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«Jodlerwirt» Saemi Honegger übernimmt den «Eichhof»
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Sind sich einig geworden: Saemi Honegger (rechts) übernimmt das «Wirtshaus zum Eichhof» und prostet mit Richard Waser, Verkaufsleiter der Brauerei. (Bild: jwy)

Währschaftes regiert bald in Luzerner Restaurant «Jodlerwirt» Saemi Honegger übernimmt den «Eichhof»

4 min Lesezeit 20.12.2017, 14:55 Uhr

Es ist ein Restaurant mit bewegter Vergangenheit – einige Wirte sind in den letzten Jahren gescheitert. Nun übernimmt ein erfahrener Gastronom das Wirtshaus «Eichhof»: Saemi Honegger will das Traditionshaus zurück zu alter Grösse führen. War es Vorbestimmung?

Die Zeit der Experimente ist vorbei, im «Wirtshaus zum Eichhof» will man jetzt auf Nummer sicher gehen: gutbürgerliche Küche statt neue Gastro-Konzepte. Mit Saemi Honegger steigt ein Gastronom mit 35-jähriger Erfahrung und Gespür für Tradition ein.

Man muss den Mann nicht mehr gross vorstellen: In Luzern führt er das Restaurant «Jodlerwirt» und die «Taube», in Ebikon hat er das «Schweizerheim» übernommen und in Kriens das «Burestübli» (zentralplus berichtete). Nun will er das Restaurant «Eichhof» zurück auf die Erfolgsstrasse führen – im März oder April soll es wieder aufgehen.

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Bewegte Vergangenheit

Es scheint kein einfacher Flecken zu sein: Das Restaurant «Eichhof» hat in den letzten Jahren überhastete Abgänge, eine aufwendige Renovation, einen hoffnungsvollen Neuanfang und abermaliges Scheitern erlebt. Zuletzt mussten im September die letzten Pächter mit ihrem Konzept der Steinzeitküche nach zwei Jahren wieder schliessen (zentralplus berichtete). Und zuvor musste der Wirt Konkurs anmelden, nachdem sein Geschäftspartner mit dem Geld verschwand (zentralplus berichtete).

Das Restaurant Eichhof in Luzern.

Das Restaurant Eichhof in Luzern.

(Bild: lwo)

Das Haus ist im Besitz der Gebrüder Amberg, Pächterin ist die Brauerei Eichhof, die das Restaurant an einen Wirt weiterverpachtet. Das Interesse sei gross gewesen, doch das Konzept von Saemi Honegger hat die Eichhof-Verantwortlichen am meisten überzeugt, in den letzten Tagen wurde der Vertrag besiegelt.

Die gleiche Sprache

«Saemi Honegger versteht zu 100 Prozent, was wir wollen, wir reden die gleiche Sprache», begründet Richard Waser, Verkaufsleiter bei Eichhof, die Wahl. Er sei eine Person, die man kennt, und er bringe einen Leistungsausweis mit. «Wir haben bewusst kein Experiment mehr gesucht, sondern eine bewährte Kraft», so Waser. Mit Experiment spricht er auf die Steinzeit-Küche an, die im Traditionshaus zu wenig Fuss gefasst hat.

«Unser Motto lautet: Weniger ist mehr, das dafür frisch.»

Saemi Honegger, Wirt

Saemi Honegger geht zurück zu den erfolgreichen Zeiten des Lokals, als es mit hochwertiger, aber währschafter Küche grossen Erfolg hatte – etwa bei Franzpeter Meier und Hans-Peter Elsener als Patrons. «Wir wollen zurück zu den Klassikern, angereichert mit bayrischen und österreichischen Spezialitäten», sagt Honegger. Dazu den passenden Gersten- oder Traubensaft, witzelt er – Ersteres natürlich aus dem Sortiment der nahen Brauerei. «In diesem alten Haus erwartet man einfach etwas Währschaftes», sagt er. Als Beispiele nennt er etwa das Tris von Läberli – Kalb, Rind, Schwein oder Güggeli –, den klassischen Tafelspitz nach Wiener Art oder das Filet de Boeuf Stroganoff.

Koch ist noch offen

Das «neue-alte Eichhof», wie es Honegger nennt, wird baulich nicht verändert, nur das Mobiliar und der Garten werden angepasst. Trotzdem will er sich Zeit bis im Frühling lassen und nicht überhastet öffnen. «Wir stellen jetzt ein neues Team zusammen», sagt Honegger, das müsse Hand und Fuss haben. Wer kochen und das Lokal führen wird, ist deshalb noch offen.

Der Eichhof-Garten ist gut besucht.

Der Eichhof-Garten war bei schönem Wetter stets gut besucht.

(Bild: zvg)

Wieso glaubt Saemi Honegger an den Erfolg? Er gibt zu, dass es immer weniger Landgasthäuser gibt, wie es ihm hier vorschwebt. «Trotzdem wird die gutbürgerliche Küche mit angenehmem Ambiente auch in Zukunft Erfolg haben», ist Honegger überzeugt und nennt Luzerner Restaurants wie das «Galliker» oder «Schiff». Das «Eichhof» passe zu Luzern und werde seine Kundschaft finden.

«Vom Freak bis zum Bundesrat: Jeder soll sich im Speiseangebot wiederfinden.»

Saemi Honegger

Dass die Gastronomie – vor allem Landbeizen – zusehends ein schwieriges Pflaster ist, muss ihm niemand erklären. Zudem sind die Ansprüche der Gäste bezüglich saisonaler und frischer Speisen höher, dem will er Rechnung tragen. «Unser Motto lautet: Weniger ist mehr, das dafür frisch», sagt Honegger.

Vom Freak bis zum Bundesrat

Wie früher will Saemi Honegger vom Arbeiter bis zum Politiker alle Kunden ansprechen. Oder wie er es sagt: «Der Mix der Gäste ist entscheidend: von Jung bis Alt, vom Freak bis zum Bundesrat.» Jeder solle sich im Speiseangebot wiederfinden. Und es werde bezahlbar sein, verspricht er.

Das «Eichhof» wird fünf bis sechs Tage die Woche offen sein, das Ziel seien dereinst sieben Tage. Und auch der grosse Garten werde wieder eine wichtige Rolle spielen.

Denn der grosszügige Garten war in den warmen Monaten in den letzten Jahren immer gut besucht, DJs sorgten regelmässig für lange Sommerabende. Aber im Restaurant selbst war die Auslastung zu gering. Auch die Musik wird wohl eher bodenständiger werden, wenn man an den «Jodlerwirt» denkt.

Auf der Terrasse des Wirtshauses wird gegessen.

Die Terrasse des Wirtshauses «Eichhof».

(Bild: lru)

Weise Voraussicht

Und wieso betreibt die Eichhof-Brauerei eigentlich nicht selbst das Restaurant, an das sie mit einem langfristigen Vertrag gebunden ist? Selber zu wirten, ist für Eichhof tabu: «Wir sind die führende Brauerei in der Zentralschweiz und kein Gastrounternehmen», sagt Richard Waser, man wolle die Luzerner Gastronomie nicht konkurrenzieren.

Saemi Honegger will nun nach vorne schauen und muss noch teilweise Personal finden, was auch immer schwieriger werde. «Fesche Jungs und Mädels sind immer gesucht», sagt er. Und als hätte er es schon immer gewusst, dass er dereinst im Eichhof landet, hat er sich die Domain www.eichhof-luzern.ch bereits vor Jahren gesichert – nun kann er sie aufschalten.

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