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Jetzt muss der EVZ defensiv über die Bücher
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Rein ins Glück: Der Davoser Aaron Palushaj erzielt nach einem kapitalen Bock von Livio Stadler das 4:3 gegen EVZ-Goalie Leonardo Genoni. (Bild: Andy Müller/freshfocus)

Nur noch ein Liga-Konkurrent kassiert mehr Tore Jetzt muss der EVZ defensiv über die Bücher

3 min Lesezeit 16.11.2019, 05:00 Uhr

Drei frühe Tore der Davoser in jedem Drittel, aber jeweils nur zwei späte der Zuger: Der meistgenannte Titelanwärter verliert einen Match, der letztlich zum Spektakel wurde, wegen defensiver Defizite 4:5. Ist die Spielauslösung der Zuger von der Liga-Konkurrenz entschlüsselt worden?

Einer der Gründe, warum der EV Zug letzte Saison trotz personeller Engpässe unter den Ausländern aufblühte, den Cup für sich entschied und bis in den Playoff-Final vorstiess, war die gepflegte Spielauslösung. Der neuverpflichtete Trainer Dan Tangnes hatte sie implementiert. Die Scheiben wurden nicht nicht mehr einfach aus der Gefahrenzone spediert. Nein, die EVZ-Spieler wagten sogar Querpässe im eigenen Drittel, um einen schnittigen Gegenangriff zu lancieren.

In der laufenden Saison klappt das aber nicht mehr wunschgemäss – trotz bedeutend mehr Talent im Team. Vielmehr ist die Spielauslösung zur grössten Fehlerquelle im Spiel der Zuger geworden. Dabei ist die Verteidigung identisch besetzt und die Sturmreihen noch besser als in der vorangegangenen Spielzeit.

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Schlumpf: «So fängst du an zu hadern»

Unvorstellbar, dass der vor Saisonbeginn meistgenannte Titelanwärter die vom Trainer vorgegebene Taktik plötzlich nicht mehr umsetzen kann. Die Ursache für die Schwierigkeiten ist darum beim Gegner zu verorten: Die Davoser haben es so gemacht wie vor ihnen Lausanne oder Rapperswil.

Sie setzten den EV Zug mit aggressivem Forechecking in der eigenen Zone unter Druck, um ihn zu Fehlern zu provozieren. «Wenn du nicht aus dem eigenen Drittel kommst, fängst du an zu hadern», bemerkte EVZ-Verteidiger Dominik Schlumpf. Und dann geht es erst recht schief.

Die Vermutung liegt nahe: Die Gegner haben erkannt, wie man den Strom im Spiel der Zuger abstellt. Das Tangnes-System scheint entschlüsselt worden zu sein.

Nur der SCB kassiert noch mehr Gegentore

Darum braucht es jetzt griffige Sofortmassnahmen: Nach drei Heimniederlagen in Serie und vor den nächsten Spitzenspielen am Samstag in Biel und am Freitag in einer Woche gegen die ZSC Lions liegt der EVZ nur noch mit zwei Punkten Vorsprung über dem Strich.

Oouuu: Zug-Trainer Dan Tangnes muss bei diesen Abwehrdefiziten seiner Mannschaft zu Sofortmassnahmen greifen.

Die defensive Instabilität verunsichert alle Mannschaftsteile der Zuger. Sie raubt ihnen die Selbstsicherheit und verhindert, dass der EVZ seine volle Power aufs Eis bringen kann. Und das Problem in der Abwehr geht über die fehlerhafte Spielauslösung hinaus.

Man stelle sich das mal vor: Zug mit dem fünffachen Meistergoalie Leonardo Genoni steht mit 3,1 Gegentoren pro Spiel schlechter da als der Tabellenletzte Ambri (2,9)! Nur ein Gegner reiht sich in dieser fürs sportliche Wohl entscheidenden Disziplin noch hinter der Tangnes-Truppe ein – und das ist ausgerechnet Titelverteidiger Bern (3,4). Die Zuger hatten den Bernern auf diese Saison hin den Goalie ausgespannt.

Ungläubiges Kopfschütteln

So wie die Zuger dreimal einen Rückstand gleich zu Beginn eines Drittels einstecken mussten, blieb wohl dem einen oder andern unter den 7200 Zuschauern in der ausverkauften Bossard Arena bloss ungläubiges Kopfschütteln. Alle drei Szenen waren schlicht und einfach schlecht verteidigt. Mit Oscar Lindberg und Livio Stadler, um nur zwei Zuger Exponenten namentlich zu nennen, sind sowohl Stürmer als auch Verteidiger in die Kritik eingeschlossen.

Jetzt wird der charismatische EVZ-Trainer Dan Tangnes beweisen müssen, dass er die richtigen Massnahmen und Lösungen findet, wenn es seinem Team nicht läuft. Das Abwehrverhalten muss dringend stabilisiert werden. Greift der 40-jährige Norweger zu taktischen Vereinfachungen?

Denn es reicht nicht mehr, sich daran festzuhalten, dass der EV Zug mit dem dreifachen Torschützen Grégory Hofmann bis zum Schluss gegen die Niederlage angekämpft hat. Letztlich ist ihm, im Gegensatz zu den ersten beiden Dritteln, kein später Ausgleichstreffer mehr gelungen. Der EVZ befindet sich unvermindert in gefährlichem Fahrwasser (zentralplus berichtete).

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