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«Jetzt werden Sie mal nicht frech!»
  • Politik
  • Achtung: Satire
Nur das Bild von Manuel Brandenberg ist echt, der Rest erfunden. Wir schreiben das hier noch mal, weil wir glauben, dann verklagt uns vielleicht keiner. Mal sehen. (Bild: zvg )

Das erfundene Interview mit Manuel Brandenberg «Jetzt werden Sie mal nicht frech!»

5 min Lesezeit 28.09.2015, 12:17 Uhr

Der Zuger Ständeratskandidat Manuel Brandenberg will nicht mit zentral+ sprechen. Deshalb erfinden wir seine Antworten kurzerhand selber. Trotzdem ist das Gespräch kein einfaches. Zum Glück will er uns nicht verklagen. Sagt er zumindest im Interview. Das wir erfunden haben.

Achtung, Achtung: Das folgende Gespräch ist erstunken und erlogen. Der SVP-Kantonsrat Manuel Brandenberg hat nichts davon tatsächlich gesagt. Zum Glück. Trotzdem wollen wir es Ihnen nicht vorenthalten.

zentral+: Herr Brandenberg, weshalb wollen Sie eigentlich nicht mit uns sprechen? Wir hätten lieber richtige Antworten von Ihnen gehabt, statt sie hier so mühsam selber zu erfinden.

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Manuel Brandenberg: Naja, ganz grundsätzlich ist mir zentral+ einfach nicht wichtig genug – die paar Leser, die Sie haben, die interessieren mich nicht sonderlich. Zudem seid Ihr einfach ein linker Haufen, da ist ja klar, was für Fragen da kommen.

zentral+: Also jetzt mal ganz ruhig. Das ist, *hust*, eine dreiste Unterstellung. Wir haben viele Leser. Viele. Und links sind wir nicht, wir sind unabhängig. Haben Sie denn Angst vor kritischen Fragen?

Brandenberg: Nein, aber keine Lust auf die ewig gleichen linksroten Fragestellungen nach meiner Wahlkampffinanzierung, oder danach, weshalb die SVP keine Frau aufstellt, oder danach, weshalb ich überhaupt kandidiere, obwohl meine Chancen relativ klein sind…

zentral+: …oder danach, wie das damals war mit dem Skandal um Ihre Firma Rothinvest (wir grinsen hämisch, jetzt haben wir ihn im Sack).

Brandenberg: (wird laut) Ich habe jetzt schon hunderte Male gesagt: Was kann ich dafür, wenn mein Geschäftspartner ein Krimineller ist? Wie hätte ich das wissen sollen? Jetzt ist Schluss mit diesem unseligen Interview, ich habe genug von Ihren ewig gleichen Journalistenfragen (knallt mit Schmackes den Hörer aufs Telefon).

zentral+: Herr Brandenberg, Sie sind bloss erfunden. Auflegen geht nicht.

Brandenberg: Verdammt.

zentral+: Zur Sache: Was wollen Sie eigentlich im Ständerat? Ist Ihnen das nicht eine Runde zu weit weg von Zug? Sie sind ja ein Urzuger, Ihre Haltung im Kantonsrat ist immer dann gefragt, wenns um schwere juristische Themen geht, oder darum, ein «erzkonservatives vormittelalterliches Weltbild» zu verteidigen, wie Ihr Ratskollege Stefan Gisler bei einer Gelegenheit erwähnt hat. Sie poltern zwar gerne, mahnen aber auch mal zur Vernunft…

Brandenberg:…können Sie mal auf den Punkt kommen?

zentral+: …(rümpft beleidigt die Nase) Item, meine Frage: Was wollen Sie eigentlich im Ständerat?

Brandenberg: Es gibt eine Reihe von Themen, bei denen ich gern mitwirken möchte.

Manuel Brandenbergs Vimentis Spider. Neben dem Foto das einzige, das wir nicht erfunden haben. Sie sehen: Wir bestehen darauf.

zentral+: Und die wären?

Brandenberg: Na, das Asylchaos zum Beispiel. Oder die korrekte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

zentral+: Das ist doch reichlich wenig konkret, Sie haben doch schlicht keine Ahnung, was Sie tatsächlich bewegen wollen!

Brandenberg: Sie erfinden ja auch diese stumpfsinnigen Aussagen. Wenn ich tatsächlich hier wäre, würde ich Ihnen jetzt die Leviten lesen.

zentral+: Jetzt werden Sie mal nicht frech!

