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«Jeff’s Burger» expandiert in die Altstadt
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Gastromeile Rathausquai: Das neue Restaurant soll in der weissen Liegenschaft entstehen. Links das Restaurant Mostrose. (Bild: mbe.)

Luzern: Hamburger statt Uhren «Jeff’s Burger» expandiert in die Altstadt

4 min Lesezeit 1 Kommentar 01.09.2015, 18:00 Uhr

Nach dem Erfolg ihres Burgerrestaurants im Hirschmattquartier wollen die Gastronomen Filiz und Cafer Sezer ein zweites grösseres Lokal in der Altstadt eröffnen. Dafür soll ein Wohn- und Geschäftshaus an der Reuss umgebaut werden. Beim Bauprojekt gibt es noch einige Knackpunkte.

Das zweite «Jeff’s Burger» soll direkt an der Gastromeile an der Reuss zu liegen kommen. Also an bester Touristenlage. Eingerahmt wird die Liegenschaft vom Restaurant Mostrose auf der einen Seite und einer Starbucks-Filiale auf der anderen Seite (siehe Fotogalerie). Die Altstadtliegenschaft hat die Adresse Furrengasse 15/Rathausquai 10.

Baugesuch liegt öffentlich auf

Das Baugesuch für die Umnutzung und den Umbau der Liegenschaft liegt momentan bei der Stadt Luzern öffentlich auf. Bauherrin ist die Gastro Luzern GmbH der Familie Sezer, die in Luzern neben Jeff’s Burger das Restaurant Basilico und das «Havanna» betreibt, das momentan ebenfalls umgebaut und Ende Oktober wieder eröffnet werden soll.

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A la minute zubereitete Burger aus regionalen Zutaten sind offenbar eine Marktlücke. Denn nur ein Jahr nach der Eröffnung von «Jeff’s Burger» an der Hirschmattstrasse soll bereits Nummer zwei folgen. Das Lokal sei eine Erweiterung des ersten Lokals, heisst es im Baugesuch. Gemäss Filiz Sezer ist es aber grösser und wird 365 Tage von neun Uhr morgens bis zirka Mitternacht geöffnet sein. «Unser gastronomisches Angebot wird breit sein. Vom Gipfelifrühstück über Mittagessen, Kaffee und Kuchen am Nachmittag, sowie Burgern und weiteren Speisen am Abend», sagt Sezer. Der Name des neuen Lokals stehe noch nicht definitiv fest, sagt die Pächterin.

Gemäss Filiz Sezer ist die Eröffnung des neuen Restaurants Ende des Jahres geplant, «wenn alles gut läuft mit der Baubewilligung», fügt die Wirtin hinzu. Sie und ihr Mann seien zuversichtlich, dass es klappt.

Besitzer will keine internationale Kette

Das Haus gehört Peter Vonarburg vom Luzerner Traditionsunternehmen Vonarburg. «Ich finde das Konzept der Familie Sezer interessant, etwas, das es noch nicht gibt in der Altstadt», sagt er auf Anfrage. «Ich wollte ein lokales Unternehmen, keine weitere Filiale einer internationalen Kette.»

Das Wohn- und Geschäftshaus soll im Erdgeschoss und im ersten Stock zu einem Gastronomiebetrieb umgebaut werden. Betont wird im Baugesuch, dass man bemüht sei, die Lärmemissionen für die Nachbarschaft gering zu halten. Es sei ein reines Esslokal «mit leichter Hintergrundbeschallung», keine Bar oder ein Nachtlokal.
Das Haus steht zwar nicht unter kantonalem Denkmalschutz. Doch es liegt in der städtischen Ortsbildschutzzone A, welche die Erhaltung historischer Stadtteile in ihrer Bausubstanz und ihren Strukturen bezweckt. Deshalb waren die kantonale Denkmalpflege und die Archäologie von Anfang an in das Bauvorhaben involviert.

