Jonas Omlin, halte uns die Punkte fest!
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«Bin jedes Mal zu 100 Prozent parat»: FCL-Goalie Jonas Omlin, hier im Spiel gegen die Grasshoppers in Zürich. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Verletztenliste des FCL wird immer länger Jonas Omlin, halte uns die Punkte fest!

5 min Lesezeit 20.10.2017, 19:01 Uhr

Der neue Stammgoalie des FC Luzern hat bisher ordentlich gehalten. Nun braucht es die Qualitäten des jungen Obwaldners mehr denn je, denn am Sonntag geht’s gegen den Leader Young Boys und wichtige Spieler fallen aus. Auch der Kapitän muss pausieren.

An Jonas Omlin liegt es nicht, dass der FC Luzern im Moment nur Vorletzter der Super League ist. Der 23-jährige Obwaldner ist seit Frühling Stammgoalie beim FCL und hat bislang in der laufenden Saison solide Leistungen gezeigt. Sein Problem ist eher, dass die Vorderleute in der Defensivkette dauernd wechseln.

So auch im kommenden Heimspiel gegen den Leader Berner Young Boys, wo Kapitän und Linskverteidiger Claudio Lustenberger wegen Muskelproblemen ausfällt. Der Einsatz von Reto Ziegler, dem Routinier in der Innenverteidigung, ist äusserst fraglich. Ausserdem wird die Liste der Verletzten im übrigen Kader immer länger (siehe Kasten am Schluss).

Mit Kampf und Herz liegt alles drin

Omlin lässt sich davon nicht beirren. Klar, es warte keine einfache Aufgabe auf den FCL, räumt er ein. «Aber wir müssen am Sonntag mit breiter Brust auflaufen. Schliesslich sind wir hier zu Hause.» Die Phase der langen Sieglosigkeit nage zwar an der Mannschaft, aber es gelte eben, jedes vergangene Spiel abzuhaken und sich wieder frisch zu motivieren. «Ich bin jedes Mal zu 100 Prozent parat», versichert er.

«Ich orientiere mich am Vorbild von David de Gea.»

Jonas Omlin, Goalie FC Luzern

Gegen die Zürcher Grasshoppers habe man mit dem Unentschieden «ein kleines Zeichen» des Aufschwungs gesetzt und gegen YB könne man dies bestätigen – «auch wenn es dabei mehr braucht als in den vorhergegangenen Spielen». Voraussetzung dafür sei «Konsequenz in den Zweikämpfen und konzentrierte Defensivarbeit».

Einzelkämpfer im Mannschaftssport

Fussball ist laut Omlin ein einfaches Spiel. «Man muss einfach weniger Tore bekommen und eins mehr schiessen als der Gegner.» Einfluss auf die Angreifer habe er nicht, aber den Verteidigern könne er helfen. «Und am Ende ist es einfach mein Job, die Bälle festzuhalten.» Omlin sieht sich «als Einzelkämpfer im Team», schliesslich trainiere er oft getrennt von den Feldspielern.

Zusammen mit FCL-Urgestein David Zibung (33), der immer noch die Nummer 1 auf dem Trikot trägt, und dem jungen Goalie-Kollegen Simon Enzler (20), hat er im Sommer einen neuen Torhüter-Trainer erhalten: den Aarauer Sven König (32), der als Aktiver einst selber kurz im Goal des FC Luzern gestanden hatte.. «Für einen Torhüter ist es wichtig, ab und zu frische Inputs zu erhalten», sagt Omlin. König sei «jung, hungrig, und ein Tüftler». Anfang Saison habe man einige längere Gespräche miteinander geführt, seither arbeite man effektiv an Lösungen.

Retraite in der Romandie

«Lösungen» ist momentan das Lieblingswort der FCL-Verantwortlichen. Angesichts der momentanen Probleme passt das gut. Omlin selbst hat auch schon früher Lösungen gesucht – und gefunden. Als sein Debüt in der 1. Mannschaft des FC Luzern vor zwei Jahren misslang, liess sich der 1,89 Meter grosse, in Sachseln aufgewachsene Schlacks nach Lausanne an den FC Le Mont ausleihen und spielte eine Weile in der Challenge League, um dort an sich zu arbeiten und Spielerfahrung zu sammeln.

