Logistiker in Luzern verurteilt

Statt den Kunden schickte er sich die iPhones selbst

Die gestohlenen Geräte wollte der Logistiker weiterverkaufen. (Bild: mas)

Ein Logistiker einer Emmer Firma wurde wegen gewerbsmässigem Diebstahl verurteilt. Er hatte während eineinhalb Jahren Dutzende elektronische Geräte, die teils für Kunden bestimmt gewesen wären, gestohlen.

Zwölf Kopfhörer, sechs iPhones, sieben iPads, mehrere Laptops, Dutzende Smartwatches und sogar mehrere Überwachungskamerasysteme liess der Beschuldigte mitgehen. Die Liste wäre noch deutlich länger. Insgesamt stahl der 24-Jährige Waren im Wert von über 30'000 Franken. Dabei scheint er es besonders auf Geräte von Apple abgesehen zu haben. Dies geht aus einem Urteil des Luzerner Kriminalgerichts hervor.

Möglich machte ihm die dreisten Diebstähle sein Job. Der Mann, der im Kanton Zürich wohnte, arbeitete von 2020 bis 2021 bei einem Händler für technologische Geräte mit Sitz in Emmen.

Dort hatte er im Lager Zugang zu den Geräten. Er entwendete sie entweder direkt aus dem Warenbestand, aus den Paketen, die für Kundinnen bestimmt waren, oder er nahm sie aus dem Lager, mit retournierten oder defekten Geräten.

Er richtete gar eine Website für den Weiterverkauf ein

Der Dieb dürfte kaum schlicht ein Apple-Fan mit besonders langen Fingern gewesen sein. Wie das Kriminalgericht schreibt, hatte er vor, die Geräte weiterzuverkaufen. Teilweise gingen die Geräte an Bekannte. Der 24-Jährige hatte aber sogar eine eigene Website aufgeschaltet, über welche er die iPhones, iPads und Co. verticken wollte. Einige der Geräte habe er genutzt, um Reparaturen an seinem Auto zu bezahlen.

Damit nicht genug: Um die Geräte zu verschicken, klaute er bei seiner Arbeitgeberin auch das Verpackungsmaterial. Kartonschachteln, Etiketten, Füllmaterial im Wert von über 400 Franken liess er mitgehen. Die Pakete schickte er sich entweder selbst nach Hause oder an Dritte.

Bei seiner Verhaftung fand die Polizei Dutzende leere Verpackungen von Smartphones, Tablettes oder Smartwatches.

«Vertrauen aufs Gröbste missbraucht»

Für die Diebstähle sowie für den Besitz von illegaler Pornografie verurteilte das Luzerner Kriminalgericht den Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten und einer Busse von 500 Franken. Weil er in den eineinhalb Jahren, die er bei dem Emmer Unternehmen gearbeitet hatte, regelmässig und oft gestohlen hatte, habe er gewerbsmässig gehandelt. Er habe wohl die Absicht gehabt, sich mit dem Diebstahl und dem Weiterverkauf der Geräte einen Teil seines Lebensunterhalts zu finanzieren, schreibt das Gericht. Laut Gericht verdiente er als Logistiker etwas mehr als 4000 Franken. Das reichte ihm scheinbar nicht.

Er habe das Vertrauen seiner Arbeitgeberin aufs Gröbste missbraucht, urteilt das Gericht. Er ist ausserdem in Zug wegen Verletzung der Verkehrsregeln und in Zürich wegen falscher Anschuldigung, Vergehen gegen das Waffengesetz und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorverurteilt.

Noch hängig auf dem Zivilweg ist die Forderung der Firma, welche die 30'000 Franken, die der ehemalige Logistiker an Waren gestohlen hat, zurückhaben will.

Verwendete Quellen
  • Urteil Kriminalgericht Luzern
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