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«Jetzt geht es so richtig los»
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Das Mehrfamilienhaus an der Albisstrasse 3 in Zug. Das Erdgeschoss wird kulturell zwischengenutzt – länger als gedacht. (Bild: pbu)

News aus der Zuger Zwischennutzung «Jetzt geht es so richtig los»

3 min Lesezeit 16.02.2016, 19:01 Uhr

Eigentlich wäre es schon bald um sie geschehen: Die Zwischennutzung «d’Wohnig» im kleinen Haus an den Zuger Bahngleisen hätte mit dem Abbruch verschwinden sollen. Doch in allerletzter Sekunde hat sie etwas Aufschub bekommen – dank unzufriedener Nachbarn. Die Besitzer hingegen sind offen für gewagte Ideen.

Eigentlich hätte schon bald Schluss sein sollen. Doch nun geht’s in die zweite Runde: Die Zuger Kulturwohnung «d’Wohnig» bittet für weitere sechs Monate zu Tisch. Um diese Zeitspanne nämlich wurde der Mietvertrag für die EG-Wohnung im Mehrfamilienhaus an der Albisstrasse 3 verlängert.

«Es ist eine Einsprache aus der Nachbarschaft hängig», erklärt Lea Rickenbacher, die Besitzerin des Hauses und zugleich Erstellerin des Neubauprojekts. Worum es bei dieser Einsprache geht, möchte sie nicht weiter ausführen. Jedenfalls wolle man die rechtskräftige Baubewilligung abwarten. Deshalb der Aufschub um sechs Monate. «Ich gehe davon aus, dass wir in einem halben Jahr mit dem Abriss des Gebäudes beginnen werden», sagt die Architektin.

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Der Sommer kann kommen

Über diese ausserfahrplanmässige Wendung freut sich Patrick Bützer. Er ist Teil des Vereins «Netzwerk Paettern» und koordiniert die kulturellen Veranstaltungen in der Wohnung (zentral+ berichtete). «Jetzt geht es so richtig los», sagt er. «Wahrscheinlich hat es genau diese Anlaufzeit gebraucht, damit die Leute Kenntnis von uns nehmen. Es hat sich rumgesprochen.» Das Projekt habe über die vergangenen Monate zusehends an Bekanntheit gewonnen – auch ausserhalb von Zug, wie Bützer betont.

Patrick Bützer freut sich über die Mietverlängerung.

Patrick Bützer freut sich über die Mietverlängerung.

(Bild: pbu)

Worüber sich der «Schlüsselmeister» der Wohnung besonders freue, sei die Tatsache, dass das Kulturprojekt mit der Vertragsverlängerung über die Sommermonate bestehen bleibt. «Das erweitert natürlich unsere Möglichkeiten», meint Bützer und kommt ins Schwärmen: «Ein kleiner Garten ist sicher eine Option. So können wir unsere eigenen Kartoffeln züchten. Ein Grill wäre auch toll.»

Temporäre Kulturwohnung

Die Erdgeschosswohnung im Mehrfamilienhaus an der Albisstrasse 3 direkt beim Zuger Bahnhof wird seit dem 15. Oktober 2015 zwischengenutzt. Die fünf Zimmer bieten Raum für Kunst- und Kulturprojekte, für Kurse und Literaturabende, für Ausstellungen, gemeinsames Kochen und so weiter. Auf dem Kalender stehen Veranstaltungen wie: Vinyasa Yoga, Qi Gong, Trickfilmworkshop, «Wir kochen für dich», Kafistube und Pilates.

Die Aussicht darauf, den Tätigkeitsbereich nach draussen an die warme Frühlingssonne zu verlegen, regt offenbar die Kreativität an. «Die Fassadengestaltung ist auch ein Thema. Ich stelle mir so etwas wie das Werk des Künstlerduos QueenKong im Himmelrich in Luzern vor. Die Lage hier wäre ideal dafür. Wenn man mit dem Zug in den Bahnhof einfährt, würde einem ein solches Fassadengemälde sofort ins Auge springen. Es darf nur nichts Politisches sein.»

Freiräume für Zug

Lea Rickenbacher, die Hausbesitzerin, ist gegenüber Bützers Ideen aufgeschlossen. Es werde tolle Arbeit geleistet, sagt sie. «Für mich stand ausser Frage, dass das Zwischennutzungsprojekt bei einer allfälligen Fristverlängerung weiter bestehen wird.» Die Frage sei nun vielmehr, ob Patrick Bützer weitermachen wolle. Der Aufwand sei gross, und schliesslich werde hier ehrenamtlich gearbeitet, sagt Rickenbacher. Ebenso würden sich finanzielle Fragen stellen.

Für Bützer selbst sei klar, dass er das Projekt weiterführen werde. Aber: «Die Finanzen sind ein wichtiger Punkt. Geldgeber sind wir immer noch nicht angegangen, aber das werden wir nun wohl ändern.» Es gehe dabei in erster Linie um die Deckung der Betriebskosten. Diese müssen trotz Mietreduktion gewährleistet sein.

Grundsätzlich bleibe aber vieles beim Alten. Es gehe nach wie vor darum, Freiräume zu schaffen. Denn davon gebe es in Zug nicht mehr viele, sagt Bützer. Mit der Wohnung wolle man diesbezüglich Abhilfe schaffen. Und dafür müsse man nicht erst die Sommermonate abwarten. «Die Heizung funktioniert jetzt wieder», sagt Bützer lachend. Über Weihnachten seien sie auf elektronische Öfen angewiesen gewesen. «Jetzt muss niemand mehr das Gefühl haben, es sei hier zu kalt.»

Impressionen aus der Wohnung.

Impressionen aus der Wohnung.

(Bild: pbu)

Impressionen aus der Wohnung.

Impressionen aus der Wohnung.

(Bild: pbu)

Lesen Sie hier, welche Pläne Architektin Rickenbacher für das Haus an der Albisstrasse hegt.

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