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Kampf ums Stadtpräsidium: Karl Kobelt will – Vroni Straub auch
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Wer beerbt den Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller (links)? Karl Kobelt (vorne links) wird von seiner Partei fürs Stadtpräsidium portiert. Doch auch andere hätten Ambitionen. (Bild: Archiv/mbe.)

Zug: Wer beerbt Dolfi Müller? Kampf ums Stadtpräsidium: Karl Kobelt will – Vroni Straub auch

4 min Lesezeit 30.08.2017, 05:00 Uhr

Die FDP Zug will 2018 einen zweiten Sitz im Stadtrat erobern – und erhebt Anspruch aufs Stadtpräsidium. Karl Kobelt soll  nächster Zuger Stadtpräsident werden. Es könnte eine Kampfwahl werden, denn es gibt weitere Interessenten.

Der Zuger SP-Stadtpräsident Dolfi Müller hat schon früh kommuniziert, dass er 2018 zurücktreten wolle. Müller ist seit 2007 im Amt und der zweite linke Stadtpräsident in der Geschichte Zugs.

Vor Müller übte Christoph Luchsinger (FDP) das Amt sieben Jahre aus, davor war Othmar Romer (SP) von 1995 bis 1998 Stadtpräsident. (siehe Grafik unten).

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Die FDP Zug hat nun als erste Partei den Schleier über ihre Ziele bei den städtischen Wahlen 2018 enthüllt und teilte mit, dass sie ihre Kandidatensuche abgeschlossen habe (zentralplus berichtete). Die FDP will ihren Stadtrat Karl Kobelt ins Rennen ums Stadtpräsidium schicken. Karl Kobelt ist seit 2012 in der Exekutive und der Finanzchef von Zug.

«Ich würde gerne als Stadtpräsidentin kandidieren, wenn man mich anfragen würde.»
Vroni Straub, Zuger Stadträtin

Erste Stadtpräsidentin von Zug?

Es kommt möglicherweise auch zu einem Kampf ums Stadtpräsidium, denn es gibt weitere Interessierte. CSP-Stadträtin Vroni Straub-Müller erklärte auf Anfrage von zentralplus: «Ich würde gerne als Stadtpräsidentin kandidieren, wenn man mich anfragen würde. Ich wäre die erste Frau in diesem Amt.»

SP-Kandidatur von Karin Hägi nicht ausgeschlossn

Wenn Dolfi Müller nächstes Jahr zurück tritt, muss die SP Stadtratskandidaten präsentieren, wenn sie ihren Sitz verteidigen will. Laut  der städtischen SP-Präsidentin Karin Hägi laufen Gespräche zur Kandidatensuche, es gibt verschiedene Interessenten. «Wir sind noch mit mehreren Personen im Gespräch. Aktuell ist auch eine Kandidatur meinerseits nicht ausgeschlossen», sagt Hägi zentralplus. Karin Hägi war vor Hugo Halter Ratspräsidentin des Grossen Gemeinderats (GGR).

Natürlich müsste die Christlich Soziale Partei Zug sie dafür zuerst nominieren und unterstützen. Überdies brauche es auch die Stimmen der anderen Linken und Bürgerlichen, sagt die Oberwilerin. Die Vorsteherin des Bildungsdepartements würde sich die Aufgabe zutrauen. «Sehr viel anders wäre es nicht. Einfach ein Schritt mehr, als ich es in der Führung meines Departements gewohnt bin.»

Als Stadträtin ist sie sowieso motiviert, für eine weitere Legislatur zu kandidieren. Sie würde nach sieben Jahren im Amt gerne als Stadträtin weitermachen. «Ich fühle mich getragen und akzeptiert», sagt Straub.

Der Zuger Stadtrat an einer GGR-Sitzung (vordere Reihe): V.l. Karl Kobelt, FDP, André Wicki, SVP, Stadtpräsident Dolfi Müller, SP, Vroni Straub, CSP, und Urs Raschle, CVP.

Der Zuger Stadtrat an einer GGR-Sitzung (vordere Reihe): V.l. Karl Kobelt, FDP, André Wicki, SVP, Stadtpräsident Dolfi Müller, SP, Vroni Straub, CSP, und Urs Raschle, CVP.

(Bild: Archiv/mbe.)

