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Jonny Fischer zu No Billag: «Einige würden wohl sagen, ich hätte zu wenig Eier»
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Auch Kabarettist Michael Elsener und SVP-Nationalrat Thomas Aeschi heizen den No-Billag-Kampf in den sozialen Medien an. (Bild: Montage: lob)

Initiatve spaltet Zuger Promis und Politik Jonny Fischer zu No Billag: «Einige würden wohl sagen, ich hätte zu wenig Eier»

5 min Lesezeit 29.01.2018, 17:32 Uhr

Keine andere Abstimmungsvorlage gibt zurzeit so viel zu reden wie die No-Billag-Initiative. Auch Zuger Promis und Politiker mischen mit – und steigen mit Tweets, Beiträgen und Videos online in den Ring. Nicht alle halten sich so pointiert bedeckt wie «Divertimento»-Mann Jonny Fischer.

Ja oder Nein zu No Billag? Diese Frage spaltet zurzeit die Gesellschaft – auch in Zug. Einige Monate vor der Abstimmung zeichnete sich ein Ja ab, nun scheint das Nein-Lager die Nase vorn zu haben. Ob dafür oder dagegen – zu diesem Thema hat fast jeder eine Meinung. Und in vielen Fällen wird diese auch aktiv im Netz kundgetan.

«Es braucht Handwerker, aber nicht die Abrissbirne»

Über die vergangenen Weihnachtsfeiertage mischte sich auch der Zuger Comedian Michael Elsener in den Abstimmungskampf ein (zentralplus berichtete). Über 650’000 Aufrufe zählt das auf Facebook veröffentlichte Video bis heute.

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Seit Jahren drehe man sich in der Schweiz im Kreis, führt Elsener an. Die Fragen, was die SRG machen müsse, bleibe – vor allem seitens der Politik – unbeantwortet. Elsener stellt klar, dass bei der SRF sehr wohl über Inhalte und Umsetzung diskutiert werden muss – die Initiative allerdings am Ziel vorbeischiesse. «Eigentlich müsste sie nicht No-Billag-, sondern No-SRG-Initiative heissen», erkärt der Zuger.

«Was bringt uns No Billag?», fragt Elsener in seinem Beitrag:

Für sein Video erntet Elsener in der Kommentarspalte Lob wie Kritik. Während die einen User finden, der Comedy-Star bringe es auf den Punkt und warne zu Recht vor einer Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, gibt es fast genauso viele Gegenstimmen. Es sei ja klar, mache Elsener für das SRF Werbung, monieren einige. «Nach diesem Video werde ich nun wohl eher ja stimmen», regt sich ein anderer Kommentator auf.

«Atme mal durch» – hier stösst das Video nicht wirklich auf Zustimmung:

Dieser User hingegen findet für den Betrag (fast) nur lobende Worte:

Pfisters Twitter-Disput

Mächtig Dampf abgelassen hat in der Vergangenheit auch der CVP-Präsident und Nationalrat Gerhard Pfister. «Der SRG ist halt nicht mehr zu helfen», twitterte er im Oktober, als er sich ein digitales Wortgefecht mit dem SRF-Chefredaktor Tristan Brenn lieferte (zentralplus berichtete). Parteiintern kam die Aktion nicht überall gut an – setzt sich die SRG-nahe CVP doch stark gegen die Initative ein.

CVP-Präsident Pfister und SRF-Chefredaktor Brenn gaben sich wegen Che Guevara Saures.

CVP-Präsident Pfister und SRF-Chefredaktor Brenn gaben sich wegen Che Guevara Saures.

(Bild: Screenshot Twitter)

Pfister übte auch schon in der Vergangenheit Kritik an der SRG. Trotzdem: Im Nationalrat stimmte er weder für die Initiative, noch für den Gegenvorschlag. Der Politiker ist auch Mitglied des Zuger Komitees «Nein zum Sendeschluss» und gibt auf der Startseite ein Testimonial ab: No Billag sei «zu radikal».

Der Zuger CVP-Nationalrat Gerhard Pfister ist ebenfalls Mitglied des Zuger Nein-Komitees.

