Urteil von Luzerner Kriminalgericht

Koks für 20 Jahre: Dealer muss für neun Jahre hinter Gitter

Der Dealer verkaufte 82 Kilo Koks – das reicht laut Staatsanwaltschaft für eine Million Linien( Symbolbild).. (Bild: Symbolbild: Dmitry Volochek)

Ein albanischer Drogendealer muss für neun Jahre ins Gefängnis. Es handelt sich dabei um den Schweizer Kopf einer albanischen Bande, die kiloweise Kokain in 17 Kantonen vertickt hatte.

82 Kilogramm Kokain sollen der 37-Jährige und ein Gehilfe in einem halben Jahr verkauft haben. Dies an diverse Grossabnehmer, die es wiederum auf die Strasse brachten. Der Umsatz aus dem Drogenverkauf: 3,3 bis 3,7 Millionen Franken. Der Verurteilte soll als Kopf einer albanischen Drogenbande in der Schweiz fungiert haben.

Dafür forderte die Staatsanwaltschaft 10 Jahre Haft. Es seien «unglaubliche» Mengen, die der Beschuldigte verkauft habe, sagte der Staatsanwalt kürzlich vor Gericht (zentralplus berichtete).

Drogen für eine Million Linien

Wenn man davon ausgehe, dass ein Gramm Kokain etwa zwölf Linien – Kokserinnen formen das weisse Pulver zu dünnen «Lines», die sie dann über ein Röhrchen schnupfen – hergibt, hätten die 82 Kilogramm für gut eine Million Linien gereicht. Oder: 1000 Leute hätten während 20 Jahren jedes Wochenende koksen können, so die Rechnung des Staatsanwaltes. Diese Zahlen seien in einem Prozess in Luzern rekordverdächtig.

Ausserdem habe er eine hohe Postion in der Band innegehabt. Er habe ein hohes Vertrauen genossen innerhalb des Drogenringes. Schliesslich seien ihm grosse Mengen an Drogen mit hohem Wert anvertraut worden.

Der Verurteilte selbst sagte vor Gericht, er habe wegen Schulden den Auftrag annehmen müssen. Er habe stets nur auf telefonischen Befehl des obersten Bosses der Bande in Albanien gehandelt.

Woher das Heroin kam, bleibt ein Rätsel

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt ihn nun zu einer Haftstrafe von neun Jahren. Etwas mehr als drei Jahre hat er bereits abgesessen. Ausserdem wird er für 12 Jahre des Landes verwiesen und muss die Untersuchungs- und Gerichtskosten in der Höhe von über 250'000 Franken bezahlen.

Freigesprochen wird der 37-Jährige des Handels mit Heroin. Bei der Festnahme fanden die Einsatzkräfte einige Gramm Heroin. Woher das stammte, darüber rätselten vor Gericht sowohl der Beschuldigte, der Staatsanwalt sowie der Verteidiger. Der Albaner habe ausschliesslich mit Koks gedealt. Mit Heroin hatte er nichts am Hut. Möglicherweise habe ein «Kunde» die Drogen vergessen, lautete die Erklärung.

Verwendete Quellen
  • Urteil Kriminalgericht Luzern
  • Medienarchiv zentralplus
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