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Kann man in Zug bald bis 20 Uhr einkaufen?
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Nicolas Burnier, Tabea Estermann und Gian Brun sind die Zugpferde der «+1-Initiative». (Bild: Montage wia)

Drei Zuger Jungparteien reichen Gesetzesinitiative ein Kann man in Zug bald bis 20 Uhr einkaufen?

3 min Lesezeit 6 Kommentare 30.09.2019, 18:30 Uhr

Drei bürgerliche Jungparteien haben am Montag die «+1-Initiative»-Gesetzesinitiative bei der Zuger Staatskanzlei eingereicht. Endlich, so könnte man sagen. Denn schon seit vier Jahren läuft die Unterschriftensammlung. Für die lange Verzögerung gibt es jedoch gute Gründe.

Drei Zuger Jungparteien haben genug davon, um 19 Uhr vor verschlossener Ladentür zu stehen. 2027 Stimmen haben sie für ein Anliegen gesammelt, das Zuger Politiker schon lange bewegt. Konkret wird mit der +1-Initiative gefordert, dass die Ladenöffnungszeiten täglich um eine Stunde verlängert werden dürfen. Die Initiative wurde nun – vier Jahre nach Sammelbeginn – bei der Zuger Staatskanzlei eingereicht.

Bereits im Jahr 2015 hatten fünf städtische FDP-Politiker die Gesetzesinitiative «1 Stunde länger» lanciert. Es sei nötig, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Detailhandel flexibler zu gestalten, argumentierten die Initianten damals.

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Will heissen: Es soll zumindest gesetzlich erlaubt sein, dass Läden unter der Woche bis 20 Uhr und am Wochenende bis 18 Uhr geöffnet haben.

Das lokale Anliegen erlahmte zeitweilig

Weil im Jahr 2016 über eine Neuregelung auf nationaler Ebene debattiert wurde, kam das Begehren auf kommunaler Ebene jedoch zum Erliegen. Nur: Während der Nationalrat das Anliegen deutlich guthiess, sprach sich der Ständerat dagegen aus, längere Öffnungszeiten zu erlauben. Weshalb nun also wieder auf lokaler Ebene dafür gekämpft wird.

An vorderster Front mit dabei: Gian Brun von den Jungfreisinnigen, Tabea Estermann von der Jungen GLP sowie Nicolas Burnier von der JSVP. «Wir finden, mit der aktuellen Regelung bevorteilt man sogenannte Convenience Stores zulasten von herkömmlichen Läden», sagt Brun gegenüber zentralplus. Denn in ebendiesen Convenience Stores, etwa Tankstellenshops oder Bahnhofsläden, stünden abends und am Wochenende häufig lange Schlangen von Menschen.

«Darum glauben wir, dass das Bedürfnis nach längeren Öffnungszeiten bei den Zugern durchaus vorhanden ist», so Gian Brun.

Niemand soll müssen, alle jedoch dürfen

Es sei ja auch nicht so, dass durch die Gesetzesanpassung Läden verpflichtet seien, länger offen zu haben, betont Tabea Estermann vom Komitee. «Aber sie dürfen, wenn sie finden, dass dies einer echten Nachfrage entspräche, der man mit angemessenem Aufwand entgegnen könnte.»

Und sie gibt zu bedenken: «Rund um Zug, in Schwyz, Zürich oder auch Nidwalden – mit Ausnahme von Luzern –, entsprechen die Öffnungszeiten viel eher dem Zeitgeist.» Estermann glaubt, dass gerade im Businessort Zug mit seinen vielen Expats das Bedürfnis besteht, nach Feierabend länger einkaufen zu können.

«Gerade in Luzern sieht man beispielsweise, dass viele Leute nach Ladenschluss in den nahegelegenen Kanton Nidwalden fahren, um ihre Einkäufe zu tätigen.» Ein Umstand, der ökologisch fragwürdig sei, findet Estermann.

Nun also hat das Komitee seine benötigten 2000 Unterschriften beieinander. Die Initiative wird von der Staatskanzlei geprüft, danach wird sie im Kantonsrat behandelt.

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6 Kommentare
  1. Ernst Studer, 09.10.2019, 17:30 Uhr

    Da kommt man wieder mit ökologisch, die längeren Öffnungszeiten ist gerade das Gegenteil von ökologisch.
    Wenn man an den Mehrverbrauch von Strom, Licht div.Maschinen und vieles mehr denkt, ist das ein Schuss in die falsche Richtung.
    Ich kann mir vorstellen, dass die Befürworter Einkaufsgutscheine von Migros & Coop bekommen.
    Gruss
    Ernst

  2. Sophia Hug, 01.10.2019, 18:59 Uhr

    Wenn diese Initiative erlassen wird, werden die Grosshändler wie Migros und Coop dies ganz sicher ausnützen. Die kleinen Läden müssten dann sehr wahrscheinlich auch mitziehen, da man in einer Einkaufsallee wie die Metalli nicht einfach früher schliessen kann, wenn die anderen noch offen haben.
    Und jetzt überlegt euch mal, dass sie auch noch etwas anderes aus ihrem Leben machen möchten als nur zu arbeiten!

  3. Hans Peter Roth, 01.10.2019, 15:11 Uhr

    Wir brauchen keine 7×24 Stunden-Gesellschaft. Ich kenne niemanden, der zu den aktuellen Ladenöffnungszeiten nicht seine lebensnotwendigen Einkäufe tätigen kann. Anstatt noch länger sinnlos in den Konsumtempeln herumzulungern, sollten Menschen vermehrt meditieren über den Zustand des Planeten Erde, über ihr eigenes ruinöses Leben, etc.

  4. Rolf, 30.09.2019, 19:23 Uhr

    Fragt mal das Personal an der Migros Chollermühle ob sie es lustig finden bis 23.00h zu arbeiten!!!!
    Sie haben auch eine Familie und können ihre Kinder nur an ihren Feiertagen sehen.
    Warum muss man an einer Tankstelle seine “Grosseinkäufe” besorgen oder um 22.30h noch sein Schnaps oder Bier besorgen? Sorry denkt einfach mal an die Leute die dort arbeiten MÜSSEN !!! Im Artikel heisst es “FREIWILLIG” dann schaut mal ihr Arbeitsvertrag an und was diese verdienen….

    1. Felix Baron, 30.09.2019, 20:56 Uhr

      Ob sie es lustig finden weiss ich nicht. Meine Verwandte war jedenfalls sehr froh, konnte sie in einem Tankstellenshop im Kanton Zug nachts und an den Wochenenden arbeiten. So hat sie sich ihr Studium finanziert. Denn es gibt nicht nur Eltern, die arbeiten. Für diese hat es nicht wenige andere Stellen.

    2. Klemens Iten, 30.09.2019, 20:59 Uhr

      Nur zur Richtigstellung: Convenience-Stores dürfen nach wie vor bis 22:00 offen bleiben, das ändert sich nicht. Es geht um die regulären Öffnungszeiten (bis 19:00 bzw. 17:00 am Wochenende).