Jerusalema: Lizenz zum Tanzen kostete die Zuger Polizei bisher rund 3’600 Franken
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Die Zuger Polizei tanzt zum Song Jerusalema. (Bild: Screenshot Youtube Zuger Polizei)

Für 23 Millionen Klicks auf Facebook Jerusalema: Lizenz zum Tanzen kostete die Zuger Polizei bisher rund 3’600 Franken

3 min Lesezeit 13.04.2021, 12:19 Uhr

Die Zuger Polizei tanzte sich in die Herzen von Millionen von Fans aus der ganzen Welt. Anfang April läuft allerdings die Lizenz zum Tanzen aus – wir haben nachgefragt, ob das Video nun vom Netz muss.

Die Teilnahme an der Tanz-Challenge hat die Zuger Polizei bis an die Swiss Music Awards gebracht (zentralplus berichtete). «Wir erhalten weiterhin sehr positive Rückmeldungen aus der ganzen Welt», sagt Polizeisprecher Frank Kleiner gegenüber zentralplus. Das lässt sich auch in Zahlen messen: Seit das Video Mitte Januar auf Facebook gestelllt wurde, haben es 23 Millionen Menschen angeklickt, mit 894’000 Likes überschüttet, 133’000 Mal kommentiert und noch öfters geteilt. Auf weiteren Kanälen wie Youtube, Instagram, Linkedin oder Twitter kommen weitere Millionen an erreichten Personen hinzu.

Die Lizenzgebühren für den Song haben die Zuger Polizei rund 3’285 Franken gekostet, die an die Verlage Warner, Sony und Intersong gingen. Das geht aus der Rechnung hervor, die zentralplus vorliegt. Darüber hinaus fielen bei der Suisa weitere rund 300 Franken an. Im Gegensatz zu anderen Teilnehmern, zum Beispiel dem Flughafen Zürich, der sein Video wieder vom Netz nehmen musste, hatten die Zuger die Lizenz noch rechtzeitig angemeldet (zentralplus berichtete).

Video soll weiter geteilt werden können

Doch die Lizenz zum Tanzen lief am 12. April aus. Wird der Song deshalb vom Netz genommen? «Weil das Video ein Teil unserer Geschichte geworden ist, beabsichtigen wir, die Lizenz zu verlängern», so Kleiner. Dazu habe man beim zuständigen Musik-Label eine entsprechende Anfrage platziert. «Die Abklärungen diesbezüglich sind im Gange. Das Musik-Label hat uns erlaubt, das Video bis auf Weiteres auf unseren Kanälen zu belassen.» Ob weitere Kosten anfallen und wie hoch diese sein werden, kann er bis zur Klärung der Verlängerung nicht abschätzen.

Aufatmen also bei Fans der Zuger Polizei, die sich an den uniformierten Tänzern nicht sattsehen können. Und auch ein weiteres von der Zuger Polizei nominiertes Korps belässt sein Video vorerst auf den verschiedenen Plattformen: Nämlich die Irische Polizei «Gardaí», die mit 5,4 Millionen Klicks auf Facebook nicht ganz so viel Aufmerksamkeit erhalten hat wie die Kollegen aus Zug (zentralplus berichtete). Weitere Nominierte müssen sich gar nicht erst mit Lizenzgebühren herumschlagen. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug, die Luzerner Polizei oder die Stadtpolizei Zürich haben sich nicht vom Tanzfieber der Zuger anstecken lassen (zentralplus berichtete).

Image-Gewinn ist wohl höher als die Lizenz-Kosten

Aus Sicht der Zuger Polizei hat es sich aber offenbar gelohnt. Frank Kleiner betont auch den Imagegewinn: «Offenbar ist es uns gelungen, ganz vielen Personen auf der ganzen Welt eine kleine Freude zu bereiten und ihnen ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern. Auch wollten wir uns, so wie wir sind, als bürgernahe Polizei zeigen.» Und offenbar ist man in Zug immer noch beeindruckt vom eigenen Erfolg: «Nein, mit einem solchen Erfolg haben wir nicht gerechnet. Es freut uns jedoch sehr, dass unsere Botschaft verstanden und das Video so gut aufgenommen wurde.» 

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