Jugis und Business Apartments suchen Weg aus der Corona-Krise
  • Wirtschaft
Das «Backpackers» in Luzern registrierte deutlich weniger Logiernächte. (Bild: Backpackers Luzern)

Buchungen in Luzern und Zug eingebrochen Jugis und Business Apartments suchen Weg aus der Corona-Krise

3 min Lesezeit 31.07.2020, 11:30 Uhr

Nicht nur den Hotels geht es während der Pandemie schlecht. Auch Jugendherbergen und Business Apartments mussten massive Rückgänge bei den Logiernächten hinnehmen.

Das «Backpackers» in Luzern war wegen Umbauarbeiten seit November 2019 zu. An Ostern war die Wiedereröffnung geplant. Doch dann kam Corona. Der Lockdown machte die Eröffnung unmöglich, weshalb sie auf Auffahrt verschoben wurde, erklärt der Betreiber Markus Isler auf Anfrage. Seither steigt zwar die Zahl der Buchungen. Dennoch bleibt ein dickes Minus.

Im Mai registrierte das «Backpackers» 56 Logiernächte, im Juni waren es 209 und im Juli bereits rund 1000. Die meisten Gäste stammen aus der Westschweiz, Deutschland, Belgien, Niederlande, Österreich und Frankreich. Trotzdem waren es allein im Mai und Juni rund 80 Prozent weniger Buchungen als sonst. Im Juli lag der Rückgang bei rund 55 Prozent.

Beinahe 100 Prozent Schweizer Gäste

Dieses Loch zu stopfen, ist schwierig. Isler versucht es trotzdem: «Um ausbleibende Logiernächte zu kompensieren, versuchen wir Zimmer monatsweise zu vermieten. Das Studentenheim Kiwanis, das sich im gleichen Gebäude befindet, dient als Vermittlerin. Zudem gibt es immer wieder Anfragen von Wohnungsuchenden und Geschäftsleuten oder Handwerkern, die temporäre Wohnlösungen suchen.» Auch Einheimische sind willkommen.

Auch die Jugendherbergen Zug und Luzern haben mit Buchungsrückgängen zu kämpfen. In Zug betrug die durchschnittliche Bettenauslastung seit dem 13. März rund 12 Prozent. In Luzern waren es 17 Prozent. In diesem Jahr machen die Schweizer Gäste nahezu 100 Prozent der Übernachtungsgäste aus, heisst es auf Anfrage.

«Die Situation bleibt angespannt.»

René Hegglin, Geschäftsführer von Anstatthotel

Anders ist das beim Anstatthotel, das verschiedene Standorte im Kanton Zug und Luzern hat und auf Business Apartments spezialisiert ist. Die Gäste sind vor allem inländische und ausländische Geschäftsreisende, internationale Mitarbeiter oder temporäre Projektmitarbeiter von Firmen. «Mit der grossen Unsicherheit zu Beginn des Jahres und dem Lockdown im März erreichten uns in erster Linie sehr viele Stornierungen. Zugleich gingen die Buchungen im März um rund 75 Prozent zurück», erklärt Geschäftsführer René Hegglin.

Gerade Tourismus-Hotspots wie Luzern seien stark davon betroffen gewesen. «Im Juni hat sich die Lage aber spürbar gebessert, im Monat Juli sind wir mit Neubuchungen fast wieder auf zwei Drittel des Vorjahresniveaus. Die momentane Auslastung unserer Unterkünfte ist aber nach wie vor auf tiefem Niveau.»

Trotzdem könne man sich glücklich schätzen: Mitarbeiter mussten bisher keine entlassen werden. «Die Situation bleibt aber angespannt. Am stärksten spüren wir den Rückgang von Gästen aus dem asiatischen Raum. Die sind praktisch komplett weggeblieben. Hingegen spüren wir einen grösseren Anteil von Kunden aus der Schweiz, besonders der frankophonen Schweiz, und Zentraleuropa», sagt Hegglin.

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