Luzerner Juwelenräuber randaliert im Knast

Erst zündet er die Zelle an, dann verprügelt er Polizistin

Der 34-Jährige ging auf die Polizistin los, weil sie ihn «nervte». (Bild: Symbolbild: Dan Burton / Unsplash)

Er wurde wegen Raub und Diebstahl in Luzern verhaftet, legte in seiner Zelle gleich mehrmals Feuer und ging schliesslich auf eine Polizistin los. Dafür soll ein Algerier für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Die Liste der Straftaten ist lang. Sie fängt an bei Raub und Diebstahl, geht über Brandstiftung und Sachbeschädigung hin zu versuchter Körperverletzung und Drohung gegen Beamte. Wegen dieser Liste wurde ein Algerier nun durch das Luzerner Kriminalgericht verurteilt.

Ebenso lang wie die Straftatenliste ist das Urteil des Kriminalgerichts, in dem es diese ausführt. Auf fast hundert Seiten listet es auf, was sich der Mann zu Schulden kommen lassen hat. Daraus zeichnet sich das Bild eines Mannes mit grosser krimineller Energie und wenig Beherrschung. Nachdem er 2020 in der Schweiz angekommen war, verübte er zunächst mehrere kleinere und grössere Diebstähle.

In Juwelier und Warenhaus eingebrochen

So klaute er mehrmals Rucksäcke oder überfiel einen Mann, um sein Handy zu stehlen. Ein anderes Mal warf er absichtlich Münzen auf den Boden und als ein Senior diese aufheben wollte, stahl der Verurteilte ihm das Portemonnaie aus der Jackentasche. Am stärksten ins Gewicht fallen allerdings zwei Einbrüche im 2021.

So stieg er einmal mit einem Komplizen in ein Luzerner Warenhaus ein und stahl Kleider und Uhren im Wert von über 10’000 Franken und ein anderes Mal brach er in einen Juwelier ein, wo er Schmuck und andere Waren mit einem Wert von fast 30’000 Franken mitgehen liess.

Zelle in Brand gesteckt, weil er keine Medis bekam

Wegen der Einbrüche erwischte die Polizei den Mann schliesslich auch. Hier hört die Liste der Straftaten aber nicht auf – im Gegenteil. Der Algerier kam in den vorzeitigen Strafvollzug. Im Gefängnis klagte er über Schmerzen, die unter anderem von einem früheren Autounfall herrührten. Der Arzt wollte ihm aber keine Schmerzmedikamente geben, worauf der Verurteilte, zurück in seiner Zelle, ausrastete.

So schlug er zunächst mit einem Fernseher auf die WC-Schüssel und ein Waschbecken ein. Im Urteil heisst es, es habe ausgesehen, als ob jemand in der Zelle «gewütet» habe. Schliesslich zündete er mit einem Feuerzeug sein Kissen, die Bettdecke und Kleidungsstücke auf der Matratze an. Dabei fing auch ein Vorhang Feuer. Erst die ausgerückte Feuerwehr konnte den Brand löschen.

Kurz darauf – der Inhaftierte verlangte wieder Medikamente gegen seine Schmerzen – zündete er seine Zelle ein zweites Mal an. Diesmal klemmte er eine Decke in die Gitterstäbe am Fenster und setzte sie in Brand.

Auf Polizistin losgegangen, weil sie «nervte»

Damit ist aber noch nicht genug. Nach den Bränden wurde der 34-Jährige von einer Polizistin dazu befragt. Wie es im Urteil heisst, ging der Inhaftierte dabei plötzlich auf die Polizistin los. Strittig ist, ob er dabei mit einem Stuhl auf sie eingedroschen hat oder nicht. So heisst es in der Anklageschrift, dass er mitten in der Einvernahme aufgestanden, die Lehne seines Stuhls gepackt und damit auf die Frau losgegangen sei.

Dafür gebe es zu wenig Beweise, kam das Gericht zum Schluss. Die Aussagen über den Angriff mit einem Stuhl würden auseinandergehen, heisst es im Urteil.

Klar ist hingegen, dass der Algerier mit den Fäusten auf die Polizistin eingeschlagen hat. Gegenüber dem Gericht gab er an, dass die Beamtin ihn «genervt» und er es nicht mehr «ausgehalten» habe.

Das Kriminalgericht verurteilte den Mann nun wegen der Liste an Straftaten zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis. Ausserdem müsste er die Schweiz für 13 Jahre verlassen, doch der Beschuldigte hat Berufung angemeldet.

Verwendete Quellen
  • Urteil des Kriminalgerichts Luzern
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