Guido Graf riecht ein Geschäft Kanton Luzern bemüht sich um ein Bundesasylzentrum

2 min Lesezeit 1 Kommentar 15.11.2017, 15:46 Uhr

In der Innerschweiz gibt es ein Wettrennen um Bundesasylzentren. Denn diese sind für die Kantone sehr lukrativ. Welche Gemeinde als Standorte in Frage kommen, ist jedoch noch nicht klar.

Ein Bundesasylzentrum im Kanton Luzern? Was bisher überhaupt kein Thema war, wird nun plötzlich aktuell. Gemäss einem Beitrag des «SRF» führt Regierungsrat Guido Graf derzeit mit drei Gemeinden Gespräche – welche, ist nicht bekannt. Der Grund für Grafs Bemühungen ist finanzieller Natur. Betreibt ein Kanton ein Asylzentrum, muss er im Gegenzug nicht so viele anerkannte Flüchtlinge aufnehmen.

In ein Bundesasylzentrum kommen nur jene Asylsuchenden, die entweder abgewiesen oder auf andere Kantone verteilt werden. Für anerkannte Flüchtlinge hingegen muss der Kanton Steuergelder einsetzen, um für die Integration oder die Sozialhilfe zu sorgen. Regierungsrat Guido Graf (CVP) rechnet der «Rundschau» vor: «In den ersten fünf Jahren gewinnen wir 400’000 Franken pro Jahr, ab dem 10. Jahr sind es 4,5 Mio. Franken.»

Auch Obwalden liebäugelt mit Zentrum

18 Bundesasylzentren will das Bundesamt für Migration von Bundesrätin Simonetta Sommaruga schweizweit installieren. 13 Standorte sind gesetzt, zwei müssen noch gesucht werden und drei Standorte sind umstritten – darunter der Standort Zentralschweiz. Geplant war ein Zentrum nahe dem Städtchen Schwyz. Die Gemeinde war einverstanden, der Kanton jedoch nicht. Und auch politisch gibt es Widerstand. Die SVP sammelt Unterschriften und war damit laut eigenen Angaben sehr erfolgreich.

Im Kanton Obwalden, auf über 1500 Metern über Meer, weit weg vom nächsten Dorf, betreibt der Bund auf dem Glaubenberg ein weiteres Asylzentrum. Dies ist allerdings nur ein Zentrum auf Zeit. Denn es steht mitten in einer Moorlandschaft von nationaler Bedeutung. Der Obwaldner Regierungsrat Christoph Amstad (CVP) sagt im SRF-Beitrag: «Wir bedauern den Entscheid. Für Obwalden wäre es finanziell interessant, ein neues Bundesasylzentrum zu betreiben.» 

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1 Kommentare
  1. Boris Kerzenmacher, 10.12.2017, 12:15 Uhr

    Dass eine Flüchtlingspolitik sich nicht nur in humanitären Gesten erschöpft, ist klar.
    Wenn man sich für die Aufnahme von vielen Flüchtlingen entscheidet, sollte man vorher einen funktionierenden Plan haben, wie man mit den weitreichenden Folgen wie Finanzierung, Familiennachzug, Integration, Auswirkung auf die Gesellschaft etc. umgeht.
    Ein solcher Plan ist in aber nicht wirklich erkennbar. Die Folgen und Veränderungen werden trotzdem nicht ausbleiben. Es wird daher noch recht chaotisch werden.

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