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Je 18 Wochen: SP fordert einen Luzerner Elternurlaub
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Die Luzerner SP lanciert eine kantonale Initiative für eine Elternzeit. (Bild: jwy)

Kantonale Initiative lanciert Je 18 Wochen: SP fordert einen Luzerner Elternurlaub

3 min Lesezeit 3 Kommentare 26.09.2019, 11:24 Uhr

Die Luzerner SP fordert neun Monate Elternurlaub – je 18 Wochen für alle Väter und Mütter im Kanton Luzern. Luzern müsse vorangehen, weil der national beschlossene Vaterschaftsurlaub bereits überholt sei.

Der SP Kanton Luzern reicht der soeben auf nationaler Ebene beschlossene zweiwöchige Vaterschaftsurlaub nicht: Die Partei lanciert darum eine kantonale Volksinitiative zur Einführung einer neunmonatigen Elternzeit.

Diesen Urlaub würden sich Väter und Mütter je zur Hälfte aufteilen – beide Elternteile hätten also Anspruch auf je 18 Wochen bezahlte Auszeit. Auch gleichgeschlechtliche Paare und Adoptiveltern würden davon profitieren.

Die vom nationalen Parlament beschlossene Minimalvariante bezeichnet Kantonsrat David Roth als «mutlos». Darum peile man eine weitergehende kantonale Regelung an. Auch in Zürich hat die SP bereits eine Initiative für 36 Wochen Elternurlaub eingereicht.

Wieso die Eile?

Die Zürcher SP habe bereits ein Rechtsgutachten eingeholt, die dortige Initiative sei juristisch wasserdicht. Allerdings bezeichnen andere Rechtsexperten das Vorgehen als rechtliche Gratwanderung. Sicherheit, ob das kantonale Vorpreschen überhaupt möglich ist, wird man erst haben, wenn die Regierung sie beim Zustandekommen prüft.

Aber wieso die Eile? Vor wenigen Wochen erst hat das Parlament einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub beschlossen. Zudem ist noch eine Initiative für eine vierwöchige Version hängig – und nationale Initiativen für eine Elternzeit sind ebenso angekündigt.

SP-Präsident David Roth sagt dazu: «Auch der Mutterschaftsurlaub wurde zuerst in gewissen Kantonen eingeführt, bevor es eine nationale Regelung gab.» Und jetzt schon würden welsche Kantone grosszügigere Regelungen kennen. Es sei zudem höchst ungewiss, ob ein Elternurlaub auf nationaler Ebene eine Chance habe. «Das System lässt es zu, dass Kantone fortschrittlicher sind. Es wäre schön, wenn der Kanton Luzern dazugehört», so Roth.

Die Luzerner SP findet: «Es ist Elternzeit» und lanciert eine Initiative.

Vaterschaftsurlaub sei überholt

Zudem halten die Sozialdemokraten das Modell Vaterschaftsurlaub für überholt, weil es alte Rollenbilder zementiere. Heute sehe es in der Praxis meist so aus: Die Väter arbeiten Vollzeit, die Mütter Teilzeit. «Der Elternurlaub ist ein wichtiger Schritt für die Gleichstellung», sagt SP-Kantonsrätin Sara Agner. Nur so könnten die heutigen Rollenmodelle von Mann und Frau überdacht und aufgebrochen werden.

Zudem würde ein Elternurlaub die Diskriminierung der Frauen in der Berufswelt beseitigen. «Ein Arbeitgeber würde es sich künftig nicht mehr zweimal überlegen, ob er eine junge Frau einstellt», sagt Priska Lorenz, Vizepräsidentin der kantonalen SP.

Sammlung soll noch im Oktober beginnen

Ein Elternurlaub sei zudem volkswirtschaftlich sinnvoll, ist die SP überzeugt, weil zufriedene Eltern auch bessere Arbeitnehmer seien. Doch ist er auch finanzierbar?

Die SP setzt auf eine Finanzierung via Erwerbsersatzverordnung, gleich wie beim Urlaub für Mütter oder Militär. Bezahlt würde er je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. David Roth verspricht ein «bürokratisches Minimum». Die Kosten würden sich im unteren Null-Komma-Bereich der Lohnsumme bewegen und seien tragbar.

Die Elternzeit werde nicht durch Steuern finanziert – im Gegenteil: «Bereits eine Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeitsquote um 1 Prozent generiert Steuereinnahmen, welche die Kosten einer Elternzeit von 18 bis 20 Wochen kompensieren», argumentiert die SP.

Es soll schnell gehen mit der Initiative: Am 20. Oktober werden die SP-Delegierten über die Initiative befinden, danach wolle man noch im Oktober mit der Unterschriftensammlung starten. Nötig sind 4’000 Unterschriften.

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3 Kommentare
  1. Philipp, 26.09.2019, 21:51 Uhr

    Würde bei meiner Firma jemand 4 Monate ausfallen, hätte ich massive Problem.
    Wir sind zu 5. 1 Person weniger ist 20% Arbeitsleistung die fehlt.
    Die Konsequenz eines solchen Gesetzes wäre niemanden mehr einzustellen der nicht 40 Jahre alt ist. Wenigsten leiste ich dann einen Beitrag gegen die Arbeitslosigkeit im Alter.

  2. Kubi, 26.09.2019, 19:00 Uhr

    Finde es auch übertrieben und zu starr. Viele Eltern benötigen dies nicht. Wird an der Urne kaum Chancen haben, aber wir werden ja sehen. Zudem erachte ich ein kantonaler Alleingang als heikel.
    Die mal von der FDP vorgeschlagene Elternzeit mit 18 Wochen, welche die Eltern selber aufteilen können wäre zeitgemässer und flexibler.

  3. Ubu, 26.09.2019, 15:11 Uhr

    Ich finde das übertrieben. Es geht ja nicht nur um das ganze zu bezahlen. Sondern es müssen andere mit mehr Arbeit darunter leiden. Ich glaube nicht, dass unsere Arbeitgeber mehr Mitarbeiter einstellen deswegen.