Der Zuger CVP-Nationalrat Gerhard Pfister ist ebenfalls Mitglied des Zuger Nein-Komitees.

(Bild: Screenshot sendeschluss-nein.ch)

Im November plädierte er im «TagesAnzeiger» indes für einen Maulkorb für SRG-Angestellte. «Nur wenn die SRG Kritik zulässt, anstatt panisch darauf zu reagieren, wird eine Mehrheit der Schweizer – auch die, die nicht immer zufrieden sind mit der SRG sind – die Initiative ablehnen», erklärte er.

Hartmanns Kommentar beim Spaziergang

Zum Thema Statements von SRG-nahen Personen hat sich im November auch der Zuger «Wanderer der Nation» und Moderator Nik Hartmann geäussert. Und reagierte auf die Kritik diverser Medien, dass sich bis zu dem Zeitpunkt zu wenig Künstler zur Abstimmung geäussert oder für die SRG eingesetzt hätten.

Dieses Live-Video postete Hartmann zum Thema – wie gewohnt «outdoor»:

«Ich glaube, das zeigt, dass wir Sie nicht instrumentalisieren», meinte Hartmann im Beitrag. Man sei nicht die privaten Kontakte durchgegangen und habe sie um Unterstützung gebeten. Das Video wurde zwar über 17’000 mal aufgerufen, wirklich kontrovers diskutiert wird es in den Kommentaren allerdings nicht. Einige User schrieben lediglich, dass ihnen die Beiträge trotzdem zu teuer seien und sie deshalb Ja stimmen würden. Anders als bei Michael Elsener scheinen die Follower von Hartmann mit ihm auf einer Linie zu sein.

Aeschi prangert Neubau an

Vielen Exponenten der SVP unterstützen No Billag – darunter auch der neue Fraktionschef Thomas Aeschi. Der polemischste Post betrifft den Neubau der SRF beim Medienzentrum Leutschenbach. «Luxus-Ausbau beim Schweizer Fernsehen», poltert Aeschi mit Bezug auf einen Artikel der «Aargauer Zeitung». Darin wird bekannt, dass das SRF einen neuen Mediencampus baut – und zu den Kosten bisher eisern schweige. Grund für den Politiker, für ein Ja zu plädieren.

Besonders zahlreich waren die Reaktionen auf Aeschis Post nicht – dafür umso geteiler. Zustimmung auf der einen Seite: Man solle die KMUs endlich befreien und Ja stimmen. Ablehnung auf der anderen: Unter den Kommentatoren sind auch User, die vor Zuständen wie in den USA warnen und von einer Blocher-TV-Initiative sprechen.

Fischers animierte Botschaft

Für No Billag feierte der «Divertimento»-Mann Jonny Fischer sozusagen die öffentliche Polit-Premiere. «Ich habe eine politische Meinung, tue diese jedoch nicht öffentlich kund. Einige würden wohl sagen, ich hätte zu wenig Eier, doch ich finde, das sollte kein öffentliches Thema sein», sagte Fischer im grossen 50-Fragen-Interview zu zentralplus. «Ich habe meine politische Haltung zum ersten Mal im Rahmen der No-Billag-Abstimmung geäussert.»

«Lustig, obwohl es ernst ist», meint Fischer zu seinem Beitrag:


 

Auf Facebook postete Fischer ein ähnliches Video – nur verkündet ein Huhn an Stelle des Schweinchens die Botschaft. «Ich bin ja nie öffentlich politisch….aber wenn ich provoziert werde, denn chan au ich mal differenziert mini Meinig üssere», schreibt Fischer dazu. Dort wurde das kurze Video vermehrt kommentiert – auch kritisch. Schriftlich politisieren mag der Comedian dann aber nicht:

Eine Userin kommentiert Fischers Video auf Facebook – der Angesprochene hält von einer schriftlichen Diskussion aber nicht viel.

Eine Userin kommentiert Fischers Video auf Facebook – der Angesprochene hält von einer schriftlichen Diskussion aber nicht viel.

(Bild: Screenshot Facebook)

 

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