Als Kind sei der langjährige niederländische Nationaltorhüter Edwin van der Sar sein Vorbild gewesen, sagt Omlin. «Jetzt ist es David de Gea von Manchester United, an dem ich mich als Goalie immer noch orientiere.»

«Du musst einfach liefern»

Und wie sieht das Verhältnis der Nummer 21 zur Nummer 1, David Zibung, aus, der seit einer Weile auf der Ersatzbank Platz genommen hat? Er sei froh, dass der Übergang so ruhig verlaufen sei, sagt Jonas Omlin. «Dave gibt mir auch immer wieder wertvolle Tipps.» Doch den Platz als Stammtorhüter gebe es nicht gratis. «Es ist jede Woche harte Arbeit und Dave macht mir mächtig Dampf.» Am Ende entscheide dann der Trainer, welchem Torhüter er das Vertrauen schenke.

«David Zibung macht mir mächtig Dampf.»

Jonas Omlin, Goalie FC Luzern

Einen Anfängerbonus habe er aber keinen mehr. «Am Anfang wird dir als junger Goalie vielleicht noch der eine oder andere Fehler verziehen.» Aber nach vier bis fünf Spielen sei dies vorbei. «Dann musst du einfach liefern.» Zum Beispiel am kommenden Sonntag, wenn Jonas Omlin für den FCL die Bälle und die Punkte festhalten muss.

Lustenberger, Follonier, Schürpf fallen aus – Zieglers Einsatz ist fraglich

Nackenschlag für den FC Luzern, der im letzten Spiel gegen die Zürcher Grasshoppers beinahe gewonnen hätte und eine kämpferisch ansprechende Leistung zeigte: Fürs Heimspiel gegen die Berner Young Boys fallen mehrere Leistungsträger aus. Im Mittelfeld ist Pascal Schürpf nicht einsatzfähig, weil er an der Wade angeschlagen ist. Mittelfeldspieler Daniel Follonier und Kapitän Claudio Lustenberger aus der Verteidigung plagen sich mit Muskelproblemen und müssen pausieren. Der Einsatz von Maskenmann Reto Ziegler ist höchst fraglich. Zusammen mit den Dauerverletzten Remo Arnold und Nicolas Schindelholz ist das Lazarett also gut belegt.

Wieder zur Verfügung steht hingegen der Mittelstürmer Tomi Juric, den Trainer Markus Babbel gegen GC wegen erlittener Reisestrapazen nach Down under geschont hat.

Die eigenen Reihen schliessen

Für Babbel sind die Young Boys derzeit das spielerisch beste Team der Schweiz. Dennoch will er sich mit seiner Mannschaft gegen den Leader nicht einfach hinten reinstellen. «Sonst wird der Druck zu gross», sagt er, und man drohe, Schaden zu nehmen. Angesichts der vielen Verletzten «müssen wir nun einfach noch enger zusammenrücken», so Babbel.

Dass die Berner Young Boys am Donnerstag Abend noch in Kiew auf dem Platz standen und wenig Erholungszeit nach ihrer Ukraine-Reise haben, sei «gewiss kein Nachteil» für den FC Luzern. Mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung seien die Chancen intakt, sagt Babbel. «Aber wir werden viele Dinge richtig machen müssen, damit wir etwas Zählbares mitnehmen können.»

Für gute Atmosphäre ist bereits gesorgt. Gemäss FCL-Medienchef Max Fischer wurden bis Freitag im Vorverkauf bereits 10’000 Tickets abgesetzt.

 FC Luzern – BSC Young Boys: Sonntag, 22. Oktober, 16 Uhr in der Swissporarena, Luzern – und im Liveticker bei zentralpus.

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