«Nur» bedingte Strafe

Schwyzer Käser ist schuld am Tod von sieben Menschen

Dieser Käse wurde damals zurückgerufen. Für einige Konsumenten kam die Warnung aber zu spät. (Bild: zvg)

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz hat einen Käser wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung verurteilt. Sein Käse war mit Listerien kontaminiert – und für sieben Menschen tödlich.

Weitere 13 Menschen erkrankten erwiesenermassen wegen des kontaminierten Käses. Wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift schreibt, sei der 65-jährige Schwyzer Käser seiner Kontrollpflicht ungenügend nachgekommen. Er wird zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten und einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 120 Franken verurteilt.

Sowohl die Freiheitsstrafe als auch die Geldstrafe sind aber «nur» bedingt, mit einer Probezeit von zwei Jahren. Das Urteil ist rechtskräftig.

Warnung vor Schwyzer Käse kam zu spät

Wie «SRF» berichtete, sei der Käser damals von verschiedenen Grosskunden auf Listerien in seinen Produkten aufmerksam gemacht worden. Daraufhin schickte er dem Kantonschemiker diverse Proben zur Kontrolle ins Laboratorium der Urkantone. Dieses konnte die Listerien nachweisen. Seine Käserei ein Steinerberg ist seither zu.

Das zuständige Bundesamt erliess im Mai 2020 eine öffentliche Warnung für 26 Produkte der Käserei. Doch die kam für mehrere erkrankte und zu diesem Zeitpunkt bereits gestorbene Konsumentinnen zu spät.

Hierauf reichte der Kantonschemiker im Juli 2020 eine Strafanzeige gegen den Schwyzer Käser ein (zentralplus berichtete).

Wie «SRF» weiter schreibt, überleben Listerien vorwiegend auf Weichkäse, weil dieser aus Rohmilch hergestellt wird. Beim Pasteurisieren sterben die Bakterien.

Verwendete Quellen
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