Dealer verurteilt

Die Geldübergabe fand im Coop-Parkhaus statt

Insgesamt gingen knapp 1,8 Kilo Koks und ein halbes Kilo Heroin durch die Hände des Verurteilten.

Ein Drogendealer, der in Ebikon wohnt, wird zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Fall gibt Einblicke, wie die albanische Drogenmafia in der Schweiz operiert.

Beinahe wöchentlich gehen Meldungen von festgenommenen Drogendealern ein. Erst kürzlich vermeldete die Luzerner Polizei die Festnahme eines 21-jährigen Albaners, der mit Kokain gedealt haben soll (zentralplus berichtete). Und auch die Luzerner Staatsanwaltschaft spricht davon, dass Drogenbanden die Behörden stark fordern und auf Trab halten (zentralplus berichtete).

Nun verurteilt das Kriminalgericht Luzern einen anderen albanischen Dealer. Der Mann befindet sich in der Hierarchie der Drogenmafia wohl ganz unten. Der Fall gibt aber Einblicke, wie diese im Kanton Luzern ihre Ware vertickt.

Drogen im Wald gebunkert

Der Mann reiste 2022 aus Albanien in die Schweiz ein und bezog eine Wohnung in Ebikon. Wie es im Urteil heisst, kam er bewusst in die Schweiz, um Drogen zu verkaufen. Er sei nach seiner Ankunft bereits in den ersten Tagen von einem Vorgänger, ebenfalls einem Albaner, in den Drogenhandel eingeführt worden.

Von einem unbekannten Lieferanten habe er die Drogenlieferung erhalten. Insgesamt waren das zweieinhalb Kilogramm Koks und eineinhalb Kilogramm Heroin. Auf Anweisung seines «Lehrmeisters» verpackte er die Ware in kleinere Beutel ab und lagerte diese anschliessend in einem Versteck in einem Waldstück in der Nähe.

Geldübergabe im Parkhaus

Von dort holte er jeweils die Menge, die er verticken wollte. Dies geschah jeweils über einen Drittmann. Die Angaben zum Kunden, wie viel der wollte und Ort und Zeitpunkt der Übergabe bekam er jeweils von seinem Auftraggeber über eine Kommunikationsapp mitgeteilt, welche die Nachrichten jeweils nach 30 Minuten automatisch wieder löscht.

Insgesamt verkaufte der Mann zwischen seiner Ankunft und seiner Festnahme 800 Gramm Kokain und fast 200 Gramm Heroin. Damit verdiente er gut 95'000 Franken. Etwas mehr als die Hälfte davon musste er jeweils an seinen Auftraggeber übergeben. Laut der Staatsanwaltschaft fanden die Geldübergaben im Parkhaus des Einkaufszentrums Coop in Ebikon statt, wo sich der Verurteilte mit unbekannten Kurieren traf.

Auf Anweisung seines Auftraggebers gab er zudem weitere 850 Gramm Kokain und 260 Gramm Heroin an drei bis vier unbekannte Albaner weiter, ohne dafür Geld zu erhalten. Insgesamt gingen so knapp 1,8 Kilo Koks und ein halbes Kilo Heroin durch die Hände des Verurteilten.

Fixer «Lohn» für Drogenverkauf

Neben den direkten Einnahmen aus dem Drogenverkauf, mit denen er die Wohnung und den Lebensunterhalt finanzierte, erhielt der Dealer einen fixen «Lohn» von 2000 Franken pro Monat. Laut Urteil wollte er 10'000 Franken einnehmen und dann zurück nach Albanien reisen. Dort hätte er das Geld bekommen sollen.

Daraus wurde aber nichts. Im Frühling 2023 wurde er verhaftet. Nun wurde er durch das Luzerner Kriminalgericht verurteilt. Es spricht für den Albaner eine Freiheitsstrafe von drei Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafvollzugs. Eines der drei Jahre Gefängnis ist unbedingt. Ausserdem wird der Mann für zehn Jahre des Landes verwiesen.

Das Gericht sah es dabei als gegeben an, dass der Dealer mit der festen Absicht eingereist ist, Drogen zu verkaufen und dass er sich seiner Handlungen vollumfänglich bewusst war.

Verwendete Quellen
  • Urteil des Luzerner Kriminalgerichts
1 Kommentar
Apple Store IconGoogle Play Store Icon