Brandenberg: Sie werden frech, Sie impertinenter Interview-Erfinder. Eine seriöse Zeitung mit vielen Lesern würde so etwas nie tun. Und wenn Sie nur ein wenig Verständnis für die politische Arbeit hätten, würden Sie nicht so unanständige Fragen stellen.

zentral+: Dann verklagen Sie uns doch.

Brandenberg: Das werde ich auf jeden Fall nicht tun. Äh ich meine, ich werde Sie bestimmt nicht verklagen. Nein, verdammt, ich will Sie in Grund und Boden nicht verklagen. Was macht das verdammte nicht in meinen Sätzen, hören Sie mal auf damit. Dafür werde ich Sie nicht auf Schadensersatz verknurren, bis Ihr Magazin nicht den Bach runtergeht!

zentral+: Höhö. Selber schuld. Sie konnten das Interview ja gegenlesen. Ach nein, stimmt. Kommen wir also zu den heissen Themen. Wie bezahlen Sie all die mit Ihrem Namen gravierten Sackmesser, die Sie als Give-away im Wahlkampf verteilen? Kostet ja sicher eine Stange Geld.

Brandenberg: So eine öde Frage. War ja klar, dass Ihnen nichts Besseres einfällt.

zentral+: Werden Sie von Ihrer Partei nicht etwas gar stark eingespannt, für eine Kandidatur, die praktisch ohne Chancen ist?

Brandenberg: Was soll das heissen? Wir machen einen starken Wahlkampf, und jetzt mit den Sackmessern, da habe ich schon einen guten Vorsprung.

zentral+: Thomas Aeschi, der Nationalratskandidat der Zuger SVP, hat sich stattdessen riesige Plakate geleistet. Auf praktisch jeder Zuger Wiese steht eins. Haben Sie da mit den Sackmessern nicht den Kürzeren gezogen?

Brandenberg: Ja, aber so ein Sackmesser, das hält eine Weile, damit kann man sich auch verteidigen, gegen alles mögliche. Migrationswellen, fremde Richter.

zentral+: Aber Aeschi hat es sogar in die ZVB-Busse geschafft, obwohl das für alle anderen verboten war. Und Sie wollen gewissen Zeitungen nicht mal Interviews geben. Nicht grad ein feuriger Wahlkampf, den Sie da betreiben.

Brandenberg: Ich bin nur noch hier, weil ich mich nicht selber aus Ihrem dämlichen Interview rauslöschen kann. Erwarten Sie von mir nicht, dass ich auf diesen Mist noch eine Antwort gebe.

zentral+: (Macht einen auf verständnisvoll) Jetzt reagieren Sie mal nicht so eingeschnappt. Aber gegen CVP-Kandidat Peter Hegglin haben Sie doch so wirklich keine Chancen.

Brandenberg: Natürlich! (Klopft auf den Tisch) Ich gebe nicht so schnell auf. Immerhin habe ich auch bei der Kommission zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative auf Bundesebene mitgewirkt. Ich habe schon erste Schritte auf dem nationalen Parkett unternommen.

zentral+: (Knackst vor freudiger Erwartung mit den Fingern) Wird Ihnen da nicht Ihr ultrakonservatives Frauenbild zum Verhängnis? Immerhin sind die Hälfte der Zuger Wählenden Frauen.

Brandenberg: (Starrt uns ungläubig an) Was wissen Sie schon von meinem Frauenbild! Sie haben keine Ahnung. Natürlich haben Frauen eher andere Talente als die Politik, wie man an der SVP-Fraktion im Kantonsrat ja sieht. Sie melden sich einfach weniger auf solche Ämter. Das politische Denken liegt ihnen einfach nicht. (Schreckt auf) Schieben Sie mir jetzt auch noch frauenfeindliche Antworten unter? (Zückt einen Stift und notiert sich in die Agenda: «zentral+ verklagen», gleich zwischen: «Waschtag» und «Hegglins Plakate umsägen»).

zentral+: (Rutscht unwillkürlich etwas vom Tisch weg) Ähm, lassen wir das. Kommen wir zu etwas Angenehmerem: Der letzten Frage. Herr Brandenberg, Sie kommen im neusten SVP-Wahlsong «welcome to SVP» gar nicht vor. Sind Sie da nicht beleidigt?

Brandenberg: (fängt an zu knurren)

zentral+: (hastig) Können Sie uns wenigstens den «Wo en Willi isch» vorsingen?

Brandenberg: (blickt böse) Ihr Vertrauen in mein Gesangstalent ehrt mich, aber ich verzichte.

zentral+: Besten Dank für das spannende Gespräch.

Brandenberg: Danke ja, sehr spannend. Wirklich ein tolles Interview. Immer gerne.

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