Zuger Unternehmen in schlechtem Licht

Glencore-Tochter wegen Schmiergelder vor Gericht

Die Glencore-Tochter steht in Grossbritannien durch den Schmiergeld-Fall vor Gericht. Es geht um Millionen. (Bild: Erik Tham)

Die Geschichte klingt Film-würdig. «Glencore Energy» habe Bestechungsgelder in Millionenhöhe in fünf afrikanischen Ländern an Beamte bezahlt. Diese Gelder wurden via Privatjet ins Land geflogen.

Dieser Fall, der an einem Londoner Gericht verhandelt wird, wirft ein schlechtes Licht auf den Kanton Zug. Vor Gericht muss sich die Firma «Glencore Energy» verantworten. Das Unternehmen habe Bargeld-Bestechungsgelder per Privatjet an Beamte in Afrika geflogen.

Es seien Beamte in Nigeria, Kamerun, der Elfenbeinküste, Äquatorialguinea und im Südsudan bestochen worden. Total geht es im Verfahren um einen Betrag von rund 128 Millionen Franken.

Gelder flossen, um Erdöl fliessen zu lassen

Die Millionenbeträge seien unter anderem an Beamte der nationalen Öl- und Gasgesellschaft von Kamerun gegangen. Das Ziel war es, beim Verkauf von Rohöl «gut behandelt» zu werden. Die Schmiergelder wurden laut der Klägeranwältin «auf hoher Ebene genehmigt». Dies berichtet «The Guardian».

Beim ersten Prozesstag war auch der Vorsitzende von Glencore, Kalidas Madhavpeddi, bei der Anhörung dabei. Dies wertete Glencores Anwältin, Clare Montgomery, als Zeichen eines «Kulturwandels» im Unternehmen. Sie sagte «Das Verhalten war unentschuldbar» und weiter: «Das Unternehmen bedauert den durch diese Vergehen verursachten Schaden.»

Es hagelt Strafen in schwindelerregender Höhe

Die Bestechung wurde 2017 vom FBI erstmals aufgedeckt. Im Mai bezahlte Glencore den US-Behörden 1,1 Milliarden US-Dollar als Strafe für Verstösse gegen Bestechungsgesetze und Manipulation von Rohstoffpreisen.

Laut Bericht hatte sich die britische Tochtergesellschaft von Glencore im Juni schon in sieben Fällen der Bestechung schuldig bekannt.

So viel muss die Glencore-Tochter bezahlen

Das Gericht in London hat seine Arbeit sehr schnell gemacht und das Urteil wurde am Donnerstagnachmittag gefällt. Die Strafe beträgt rund 318 Millionen Franken. Zusammen mit den vorherigen Straffen ist der Betrag in einer erwarteten Höhe für das Unternehmen.

Glencore hat in den Rückstellungen beim Geschäftsjahr 2021 vorsorglich Rückstellungen in etwa dieser Höhe getätigt. Kalidas Madhavpeddi, der Vorsitzende von Glencore, distanzierte sich von den Straftaten und betonte, dass dies gegen die Werte seines Unternehmens sei.

Verwendete Quellen
  • Bericht «The Guardian»
  • Mitteilung Glencore
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1 Kommentar
  • Profilfoto von Kasimir Pfyffer
    Kasimir Pfyffer, 03.11.2022, 10:09 Uhr

    Ich bin masslos schockiert. Wie kann es sein, dass eine derart ethische und integre Firma unsaubere Geschäfte macht? In den Hochglanz-Werbeanzeigen wird doch immer mit «Verantwortung» und «Respekt» um sich geschmissen. Neiaberau, bestimmt ein tragischer Einzelfall!

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