«Ich finde das Gastro-Konzept der Familie Sezer interessant. Es ist etwas, das es noch nicht gibt in der Altstadt»,

sagt Hausbesitzer Peter Vonarburg

Neue Fassadengestaltung und Lüftung

Die Fassade des Hauses am Rathausquai mit dem Vorbau (Sockel) soll neu gestaltet werden. Man sieht einen Rückbau des massiven Sockels vor. Die Eingangstüre soll zurück versetzt und eine neue symmetrische Fensterfront realisiert werden. Die andere Hausseite mit dem offiziellen Hauseingang, Furrengasse 15, ist nicht tangiert vom Umbauprojekt.

Eine Knacknuss beim Umbauprojekt ist die notwendige Küchenlüftung in dem Altstadthaus. Dieses beherbergte bisher nur Büros und Läden. Über die Details dieser Lüftung wird schon seit Beginn des Projekts intensiv gebrütet und verhandelt. Die Lüftung ist laut dem Bauplan auf einen Speiseraum mit 26 Plätzen im Ergeschoss und 44 Plätzen im ersten Stock ausgelegt, wird durch das ganze Haus führen und beim Kamin enden. «Die entscheidende Frage war, wie man mit der Abluft über das Dach hinaus kommt», sagt Rudolf Zihlmann, Sachbearbeiter Baugesuche der Dienstabteilung Städtebau bei der Stadt Luzern.

Vernehmlassung läuft

Das eingegebene Projekt eines Zürcher Architekten liegt momentan unter anderem bei der kantonalen Denkmalpflege sowie weiteren kommunalen und kantonalen Stellen zur Vernehmlassung. «Das Vernehmlassungsverfahren läuft noch», sagt Zihlmann.

Einerseits geht es also für die Denkmalpflege um die Beurteilung der baulichen Eingriffe. Andererseits um Umweltschutz: Die Lüftung muss die Anforderungen der Luftreinhalteverordnung erfüllen. Zihlmann: «Die Abluft muss über die Dächer möglichst vertikal herausgeblasen werden.» Ältere Liegenschaften in der Umgebung erfüllten diese Anforderungen aber auch nicht immer, räumt Zihlmann ein. 

Lange Geschichte

Im Einzelobjekt-Inventar Altstadt erfährt man mehr über die Geschichte der Liegenschaft. Danach geht der mittelalterliche Vorgängerbau auf die Frühzeit der städtischen Bebauung Luzerns im 13. Jahrhundert zurück. Die erste Häuserzeile am Reussufer ersetzte eine gepfählte  Pallisade.

Auf zirka 1551 wird die heutige Doppel-Liegenschaft datiert, die auf zwei Parzellen steht. Der damalige Bauherr Mauritz Cloos-von Bürglen liess sein Familien-Wappen beim Eingang des ehemaligen Patrizierhausese an der Furrengasse 15 verewigen. Der Hausteil an der Furrengasse war damals das Vorderhaus (Nordseite), während der Hausteil am Rathausquai das Hinterhaus war (Südseite); heute sieht man es wohl eher umgekehrt. Das Doppelhaus wird auch weiterhin zwei Eingänge haben. Gemäss Peter Vonarburg ist auf der Hausseite der Furrengasse keine Renovation vorgesehen. Die eingemietete Boutique und die Wohnungen in den Obergeschossen bleiben ebenfalls.

Am Rathausquai, wo das neue Restaurant entstehen soll, befand sich vor über 30 Jahren Jahren das Büro der «Anzeiger AG». Später war das Immobilienbüro Engel & Völkers dort, das vor einem halben Jahr an den Pilatusplatz umgezogen ist. Heute ist ein Outlet-Kleiderladen als Zwischennutzung im Erdgeschoss eingemietet. «Wir hatten einen befristeteten Vertrag für drei Monate», sagt die Verkäuferin.

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1 Kommentare
  1. Gabo Martini, 06.01.2016, 19:34 Uhr

    Bisher war ich 4 Male in Jeff’s Burger und jedes Mal enttäuschte mich der Service. Das letzte Mal verabschiedete ich mich nach 30 Minuten ohne bedient worden zu sein. Ich hoffe, dass bei der Expansion der Sezer-Betriebe auch die Professionalisierung nicht auf der Strecke bleibt.