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Jazzkantine: Nervenkrieg vor der Neueröffnung
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Das neue «Jazzkantine»-Team: Domi Meyer (links), Rahel Heller und Christian Hupe. (Bild: jwy)

So präsentiert sich das Luzerner Lokal neu Jazzkantine: Nervenkrieg vor der Neueröffnung

3 min Lesezeit 26.08.2016, 08:30 Uhr

Auf den letzten Drücker: Am Freitag eröffnet die neue «Jazzkantine», die eigentlich doch die alte geblieben ist. In der Küche setzt man nun auf Lokales statt Mainstream, Fleischtiger kommen ebenso auf ihre Kosten wie Veganer. Doch der grösste Stolz von Domi Meyer steht im Keller.

Am Donnerstagnachmittag steht Domi Meyer im Keller der «Jazzkantine» und nimmt eine Deckenlampe auseinander, um sie zu putzen. Eine Sisyphus-Arbeit, er kann sich ein Fluchen nicht verkneifen. Doch wenn die Jazzkantine am Freitagnachmittag neu eröffnet, soll schliesslich auch der hinterste Winkel des Lokals frisch erstrahlen.

Ende Juni hat der langjährige Wirt Henk Bergmans das Lokal abgegeben, jetzt geht die «Jazzkantine» mit «Meyer»-Wirt Domi Meyer in eine neue Dekade (zentralplus berichtete).

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David Bowie ist auch da

Im Restaurant oben hat sich nicht viel verändert, es ist immer noch die «Jazzkantine», wie man sie kennt. Es gab neue Farben, die das Lokal wärmer machen, und neue Lampen. Und an prominentester Lage, wo die Treppe ins UG führt, hängt jetzt David Bowies «Heroes»-Plattencover in Übergrösse. Ein Werk von einem anderen Meyer: von Grafiker und Künstler Mart Meyer.

«Ich mache das ja nicht zum ersten Mal, und wie immer passiert alles auf den letzten Drücker.»

Domi Meyer

Viel Arbeit steckt im Keller, wo jetzt eine neue, massive Bar mit Holzabdeckung steht. Die Grobarbeiten sind gemacht, der Feinschliff steht 24 Stunden vor Eröffnung noch bevor. «Ich mache das ja nicht zum ersten Mal, und wie immer passiert alles auf den letzten Drücker», sagt Domi Meyer. «Es ist ein Nervenkrieg bis zum Schluss, aber am Freitag wird alles laufen.»

Der neue Stolz: Im Club gab's eine neue massive Bar.  (Bild: jwy)

Der neue Stolz: Im Club gab’s eine neue massive Bar.  (Bild: jwy)

Nicht alles über den Haufen werfen

Meyer ist beim Umbau sachte vorgegangen, wollte nicht einfach 19 Jahre «Jazzkantinen»-Geschichte wegfegen. Davon zeugen etwa die Bilder neben der Bar – oder auch der Zeitungsständer, auf dem immer noch in Bergmans Schrift steht: «Zeitungslesen macht Spass … sie wieder versorgen, noch mehr.»

Der Umbau zehrt an den Nerven:

 

Das läuft in der neuen «Jazzi»

Am Freitag hat die «Jazzkantine» ab 16 Uhr das erste Mal wieder geöffnet. Am Freitag und Samstag steigt das Eröffnungsfest:

  • Freitag, 26.8., ab 19 Uhr in der Beiz: The Knocked Out Rhythms. Ab 22 Uhr im Club: Kronzeugen, Vita Bergen (SWE), DJ Angel Kiss
  • Samstag, 27.8., ab 19 Uhr in der Beiz: Jazz mit Dennis Blassnig, Pascal Uebelhart und Rafael Jerjen. Ab 22 Uhr im Club: Electric Elektra, Pretty Little Hate Machine, DJ FISH&FISH

Weitere Konzerte im September:

  • 11.9.: Black Mambas (Rock 'n' Roll aus Los Angeles)
  • 15.9.: Les Marinellis (Rock aus Montréal)
  • 16.9.: Prince Rama (Pop aus Brooklyn) und Verena von Horsten (ZH)
Dass der grösste Umbau im Keller stattfand, ist kein Zufall: Meyer will den Konzertraum wieder stärker beleben. In letzter Zeit fanden da vor allem die Konzerte der Jazzschule statt. Diese gibt es nach wie vor, doch daneben veranstaltet jetzt der ehemalige Boa-Booker Eugen Scheuch Konzerte. Es soll wieder ein durchmischteres Publikum den Ort aufsuchen – und Domi Meyer will den Keller öffnen: «Der Raum soll genutzt werden, Leute sind eingeladen, das Programm mitzugestalten.»

Am Eröffnungsfest am Freitag und Samstag spielen unter anderem die wiedervereinigten Kronzeugen aus der Region oder die Rockband Vita Bergen aus Schweden (siehe Box).

Das Septemberprogramm ist noch nicht rappelvoll, aber jetzt schon attraktiv. Da findet man etwa Bands aus Brooklyn (Prince Rama) oder die angesagte Zürcher Musikerin Verena von Horsten. Es ist auch eine Wiederauferstehung des Labels Boa im Exil.

Alle am gleichen Tisch

Ziemlich radikal erneuert hat Meyer das Getränke- und Speiseangebot. Die Karte ist jetzt «Meyer»-like, das heisst weniger Mainstream, mehr Lokales. Es gibt günstige Mittagsmenüs unter 20 Franken und eine Abendkarte mit Menüs zwischen 15 und 27 Franken. «Wir haben eine kleine Karte, aber wir wollen damit alle abholen», sagt Domi Meyer. Immer wichtiger werden glutenfreie und vegane Speisen. Meyers Ziel: Alle sollen in der «Jazzkantine» am gleichen Tisch speisen können. «Der Veganer soll mit dem Fleischtiger am gleichen Tisch einen Burger essen können», bringt es Meyer auf den Punkt, selbst seit 25 Jahren Vegetarier.

Die Lampen sind neu, die Uhr hängt schon lange da.  (Bild: jwy)

Die Lampen sind neu, die Uhr hängt schon lange da.  (Bild: jwy)

Als Koch kam Christian Hupe, stellvertretende Leiterin ist Rahel Heller – sie bilden mit Domi Meyer das Kernteam der neuen «Jazzi», insgesamt arbeiten rund zehn Personen im neuen Restaurant.

Domi Meyer und Team posieren noch fürs Foto, dann muss er wieder los – es bleibt noch einiges zu tun. Und die Deckenlampe ist noch nicht wieder fertig zusammengesetzt …

Mehr Bilder gibt’s in der Galerie:

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