«Jöö»-Alarm: Nachwuchs im Hirschpark Luzern
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Die neuen Hirschkälber (die gepunkteten Tiere) sind wenige Wochen nach Geburt schon ziemlich gewachsen. (Bild: cbu)

Bambis locken Menschen an – und bringen Geld «Jöö»-Alarm: Nachwuchs im Hirschpark Luzern

3 min Lesezeit 05.08.2021, 14:54 Uhr

Wer derzeit beim Hirschpark im Luzerner Friedental vorbeispaziert, wird von mehr Hirschen beäugt als noch vor einem Monat. Grund dafür: Fünf neue Bambis sind auf die Welt gekommen, müssen aber bald in Sicherheit gebracht werden – wegen ihres eigenen Vaters.

Anfangs Mai bewegte sich der Autor zum ersten Mal in seinem Luzerner Dasein zum Friedental, um dem Hirschpark einen Besuch abzustatten. Die Belohnung: Neugierige Blicke, mehr oder minder zutrauliche Hirsche und ein paar gelungene Aufnahmen mit der Filmkamera (zentralplus berichtete).

Damals musste man die Tiere in den Nebengehegen suchen, weil das untere Gehege, das den besten Blick auf die Hirsche bietet, geschlossen war, damit frisches Gras angepflanzt werden konnte. Von besagtem Gras ist bei unserem zweiten Besuch nur noch wenig zu sehen. Zum einen, weil die Unwetter auch hier gewütet haben, und zum anderen, weil die Hirsche jetzt wieder hier grasen.

Eine Handvoll Nachwuchs

Und die neugierigen Knopfaugen sind jetzt zahlreicher als noch im Mai. Unser Besuch erfolgt auch nicht ganz ohne Hintergedanken. Grund dafür: Die Hirschfamilie hat im Mai und Juni Zuwachs bekommen. Fünf neue Hirschkälber – zwei Weibchen und drei Männchen – tollen in der Anlage umher. Wobei «tollen» etwas hochgegriffen ist. Als wir vor Ort ankommen, liegt die Herde gemütlich beisammen, kaut Gras oder bedient sich am Heustand. Das erste Jungtier kam am 8. Mai auf die Welt, knapp eine Woche nach dem Besuch des Autors. Das letzte Tier wurde am 11. Juni gesetzt.

Die Hirschkälber in der Herde zu erkennen ist gar nicht so leicht, denn bereits wenige Wochen nach der Geburt sind die Tiere schon erstaunlich gewachsen. Niedlich sind die gepunkteten Jungtiere trotzdem.

Impressionen von den Jungtieren und der ganzen Anlage siehst du im Video.

Platzhirsch «Muck» dominiert

Ursprünglich waren es sechs Jungtiere, die auf die Welt kamen, aber «eines ist leider zwischenzeitlich gestorben, weil die recht betagte Mutter zu wenig Milch produzierte», erklärt Anita Weingartner, Präsidentin des Vereins Freunde des Hirschparks Luzern auf Anfrage. Die Hirschmutter ist mit ihren 18 Jahren auch am oberen Ende der Lebenserwartung angelangt und dürfte wohl bei der nächsten Regulierung erlegt werden. Trotzdem: Platzhirsch «Muck» hat ganze Arbeit geleistet und kann sich nun bis im Herbst erholen. Dann nämlich wird seine Manneskraft wieder gebraucht.

Bis dahin müssen auch die männlichen Jungtiere in ein anderes Gehege gebracht werden – und damit aus der «Schusslinie» des Platzhirsches. Denn wie Weingartner erklärt, duldet Muck in der Brunftphase keinerlei Konkurrenz. «Er greift dann alles an, egal ob es seine eigenen Nachkommen sind, Tierpfleger oder Schubkarren.»

Anita Weingartner ist Präsidentin des Vereins «Freunde des Hirschparks Luzern».

Mehr Patenschaften dank «Bambis»

Die Hirschkälber haben nebst Zuschauermagnet-Effekt auch noch einen anderen Vorteil für den Hirschpark: «Wir konnten fünf Tierpatenschaften abschliessen», sagt Weingartner. Mit einer Patenschaft können Interessierte die Tiere direkt unterstützen. Mit 300 Franken ermöglicht man beispielsweise einem Jungtier gemäss Website den «Start ins Leben» und kommt für einen Teil der Kosten für Futter und Pflege auf.

Die Finanzen sind beim Hirschpark ein ständiges Thema (zentralplus berichtete). Aktuell laufen Abklärungen mit der Stadt Luzern, wonach diese den Park zwar nicht mit finanzieller, dafür mit materieller Hilfe unterstützen und entlasten könnte. Die jährlich anfallenden Betriebskosten von rund 65’000 Franken werden aktuell vom Verein, Gönnern und Stiftungen getragen.

Die fünf Hirschkälber führen mit ihrem Dasein eine Tradition weiter, die in der Stadt Luzern schon seit rund 400 Jahren Bestand hat und unter anderem zu bekannten Strassennamen wie Hirschmatt und Hirschengraben inspiriert hat – was sich auch visuell niederschlägt, wie ein Mosaik des Künstlers Ernst Maass zeigt, das an der Fassade der Hirschmattstrasse 1 zu sehen ist.

Das Hirschrelief des deutschen Künstlers Ernst Maass an der Hausfassade der Hirschmattstrasse 1

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