 

Raschle will weiter machen

Urs Raschle (CVP), der 2014 mit Unterstützung von BS14 in den Stadtrat gewählt wurde, will für eine zweite Legislatur kandidieren.

«Dolfi Müller leitet den Stadtrat enorm pragmatisch und mit einer gewissen Coolness.»
Urs Raschle, Zuger Stadtrat

Er sei sehr glücklich in seinem Amt, betont er auf Anfrage. «Ich liebe meinen Job und mache das enorm gern», sagt der Vorsteher des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit. In seinem vielfältigen Amt habe er Kontakt mit vielen Menschen. «Die Zuger haben von der Wiege bis zur Bahre mit unserem Departement zu tun».

Raschle sagte, er bedauere, dass Dolfi Müller zurücktrete. «Er leitet den Stadtrat enorm pragmatisch und mit einer gewissen Coolness.» Müller habe grosse Erfahrung und unterstütze die Mitglieder. Der Stadtrat funktioniere heute sehr gut, so Raschle. «Die Zusammenarbeit steht und fällt mit der Führungsperson.»

Die übrigen Zuger Stadträte waren für eine Stellungnahme wegen der Sitzung des Grossen Gemeinderats nicht erreichbar.

«Wir haben zwei motivierte und fähige Kandidaten für den Stadtrat.»
Patrick Mollet, Präsident FDP Stadt Zug

Zweiter Stadtratssitz das Ziel der FDP

Die FDP der Stadt Zug teilte weiter mit, dass sie einen zweiten Stadtratssitz anstrebt. Die Kandidaten sind Eliane Birchmeier und Stefan Moos, beide Mitglieder des Grossen Gemeinderats Zug. Am 29. September will die FDP ihre Kandidaten für den Stadtrat offiziell nominieren.

Die städtische FDP rechnet sich laut Parteipräsident Patrick Mollet gute Chancen aus, einen zweiten Sitz zu erobern. «Wir haben zwei motivierte und fähige Kandidaten. Die FDP Zug hält zehn von 40 Sitzen im Gemeinderat und ist mit rund einem Viertel der Stimmen die wählerstärkste Partei in Zug», sagt Mollet. Die Partei präsentiert bewusst eine Auswahl und wird Ende September an der Nominationsversammlung keine Wahlempfehlung abgeben.

Die anderen Parteien halten sich noch bedeckt. Es wird aber 2018 zu Kampfwahlen im Stadtrat kommen.  Der Zuger Stadtrat setzt sich seit 2014 aus je einem Vertreter der Parteien CSP (Vroni Straub-Müller), CVP (Urs Raschle), FDP (Karl Kobelt), SP (Dolfi Müller) und SVP (André Wicki) zusammen. Die Gesamterneuerungwahlen finden im Oktober 2018 statt.

Mission ist erfüllbar

Die Freisinnigen hatten lange Zeit zwei Sitze in der Stadtregierung inne. 2010, als der in der eigenen Partei unterschätzte FDP-Stadtrat Hans Christen nicht mehr antrat,  verlor die FDP jedoch einen Sitz an die SVP, die lange Zeit vergeblich versucht hatte, in die Stadtregierung zu gelangen. Mittlerweile hat SVP-Stadtrat André Wicki an Bekanntheit gewonnen – etwa indem er an der letzten Stapi-Wahl gegen Amtsinhaber Dolfi Müller (SP) antrat. Müller gewann mit 4102 Stimmen, 2987 Zuger stimmten 2014 für Wicki.

Dennoch ist ein zweiter Sitz für die FDP in Reichweite. 2010 war neben Kobelt auch Stefan Moos zur Wahl angetreten und nur ganz knapp gescheitert – er hatte nur 50 Stimmen weniger gemacht als Urs Raschle (CVP) – und 540 Stimmen weniger als André Wicki (SVP).

 

Die 14 Zuger Stadtpräsidenten seit 1874:

Die Liste der Zuger Stadtpräsidenten: 6 Konservative respektive später CVP-Männer, 6 Liberale und 2 Sozialdemokraten hatten das Amt seit 1874 inne.

Die Liste der Zuger Stadtpräsidenten: 6 Konservative respektive CVP-Männer, 6 Liberale und 2 Sozialdemokraten hatten das Amt seit 1874 inne.

(Bild: Kanton Zug)

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