Jolanda Spiess-Hegglin gewinnt gegen «Weltwoche»
  • Gesellschaft
Jolanda Spiess-Hegglin kann zwei Teilsiege verbuchen. (Bild: sib)

Einigung vor dem Friedensrichter Jolanda Spiess-Hegglin gewinnt gegen «Weltwoche»

2 min Lesezeit 6 Kommentare 02.07.2020, 15:34 Uhr

Die ehemalige Grüne Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin konnte am Mittwoch gleich zwei Erfolge verbuchen. Beide gehen auf Kosten der «Weltwoche».

Zwischen Jolanda Spiess-Hegglin und der «Weltwoche» unter der Leitung von SVP-Nationalrat Roger Köppel ist es zu einer Einigung gekommen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Die beiden Parteien hätten sich in einem Schlichtungsverfahren vor dem Stadtzürcher Friedensrichteramt darauf geeinigt, dass Spiess-Hegglin die eingereichte Zivilklage gegen das Blatt zurückzieht. Gemäss der Zeitung geht dies aus dem Verhandlungsprotokoll hervor.

Schuldeingeständnis erscheint auf der Titelseite

Spiess-Hegglin zog die Klage aber nur unter zwei Bedingungen zurück. Erstens musste Köppels Magazin zugeben, im September 2015 mit der Veröffentlichung eines Artikels des damaligen stellvertretenden Chefredaktors der «Weltwoche», Philipp Gut, die Persönlichkeitsrechte der ehemaligen Kantonsrätin verletzt zu haben. Zweitens musste das Blatt eine Zusammenfassung des rechtskräftigen strafrechtlichen Urteils gegen Gut abdrucken. Mit einer gut sichtbaren Ankündigung auf der Titelseite der Print-Version.

Philipp Gut hatte Spiess-Hegglin damals in seinem Artikel angeklagt, den Vorfall an der Zuger Landamannfeier im Dezember 2014 dafür benutzt zu haben, den damaligen Zuger SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann planmässig einer Sexualstraftat zu bezichtigen. Zudem hätte sie in diesem Zusammenhang wiederholt gelogen. Ziel dieses angeblichen Verhaltens sei gewesen, einen «sexuellen Fehltritt» kaschieren zu wollen (zentralplus berichtete). Der Vorfall ist bis heute ungeklärt.

Akten wandern in Spiess-Hegglins Keller

Spiess-Hegglin hat das PDF des «Weltwoche»-Eingeständnisses farbig ausgedruckt und abgelegt. In einem Ordner, den sie mit «Gutgewinnt 3» angeschrieben hat. Daneben gebe es noch zwei weitere volle Ordner mit diesem Titel, schreibt Spiess-Hegglin auf Facebook.

Zudem sei der 20 Zentimeter hohe Aktenturm nun bereit für den Keller. In ihrem sehr langen Post fasst sie die Ereignisse und Entwicklungen der letzten Jahre anhand der zahlreichen Dokumente nochmals zusammen.

Jolanda Spiess-Hegglins Facebook-Beitrag:

Was ich heute Morgen als Erstes gemacht habe?Ich hab das PDF, welches mir die DIE WELTWOCHE freundlicherweise…

Gepostet von Jolanda Spiess-Hegglin am Donnerstag, 2. Juli 2020

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6 Kommentare
  1. Billie Holiday, 07.07.2020, 00:40 Uhr

    @ Hans Peter Roth:
    Jetzt schmeissen Sie sich doch nicht so ran an diese Jolanda!

  2. Tobias Mueller, 02.07.2020, 19:14 Uhr

    Die ganze Geschichte könnte als Provinzposse abgetan werden, wenn es nicht so tragisch wäre: Andere, weitreichendere Geschehnisse sind längst vergessen, während die Landammannfeier einer Kleinstadt immer noch durch die Medien irrlichtert. Bleibt zu hoffen, dass die Familie Spiess-Hegglin nun Ruhe findet.

  3. Peter Bitterli, 02.07.2020, 18:21 Uhr

    „Der Vorfall ist bis heute ungeklärt.“ Ich kann Ihnen gerne ein paar Partyfotos zuhalten, die eventuell zur Klärung des Vorfalls beitragen könnten.

  4. Peter Bitterli, 02.07.2020, 15:56 Uhr

    „Zudem sei der 20 Zentimeter hohe Aktenturm nun bereit für den Keller.“ Für die Kinder. Damit die stolz sind auf das Mami.

    1. Hans Peter Roth, 02.07.2020, 18:55 Uhr

      Die Kinder von Jolanda Spiess-Hegglin dürfen – wenn sie einmal gross sind – wirklich stolz auf ihr Mami sein, hat sie nun auch Grossmaul Roger Köppel in die Knie gezwungen. Er ist nur einer von vielen Patriarchen, die für ihre Frauen verachtenden Kommentare und Lügengeschichten zur Rechenschaft gezogen wurden. Bravo Jolanda!

    2. Peter Bitterli, 02.07.2020, 20:04 Uhr

      @ Roth:
      QUnsinn. Ein Vergleich ist kein Sieg, sondern eben ein Vergleich. Wahrscheinlich wollte man die schwer erschütterte Frau und Familie nicht weiter in Kalamitäten bringen. Mit Köppel hat das Ganze gleich gar nichts zu tun, sondern mit Philipp Gut. Toller Satz übrigens: „Er ist nur einer von vielen Patriarchen, die für ihre Frauen verachtenden Kommentare und Lügengeschichten zur Rechenschaft gezogen wurden.“ Kennen Sie Köppel als „Patriarchen“? Was zeichnet einen solchen Ihrer Meinung nach aus? Wer sind die anderen vielen (bitte Belege)? Bitte geben Sie mir den Link zu einem „Frauen verachtenden Kommentar“! An welche „Lügengeschichten“ denken Sie jetzt speziell? Und, der dickste Hund: Wer wird da von wem zu was für einer Rechenschaft gezogen? Vor das Jüngste Gericht? Irgend etwas juristisch Relevantes? Oder doch nur der übliche mickrige Pranger inmitten des virtuellen Dorfplatzes eines juste-milieu-Kaffs, dessen Einwohner vergessen haben, dass ihre Grossväter davon erzählt haben, dass man jenseits der sieben Berge anders lebt?

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