Er klaute Diebesgut im Wert von fast 70’000 Franken

Mit gestohlenem Luzerner Auto in Frankreich erwischt

Der Einbrecher brach gern Autos auf und liess diese auch mitgehen. (Bild: Adobe Stock)

Velos, Kreditkarten, sogar Autos – ein Mann kam aus Frankreich extra nach Luzern, um alles zu klauen, was nicht niet- und nagelfest war. Dafür wurde er nun verurteilt. Aufgeflogen war er, als er französischen Polizisten mit einem gestohlenen Luzerner Auto ins Netz ging.

Bei der Durchsuchung am Wohnort des Mannes fanden die Ermittler einen Velokinderhelm. Dem 26-Jährigen gehörte dieser kaum. Vielmehr dürfte er von einer der diversen Diebestouren stammen, die der Mann nach Luzern unternommen hatte.

Der Libyer wohnte eigentlich in Frankreich. Er hatte laut Urteil des Luzerner Kriminalgerichts eine Postanschrift in Mulhouse, wohnte aber hauptsächlich bei seiner Frau in Strassburg. Nach Luzern verschlug es ihn im Mai 2023 für einen sechstägigen Einbruchstrip, zusammen mit einem Komplizen. Das Ziel der Bande: Autounterstände, Garagen und Keller, vorwiegend im Raum um Sempach.

70’000 Franken in sechs Tagen

Während der Tour klaute der 26-Jährige Diebesgut im Wert von fast 70’000 Franken. Laut Urteil hatte es die zweiköpfige Bande vor allem auf Velos abgesehen, der 26-Jährige riss sich aber alles unter die Nägel, was nicht niet- und nagelfest war. So stieg er in einem Fall in einen Veloraum ein und stahl dort E-Bikes. Ein anderes Mal klaute er einen Elektro-Töff aus einem Keller. Und in wieder einem anderen Fall klaute er eine Kreditkarte aus einem Auto. Mit dieser versuchte er, in Frankreich Geld abzuheben und einzukaufen. Die Karte wurde jedoch gesperrt. In seinen Taschen landeten auch Helme, Ladegeräte, Trinkflaschen oder Spanngummis. Die Liste wäre noch länger.

In mehreren Fällen gelang dem 26-Jährigen laut Urteil der Einbruch nicht, er wurde von Alarmanlagen in die Flucht geschlagen oder musste abziehen, ohne etwas einzusacken, und liess lediglich kaputte Türen und Fenster zurück. In mehreren Fällen wurde der Dieb bei den Versuchen sogar von Überwachungskameras gefilmt.

Bei Verkehrskontrolle mit gestohlenem Auto aufgeflogen

Am stärksten ins Gewicht fallen dürften die Diebstähle von zwei Autos. So klauten der Beschuldigte und sein Komplize in Neuenkirch einen Citroën und fuhren mit diesem nach Frankreich. Die Polizei fand das Fahrzeug später auf einem Parkplatz in der französischen Stadt Metz.

Es war denn auch die französische Polizei, die den Serienlangfinger dingfest machte. Ende Mai 2023 war er mit einem anderen gestohlenen Auto mit Luzerner Nummernschildern auf einer Autobahn unterwegs in Richtung Strassburg. Dabei geriet er in eine Polizeikontrolle. Die Beamten bemerkten, dass das Auto in der Schweiz gestohlen war, und lieferten den 26-Jährigen nach Luzern aus.

Nur in die Schweiz gekommen, um zu stehlen

Hier wurde ihm nun wegen bandenmässigen Diebstahl der Prozess gemacht. Er sei lediglich in die Schweiz gekommen, um Diebstähle zu begehen, befand das Luzerner Kriminalgericht. Einem richtigen Job würde er nicht nachgehen. Ausserdem sei er schon einmal in Zürich verurteilt worden und hätte gar nicht in die Schweiz einreisen dürfen.

Das Gericht zeigt sich im Urteil auch erstaunt, dass der Libyer in nur sechs Tagen beinahe 70’000 Franken zusammenklauen konnte. Und wenn er nicht mit dem Luzerner Auto erwischt worden wäre, so hätten er und sein Komplize die Einbruchstour in der Schweiz vermutlich fortgesetzt.

Er muss nun für zwölf Monate ins Gefängnis und eine Busse in der Höhe von 500 Franken bezahlen. Ausserdem darf er für 20 Jahre nicht mehr in die Schweiz einreisen. Das Kriminalgericht spricht in diesem Fall eine Zusatzstrafe zum bereits bestehenden Landesverweis aus Zürich aus. Das Urteil ist rechtskräftig.

Abzuwarten bleibt, ob der 26-Jährige diesmal nach seiner Haftstrafe tatsächlich in Frankreich bleibt oder wieder für einen Trip durch fremde Garagen und Keller in die Schweiz kommt.

Verwendete Quellen
  • Urteil des Kriminalgerichts Luzern
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