pilotversuche in Frage kommen. Die Zuger Polizei nimmt dann mit den ausgewählten Organisationen Kontakt auf und regelt das Bewilligungsverfahren.

Verein Voicesteps hofft auf Zusage

Bereits haben sich mehrere Interessenten bei der Zuger Polizei für die Testveranstaltungen gemeldet. Von den etablierten Kulturhäusern planen weder die Chollerhalle noch die Galvanik mitzumachen. Auch der EVZ plant keine Pilotevents. Hingegen hat sich das Zuger Stadtorchester für sein Sommerkonzert angemeldet. Und der Verein Voicesteps möchte gern das Musicalprojekt «Seussical» im Chamer Lorzensaal vor grossem Publikum aufführen, wenn möglich sogar mehr als einmal. «Da die Umsetzungszeit sowieso sehr knapp ist, haben wir mit den Vorbereitungen begonnen», sagt Guido Simmen, Leiter der Musicalschule. Im Projekt wirken rund 60 Kinder mit. Vorgesehen wäre, im Lorzensaal 360 Zuschauer zuzulassen. Das entspricht zwei Dritteln der Saalkapazität.

«Die Jugendlichen erleben, dass es sich lohnt, zu kämpfen, sich zu engagieren und dran zu bleiben.»

Guido Simmern, Leiter Musikalschule Voicesteps

Für Guido Simmen ist die Bedeutung einer solchen Testveranstaltung enorm: «Es ist, gerade für die Jugendlichen, und besonders in dieser Zeit, extrem wichtig und wertvoll, wenn sie ihre tolle Produktion, ihre eindrückliche Leistung einem grösseren Publikum zeigen.» Zudem könne dies auch helfen, das «Coronatrauma» nachhaltig zu überwinden. «Die Jugendlichen erleben, dass es sich lohnt, zu kämpfen, sich zu engagieren und dran zu bleiben.»

Der Verein Voicesteps hat sich in den letzten Monaten in grossem Masse für die Wiederauferstehung der Kultur engagiert, zum Beispiel mit der Schaffung des Kulturprovisoriums (zentralplus berichtete). Damit wollen sie zeigen, dass sie sich nicht an den Einschränkungen und Verboten kaputtmachen, sondern neue Möglichkeiten und Wege suchen und gehen. Ein finanzieller Erfolg ist für Guido Simmen nicht das Ziel: «Es geht um die Jugendlichen, die in der selbst gelebten Kultur eine gute Heimat suchen und finden.»

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