Journalismuspreis in Luzern: Medien mussten draussen bleiben
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Ein stiller Protest mit Schildern und Transparenten: Mitglieder der Stadtluzerner Juso vor dem Schweizerhof Luzern. (Bild: zvg)

Erneute Kritik an Event im Schweizerhof Journalismuspreis in Luzern: Medien mussten draussen bleiben

2 min Lesezeit 1 Kommentar 23.01.2020, 17:13 Uhr

Die «Medienwoche» richtet happige Vorwürfe an die Adresse des Luzerner Hotels Schweizerhof und die Organisatoren der Vergabe der «Fetisov Journalism Awards». Trotz ursprünglicher Akkreditierung sei den Medien der Zutritt zum Event verweigert worden.

Am Mittwoch war das Luzerner Fünf-Sterne-Hotel Schweizerhof Gastgeber der erstmaligen Vergabe der «Fetisov Journalism Awards» (zentralplus berichtete). Da erscheint es nur logisch, dass die Medien über die Leistungen der ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten berichten, werden doch einige der Besten ihrer Zunft geehrt. Doch laut der «Medienwoche» sei der Presse der Zutritt zur Preisverleihung verweigert worden, wie das Magazin am Donnerstag berichtete.

«Bei der Verleihung der Fetisov Journalism Awards, die der russische Milliardär Gleb Fetisov gestiftet hat, waren keine unabhängige Berichterstatter willkommen. Dem Vernehmen nach seien die geladenen Gäste durch die Tiefgarage ins Luzerner Hotel Schweizerhof geschleust worden. Schweizer Journalisten waren – soweit bekannt – keine darunter», heisst es in dem Artikel.

Absage aus Platzgründen

So sei auch der schreibende Journalist ursprünglich akkreditiert gewesen, sei dann jedoch wieder ausgelagen worden. «Angeblich aus Platzgründen», moniert er. Er sei mit der Begründung abgespeist worden, dass es schlicht zu viele Medienanfragen gegeben hätte und man niemanden bevorzugen wollte, zitiert er die Veranstalter. Ausgerechnet in der Woche als zentralplus und die «Luzerner Zeitung» über die Preisvergabe berichtet haben, so die Kritik. Nachhaken per Mail und per Telefon habe nicht gefruchtet.

«Der grösste Journalismuspreis der Welt scheint Kritik zu fürchten. Versteht die Fetisov-Stiftung schlicht nicht, dass sich eine Feier des unabhängigen Journalismus unter Ausschluss der Öffentlichkeit selbst unterläuft?», fragt man sich bei der «Medienwoche».

An der Veranstaltung war bereits im Vorfeld harsche Kritik geübt worden. So forderte die Juso die Absage der Veranstaltung. Sie äusserten grosse Zweifel an der Integrität des Stifters und Oligarchs Gleb Fetisov, der laut der «Medienwoche» in Sibirien unter anderem in die so genannten «Aluminiumkriege» verwickelt gewesen sei und deshalb in Untersuchungshaft gesessen habe. Auf eine ausführliche Stellungnahme hatte man beim Hotel Schweizerhof auf Anfrage von zentralplus verzichtet.

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 24.01.2020, 08:43 Uhr

    Als Medienschaffender würde es mich schon stark interessieren, wie die Familie Hauser dazu steht. Es kann nicht angehen, dass Unternehmen in der Stadt Luzern solche dubiosen Veranstaltungen tolerieren und ihr eigenes Haus zur Verfügung stellen.
    Es kann auch nicht angehen, dass in der Stadt Luzern der Presse der Zutritt zu einer solchen Veranstaltung verweigert wird und – so scheint es – das Hotel Schweizerhof dieses Vorgehen unterstützt. Eine entsprechende Stellungnahme der Verantwortlichen vom Hotel Schweizerhof ist nun dringend notwendig.

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