Jugendvereine erhalten weiterhin Geld von der Stadt Luzern
  • News
Die Jugendvereine dürfen in der Stadt Luzern keinen Karton mehr sammeln. (Bild: ida)

Nach dem Aus für die Kartonsammlungen Jugendvereine erhalten weiterhin Geld von der Stadt Luzern

2 min Lesezeit 25.09.2020, 08:12 Uhr

Mit den Kartonsammlungen fällt für die Stadtluzerner Jugendvereine eine wichtige Einnahmequelle weg. Das Parlament will sie aber dennoch weiter unterstützen.

In Zukunft wird das Strasseninspektorat den Karton in der Stadt Luzern einsammeln. Damit fallen Blauring, Jungwacht und Pfadi bis zu 200’000 Franken weg. Dieser Entscheid sorgte bei den Parteien von links bis rechts für Fragen, wie die Jugendvereine weiter unterstützt werden sollen. Gleich drei dringliche Vorstösse wurden dazu am Donnerstag vom Stadtparlament überwiesen.

Der Tenor: Die Stadt will die Vereine auch in Zukunft unterstützen. Allerdings ist das Wie noch nicht geklärt. Öffentliche Aufträge im ähnlichen Umfang wie die Kartonsammlung kann die Stadt jedenfalls nicht in Aussicht stellen. Um unabhängig Gelder zu sprechen, dazu fehlt derzeit noch die rechtliche Grundlage und ein Budget. Im aktuellen Globalbudget sei es nicht möglich, so der Stadtrat in seiner Antwort, Beträge in dieser Höhe zu sprechen.

Prüfen will der Stadtrat, welche Arbeitseinsätze, in kleinerem Umfang, möglich sind. Ein paar Ideen nennt er in seinen Antworten zu den Vorstössen: Er sieht Möglichkeiten zur Mitorganisation von Sensibilisierungskampagnen wie «Luzern glänzt». Bei Grossanlässen – sobald sie wieder durchgeführt werden können – wie dem Stadtlauf, dem Lucerne Marathon oder dem Luzerner Fest sind Einsätze genauso möglich wie bei der Stadtgärtnerei oder dem Umweltschutz. Laut dem Stadtrat sollen die Einsätze generell «sinnvoll» gewählt werde und nicht einfach der Arbeitsbeschaffung dienen.

Wie hoch ist das Risiko beim Kartonsammeln wirklich?

Während sich der Stadtrat und die Parteien einig sind wie selten, was die Unterstützung der Jugendvereine betrifft, bleibt die Frage, wie hoch das Sicherheitsrisiko wirklich sei. Der Stadtrat, der sich in der Verantwortung sieht, hält fest, dass es schweizweit zu mehreren tragischen Unfällen gekommen sei, auch mit Todesfolge.

Die Jugendlichen seien mit gemieteten Fahrzeugen im schnellen und langsamen Verkehr unterwegs. Gegenüber dem Strasseninspektorat seien wiederholt Reklamationen eingegangen, mit «teils geradezu empörten Schilderungen» zum Verhalten der Fahrzeuglenker und Hilfsarbeiterinnen aus der Bevölkerung. Die Situation beim Entladen der Fahrzeuge sei zudem oft unübersichtlich, das Unfallrisiko entsprechend hoch.

Aus den Reihen der Parlamentarier bleiben von links bis rechts gewisse Zweifel, ob es wirklich nötig war, den Jugendvereinen die «Lizenz zum Kartonsammeln» zu entziehen.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Abonniere den Newsletter

Und erhalte unsere Post ganz nach Deinen Bedürfnissen und Wünschen: Täglich oder wöchentlich.